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16.09.2018, 12:00 Uhr KOMMENTAR

Ausbildung in der Pflege: Es ist noch nicht zu spät

Kommentar von Thomas Pertz

Interviewpartnerin unserer Redaktion: Dr. Gabriele Weglage (links). Auf dem Archivbild rechts Evelin Janke, Leiterin der Hebammenschule. Foto: PertzInterviewpartnerin unserer Redaktion: Dr. Gabriele Weglage (links). Auf dem Archivbild rechts Evelin Janke, Leiterin der Hebammenschule. Foto: Pertz

Lingen. Wer hätte das gedacht? Trotz der beinahe täglichen Berichte über Pflegenotstand, Mängeln in den Einrichtungen und überlasteten Pflegern und Pflegerinnen sind in der Akademie St. Franziskus in Lingen alle Ausbildungsplätze für die einzelnen Berufsbilder besetzt.

Die nach wie vor vorhandene Begeisterung für die einzelnen Berufsbilder, die Geschäftsführerin Gabriele Weglage als eine mögliche Erklärung nennt, wird von den für die Rahmenbedingungen in der Pflege politisch Verantwortlichen aber nicht honoriert – im Gegenteil. Die steigende Quote der Ausbildungsabbrecher ist das Ergebnis des Abgleichs vom Berufsbild, das die jungen Leute im Kopf haben, mit der Wirklichkeit in den Einrichtungen.

Dennoch: Die hohe Zahl junger Menschen, die einen pflegerischen Beruf ergreifen wollen, zeigt, dass es für die Pflege noch nicht fünf Minuten nach zwölf Uhr ist. Höchste Zeit ist es aber schon, die Bedingungen so zu verbessern, dass keiner der Azubis die Entscheidung für diesen Beruf bereuen muss. Politische Absichtserklärungen sind gut, konkretes Handeln ist aber besser.


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