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11.09.2018, 12:38 Uhr KOMMENTAR

Zur Demo "Lingen leuchtet": Haltung zeigen

Kommentar von Thomas Pertz

Zahlreiche Menschen demonstrierten am 12. Januar 2015 auf dem Marktplatz für ein buntes Lingen. Foto: Helmut KramerZahlreiche Menschen demonstrierten am 12. Januar 2015 auf dem Marktplatz für ein buntes Lingen. Foto: Helmut Kramer

Lingen. Braucht auch Lingen eine Demo gegen jegliche Form von Extremismus, Ausgrenzung und sprachlicher Brandstiftung - ganz nach dem Motto: „Wir sind mehr“? Die Antwort: Ja, aber...

Ja, weil diese Zeichen aufrütteln, weil sie zur Wachsamkeit aufrufen, weil sie dazu mahnen, nicht wegzuschauen oder wegzuhören. Für ein solches Zeichen ist es nie zu früh und darf es nie zu spät sein. Kritiker derartiger Aktionen mögen nur von Symbolpolitik sprechen. Sich ins Private zurückziehen ist aber keine Haltung. Die gilt es zu zeigen, auch in Lingen.

Aber: Es reicht nicht, sich nur ein gutes Gefühl beim Demonstrieren zu verschaffen. Rückgrat zu zeigen ist im Demozug nicht allzu schwer. Im privaten Umfeld aber schon eher: Bei der Diskussion in der Nachbarschaft, am Stammtisch, im Betrieb.

Wie Zivilcourage im Alltag aussehen kann, hat Martina Lippert deutlich gemacht. Die Lingener SPD-Politikerin ist hauptberuflich Leiterin eines Pflegedienstes. Eine Patientin hatte sich nicht mehr „von der Russin“, einer Angestellten des Dienstes, pflegen lassen wollen. Lippert trennte sich nicht von der Angestellten, sondern von der Patientin. Hut ab.


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