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13.09.2018, 17:30 Uhr KOMMENTAR

Die Rosenstraße und das Ende der Fahnenstange

Kommentar von Thomas Pertz

In der Rosenstraße stehen neben Einfamilienhäusern auch Mehrfamilienhäuser. Foto: Thomas PertzIn der Rosenstraße stehen neben Einfamilienhäusern auch Mehrfamilienhäuser. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Ein Mehrfamilienklotz nach dem anderen ist in der Rosenstraße entstanden, ermöglicht durch eine Bebauungsplanänderung aus den 70er Jahren, die einst einem ganz anderen Zweck diente.

Die Folgen müssen die Nachbarn nun aushalten. Bis das letzte Einfamilienhaus dort weiteren Großbauten gewichen ist? So weit sollte es nicht kommen.

Denn mit klassischer Nachverdichtung, bei der in Wohngebieten Baulücken geschlossen werden, hat die Situation in der Rosenstraße nicht mehr viel zu tun. Die Baulücken dort entstehen durch Abriss alter Einfamilienhäuser auf großen Grundstücken. Die werden dann bis an die zulässigen Grundstücksgrenzen neu bebaut. Der Charakter der Siedlung verändert sich völlig, zum Negativen für die verbliebenen Nachbarn.

Die Stadt steht auf dem Wohnungsmarkt ohne Zweifel unter einem erheblichen Handlungsdruck durch Bauwillige in der Kommune, durch Zuzüge von außen und auch durch Anleger, die ihr Geld in zinslosen Zeiten lieber in Beton investieren.Aber auch Anwohner wie die in der Rosenstraße haben schutzbedürftige Interessen und ein Anrecht auf Wohnqualität.

Das vorgesehene Gespräch zwischen allen Beteiligten bietet die Möglichkeit, nach einem Kompromiss zu suchen. Den zu finden wird allerdings schwierig. CDU-Ratsherr Jürgen Herbrüggen sprach im Ausschuss vom Ende der Fahnenstange. Übersetzt heißt das: Bei einer Genehmigung des aktuellen Bauvorhabens wird es in dieser Größenordnung in der Rosenstraße kein weiteres mehr geben.


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