Bonifatius-Hospital klärt Vorwurf auf Notfallmeldung im Lingener Krankenhaus nicht angenommen?

Von Wilfried Roggendorf, 12.09.2018, 19:03 Uhr
Dr. Carsten Börner, Leiter der Zentralen Notaufnahme des Lingener Bonifatius-Hospitals, zeigt auf dem Parkplatz des Krankenhauses, wo er mit Kollegen einen scheinbar verletzten Mann aufgefunden hat. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Eine Frau bemerkt auf dem Parkplatz des Bonifatius-Hospitals in Lingen einen scheinbar verletzten Mann und möchte im Krankenhaus Hilfe holen. Dort wird sie jedoch nach ihrer Aussage abgewiesen. Das Boni weist diesen Vorwurf zurück. Dem Mann sei geholfen worden.

"Es war am 29. August kurz vor 12 Uhr, als ich den Mann auf dem Parkplatz liegen sah", schildert die Frau die Situation. Der Mann habe eine blutverschmierte Hose getragen und habe nicht aufstehen können, sei aber ansprechbar gewesen. Zudem habe er einen verwahrlosten Eindruck auf sie gemacht. "Ich bin dann im Krankenhaus zuerst bei der Krankenhausseelsorge gewesen. Dort hat jemand mir gesagt, dass sie dort damit nichts zu tun hätten", sagt die Frau. Dann sei sie schräg gegenüber zur Patientenaufnahme gegangen und habe dort die gleiche Antwort erhalten. Schließlich habe sie am Empfangstresen vorgesprochen. "Wir müssen einen Krankenwagen kommen lassen, denn der Parkplatz gehört der Stadt", habe sie dort nach ihrer Aussage zu hören bekommen. Daraufhin sei sie wieder zu der verletzten Person gegangen. Um diese hätten sich mittlerweile zwei Männer gekümmert, die diese Person offensichtlich kannten. "Daraufhin bin ich dann gegangen und habe die weitere Entwicklung nicht mitbekommen", berichtet die Frau.

Kein Einweiser für Rettungskräfte auf dem Parkplatz

Die weitere Entwicklung mitbekommen hat jedoch Dr. Carsten Börner. Er ist Leiter der Zentralen Notaufnahme (ZNA) des Bonifatius-Hospitals. "Wir haben an diesem Tag einen Anruf vom Empfang bekommen und sind sofort mit zwei Ärzten und einer Pflegekraft zum Parkplatz gekommen", sagt der Mediziner. Nach einigem Suchen habe man den scheinbar Verletzten auch gefunden. "Bei dem Mann stand niemand mehr, der uns zum richtigen Ort auf dem Parkplatz geführt hätte", begründet Börner die Suche. Der Mediziner fordert dazu auf, in ähnlichen Fällen die Rettungskräfte immer einzuweisen, damit schnell geholfen werden könne.

Bekanntes Gesicht

Als Börner und seine Kollegen den Mann finden, stellt sich heraus, dass es sich um ein ihnen bekanntes Gesicht handelt. "Wir haben den Mann mehrmals in der ZNA behandelt", erklärt Börner. Einen Tag, bevor er auf dem Parkplatz gelegen habe, sei er wegen Verletzungen am Bein versorgt worden. Weitere Hilfen habe der Mann abgelehnt. Als er auf dem Parkplatz gefunden worden sei, habe der Mann noch seine blutverschmierte Hose vom Vortag getragen, sich dort aber einfach nur ausruhen wollen. 

Empfang ist die richtige Anlaufstelle

Der Leiter der ZNA betont, dass der Empfang vorne rechts im Eingangsbereich für Notfälle im Krankenhausgebäude und auf dem Gelände des Bonifatius-Hospitals der richtige Ansprechpartner sei. "Dort läuft unser hausinterner Notruf auf und von dort werden die Teams alarmiert", sagt Börner. Dies komme rund einmal wöchentlich vor. "Natürlich gehen unsere Notfall- und Reanimationsteams im Notfall auch raus auf das Krankenhausgelände, um die Erstversorgung zu übernehmen", versichert Börner. Allerdings gebe es ein Problem: "Wir können behandeln, aber nicht transportieren. Deshalb brauchen wir parallel meistens einen Rettungstransportwagen."

Kommunikationsproblem

Warum sich die Frau, die den scheinbar Verletzten auf dem Parkplatz gefunden hatte, zunächst an die Krankenhausseelsorge und dann an die stationäre Aufnahme gewendet hat, kann Börner nicht erklären. Was dann genau am Empfang gesprochen wurde, sei ebenfalls nicht mehr nachvollziehbar. "Vielleicht hätte man dort sagen müssen, dass man sich kümmert. Oder es ist gesagt worden, und die Frau hat es in ihrer Aufregung nicht wahrgenommen", vermutet der Leiter der ZNA ein Kommunikationsproblem.



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