Mit dem Emsländischen Blasorchester 25-jähriges Jubiläumskonzert im Lingener Theater

Von Stefanie Löning

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Begeisterten in exzellentem Klang: Das Emsland Orchester feierte seinen 25. Geburtstag mit einem Konzert im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Stefanie LöningBegeisterten in exzellentem Klang: Das Emsland Orchester feierte seinen 25. Geburtstag mit einem Konzert im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Stefanie Löning

Lingen. „Appalachian whisper“, eine Komposition von Jennifer Mc Dowell, ist das Eröffnungsstück des Jubiläumskonzertes des Emsländischen Blasorchesters und lässt erahnen, dass sich der Zuhörer nicht in einem gewöhnlichen Blasmusikkonzert befindet. Bei gutem Wetter hat sich ein durchaus gemischtes Publikum eingefunden, um sich von einem großartigen Programm mitreißen zu lassen.

Das Orchester präsentiert unter anderem die Ergebnisse vorangegangener Workshops mit dem Dirigenten Miguel Etchegoncelay, der Sängerin Sabine Kühlich und José J.Cortijo, Percussion. Der Beteiligung der drei Dozenten ist es wohl zu verdanken, dass ein Großteil der Stücke im südamerikanischen Raum angesiedelt ist.

Auf hohem Niveau 

25 Jahre gibt es das Orchester bereits, entstanden aus der Notwendigkeit, bei den Dirigierkursen etwas zum Dirigieren zu haben, inzwischen fester Bestandteil der emsländischen Laienmusikszene auf hohem Niveau. Seit 2011 dirigiert René Esser das Orchester, der an diesem Abend Miguel Etchegoncelay mehrfach das Dirigierpult überlässt und unterhaltsam die Moderation des Abends übernimmt.

Venezianischer Maskenball

Im „Divertimento Venetiano“ entführt das Orchester das Publikum zunächst in den venezianischen Maskenball. Ein mit viel Spielfreude und perfekt abgestimmten Einsätzen vorgetragenes Werk, musikalisch clownesk an Zirkus erinnernd. Ein großes Danke hier auch an den Tontechniker, dem die Verstärkung des Orchesters sehr ausgewogen gelungen ist.

Klangvolle Soloabschnitte

Von Italien geht es weiter nach Kolumbien. In „Latin woods“, einem Salsa von Mario Bürki, kommen die Percussion Fans zum Zuge, und man staunt über die Vielfalt des Schlagwerks. Aber auch die Klarinettengruppe überzeugt hier mit schönem Klang in den Soloabschnitten. Überhaupt beherbergt das Orchester eine große Anzahl guter Solisten, die öfter zum Einsatz kommen.

Eine schicke Nummer

Nach zwei weiteren Ausflügen in die Lateinamerikanische Musik mit Piazollas Hit „Adios Nonino“ und Buena Vista Social Club demonstriert die Dozentin Sabine Kühlich mit dem Jazzklassiker Sentimental Journey zusammen mit vier Teilnehmern des Workshops unter Einbeziehung des Publikums, dass auch im Gesang improvisiert werden kann. Eine schicke Nummer, auch wenn man sich das Publikum hier etwas mutiger gewünscht hätte.

Rausschmeißer

Den Rausschmeißer zur Pause dirigiert der Emsbürener GMD, Manfred Hachmer, „Stars and Stripes“, der wohl berühmteste Blasmusikklassiker. Mit einem brillianten Schlagzeugsolo gefolgt von dem Titel „El Cumbachero“ geht es dann in die zweite Halbzeit. Die Erweiterung des üblichen Schlagzeuges um die lateinamerikanischen Percussions erweist sich auch hier wieder als eine Bereicherung für das Konzert. Abwechslung bringt auch der Projektchor des Georgianums unter der Leitung von Johannes Badde mit einem Titel aus einem ganz anderen Genre, „In diesem Moment“ von Roger Cicero.

Können bewiesen 

Das Orchester kann in der zweiten Hälfte mit "Tico Tico" noch einmal sein ganzes Können beweisen. Dieses anspruchsvolle Nummer verlangt den Spielern so einiges ab, auch hier glänzen sie durch präzises Zusammenspiel und ausgewogene Klangfarben. Sicher ein Verdienst der harten Probenarbeit. Insgesamt eine runde Sache, weiter so!


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