Diskussion im Umweltausschuss Wie kann der Lingener Bauhof beim Winterdienst Salz sparen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hans Herbers vom Lingener Bauhof steht im Winter 2015 vor dem Salzvorrat des Lingener Bauhofes. Foto: Thomas PertzHans Herbers vom Lingener Bauhof steht im Winter 2015 vor dem Salzvorrat des Lingener Bauhofes. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Auf Antrag der Bürgernahen hat sich der Umweltausschuss der Stadt Lingen mit der Frage beschäftigt, wie im Winterdienst der Streusalzverbrauch reduziert werden könne. Hierzu berichtete Bauhofleiter Christian Schulte.

Rund 280 Kilometer, davon 90 Kilometer Radweg, habe der Bauhof in Lingen zu streuen. "Dabei verbrauchen wir pro Winter rund 500 Tonnen Streusalz", erläuterte Schulte. Im Winter 2015/2016 seien es 540 Tonnen, 2016/2017 650 Tonnen und im letzten Winter 347 Tonnen gewesen. Der Bauhof setze für den Winterdienst zwei Kolonnen mit je 30 Mitarbeitern ein. Zudem kämen zwei Lkw, drei Schmalspurfahrzeuge und drei Schlepper zum Einsatz. "Wir führen bei Bedarf um 4 Uhr morgens Kontrollfahrten durch und entscheiden danach über den notwendigen Umfang des Winterdienstes, der dann um 5 Uhr beginnt", erklärte Schulte weiter.

Abstumpfende Streustoffe keine Alternative

Die erforderliche Streusalzmenge hänge hierbei von den äußeren Bedingungen ab. Sie reiche von fünf bis 15 Gramm Salz pro Quadratmeter bei einer Präventivstreuung auf trockener oder feuchter Fahrbahn bis hin zu 40 Gramm Streusalz pro Quadratmeter bei Schneefall und Schneeglätte. In abstumpfenden Streustoffen anstelle des Salzes sah Schulte aus mehreren Gründen keine Alternative: "Mit diesen sind Ausbringmengen von mindestens 150 Gramm je Quadratmeter erforderlich." Zudem müssten diese Stoffe nach dem Ende der Glätteperiode wieder aufgenommen werden. Außerdem würden diese abstumpfenden Streumittel Schadstoffe aufnehmen und würden häufig als Sondermüll angesehen, der entsprechend entsorgt werden müsse.

Feuchtsalztechnik reduziert Verbrauch um bis zu 25 Prozent

Neben der Nutzung bestmöglicher Straßen-Wetterinformationen und der aggressiven Räumung mit Pflügen und Besen vor dem Streuen käme vor allem die Anwendung moderner Feuchtsalztechnik für die Verringerung der Ausbringmengen in Frage. Dabei werde das Trockensalz vor dem Ausbringen mit einer Sole besprüht. Vorteile des Feuchtsalzes seien eine bessere Verteilung und Anhaftung auf der Fahrbahn. die aufgebrachte Streusalzmenge könne um bis zu 25 Prozent reduziert werden. "Hierfür sind jedoch Kombigeräte mit Behälter für Trockensalz und Tank für die Sole erforderlich", erklärte Schulte. Darüber verfüge der Bauhof aktuell nicht.

Wirtschaftliche Bedeutung einer Umstellung muss geprüft werden

Stadtbaurat Lothar Schreinemacher sagte, dass auch die wirtschaftliche Bedeutung einer Umstellung auf Feuchtsalz geprüft werden müsse. Die technischen Voraussetzungen dafür fehlten derzeit. Die derzeit im Einsatz befindlichen Streufahrzeuge seien zum Teil schon lange abgeschrieben. "Eine Neuanschaffung bedeutet einen hohen Invest", sagte der Stadtbaurat. In der Kürze der Zeit – die Bürgernahen hatten erst neun Tage vor der Sitzung die Aufnahme des Themas auf die Tagesordnung des Umweltausschusses beantragt – seien die Kosten nicht zu ermitteln gewesen.

Bürger beschweren sich eher über zu wenig Streuen

Schreinemacher wies darauf hin, dass schon jetzt versucht werde, die eingesetzte Streusalzmenge so gering wie möglich zu halten. "Wir streuen beispielsweise nicht präventiv, sondern schauen morgens, was los ist", erläuterte der Stadtbaurat. Im Übrigen würden sich die Bürger eher darüber beschweren, dass zu wenig gestreut werde. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN