Nicht eindeutige Alltagsszenen Lingener Kunstpreis 2018 an Georgia Gardner Gray übergeben

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Gruppenbild zum Lingener Kunstpreis 2018: Kulturdezernentin Monika Schwegmann, Oberbürgermeister Dieter Krone, Georg Aehling (Vorsitzender des Lingener Kunstvereins), Kunsthallendirektorin Meike Behm, Kristina Szepanski (Direktorin Kunstverein Münster), Anne Höltermann (Freundeskreis des Lingener Kunstpreises), Künstlerin Erika Hock, Kunstpreisträgerin Georgia Gardner Gray (neben ihrem Selbstportrait), Marita Kamp und Sigrid Hohoff (Jury-Mitglieder) und dahinter der Philosoph Tammo Jansen, der einiges zu Peter Fjodoroff zu sagen hatte. Foto: Peter LöningGruppenbild zum Lingener Kunstpreis 2018: Kulturdezernentin Monika Schwegmann, Oberbürgermeister Dieter Krone, Georg Aehling (Vorsitzender des Lingener Kunstvereins), Kunsthallendirektorin Meike Behm, Kristina Szepanski (Direktorin Kunstverein Münster), Anne Höltermann (Freundeskreis des Lingener Kunstpreises), Künstlerin Erika Hock, Kunstpreisträgerin Georgia Gardner Gray (neben ihrem Selbstportrait), Marita Kamp und Sigrid Hohoff (Jury-Mitglieder) und dahinter der Philosoph Tammo Jansen, der einiges zu Peter Fjodoroff zu sagen hatte. Foto: Peter Löning

Lingen. Der Lingener Kunstpreis 2018 ist am Freitagabend, 14. September, in der Kunsthalle an die US-amerikanische Künstlerin Georgia Gardner Gray übergeben worden.

Georgia Gardner Gray wurde 1988 in New York geboren und erhielt dort auch ihre Ausbildung. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihr Schaffen umfasst Malerei, Skulpturen und Performances, auch von Theater Inszenierungen ist die Rede. Mit ihren Arbeiten konnte sie sich aus einem Kreis von 18 Künstlern vor einer siebenköpfigen Jury beweisen, die im Wesentlichen aus Fachleuten und Mitgliedern des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises besteht.

Beachtliche Sammlung zeitgenössicher Kunst

In seinem Grußwort vor einem beachtlichen Publikum unterstrich Oberbürgermeister Dieter Krone das internationale Renommee des Preises, der in diesem Jahr zum bereits 23. Mal verliehen wird. 1983 von Heiner Schepers ins Leben gerufen, hat der Preis unter anderem der Stadt Lingen eine inzwischen beachtliche Sammlung zeitgenössischer Kunst eingebracht. Denn die Stadt erwirbt regelmäßig eine Arbeit der gekürten Preisträger .

Große Kraft aus der Kunst schöpfen

Peter Leuschner, langjähriger Vorsitzender des Lingener Kunstvereins, nennt dieses eine von vier Säulen des Lingener Kunstpreises, neben der damit verbundenen Ausstellung, der Erstellung eines Katalogs sowie auch dem Preisgeld, das er gemeinsam mit seiner Frau Maria in diesem Jahr stiftet. Er habe in den vergangenen Jahren hier so viel über Kunst gelernt und interessante Menschen getroffen, dass er diese Stiftung als Dank verstehe: "Kunst gehört in unser Leben. Man kann aus ihr große Kraft schöpfen. Dafür sollte man die Kunst auch fördern."

Nicht eindeutiger Alltag

Die ausgestellten Bilder von Georgia Gardner Gray zeigen angelegt zwischen Abstraktion und Figuration vermeintliche Alltagszenen ganz normaler Menschen, behält sich aber manches durch die Wahl der Bildausschnitte, der Perspektiven und besonders durch gezielte Auslassungen einiges Rätselhaftes und Tiefgründiges. Die eingefangenen Momente ihrer sehr farbigen Bilder in durchaus unterschiedlichen Formaten entziehen sich häufig einer Eindeutigkeit und erscheinen gerade dadurch äußerst interessant. Immer wieder wird hier die U-Bahn thematisiert, deren Bezug weiter auch durch einige platzierte Plexiglaselemente unterstrichen wird.

Phänome des Zwischenraums 

Zwei weitere Ausstellungen erlebten in diesem Rahmen ihre Eröffnung, so die mit starken Symbolen arbeitenden Installationen der in Lingen aufgewachsenen Künstlerin Erika Hock. Unter dem Titel „Hotel Atlantik“ widmet sie sich dem Phänomen des Zwischenraums indem sie eher angedeutete Elemente sehr durchdacht und hinterfragend miteinander in Beziehung setzt.

„PETJA" im benachbarten Wasserturm widmet sich sehr eindrucks- und liebevoll dem Erbe des vor drei Jahren verstorbenen Lingener Universalkünstlers Peter Fjodoroff mit Skizzen, Publikationen, persönlichen Gegenständen und auch Klangbeispielen. 

Eine Reihe von begleitenden Veranstaltungen werden in den kommenden Wochen diese also drei Ausstellungen begleiten. Ein Besuch ist in jedem Fall sehr zu empfehlen.


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