Sitzung des Umweltausschusses Lingen möchte mit Landkreis Lösung für Eichenprozessionsspinner finden

12.09.2018, 12:56 Uhr
In diesem Jahr meldeten die Bürger Lingens rund 350 Stellen, die von Eichenprozessionsspinnern befallen waren. Der Landkreis Emsland will jetzt eine Lösung für das Problem finden. Foto: Petra Egbers

Lingen. Die Kommunen des Landkreises Emsland wollen sich zusammensetzen, um gemeinsam eine Lösung für das Problem der Eichenprozessionsspinner zu erarbeiten. Das gab Stadtbaurat Lothar Schreinemacher am 6. September 2018 in einer Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Lingen bekannt.

Den Antrag, das Problem auf die Tagesordnung zu setzen, hatten die Bürgernahen am 28. August gestellt. Sie forderten einen Bericht über die Bekämpfung der Raupen im Jahr 2018 und wollten Schlussfolgerungen daraus für 2019 hören. „Der Landkreis will die Problematik konzeptionell im Oktober aufbereiten. Dort wird besprochen, wie das Vorgehen in Zukunft aussehen soll: Soll es Einzellösungen für die einzelnen Gemeinden geben oder ist ein ganzheitliches Konzept für den Landkreis sinnvoll? Außerdem soll geklärt werden, was Privatpersonen und Behörden tun können, um das Problem der Eichenprozessionsspinner anzugehen.“, erklärte Stadtbaurat Schreinemacher. 

Brümmer kritisiert späte Antragsstellung

CDU-Ratsherr Thomas Brümmer kritisierte, dass die Bürgernahen den Tagesordnungspunkt erst so spät, neun Tage vor der Sitzung,  beantragt hatten. Normale Anträge müssen laut Geschäftsordnung der Stadt Lingen bis spätestens zehn Tage vor der Sitzung eingereicht werden. „Es gab eine Frist, bis zu der es möglich war, sich auf die Sitzung vorzubereiten und Anträge zu stellen. Diese Frist wurde aus meiner Sicht nicht eingehalten. Ich würde sie bitten, das beim nächsten Mal zu tun.“, mahnte Brümmer. Marc Riße, Ratsherr der Bürgernahen, verteidigte daraufhin seine Fraktion, indem er beteuerte: „Unsere Anfrage war nicht dringlich, allerdings sollten wir jetzt schon beginnen, über den Umgang mit den Eichenprozessionsspinnern zu sprechen. Deswegen haben wir den Antrag noch kurzfristig gestellt.“

Rund 300 gemeldete Fälle in der Stadt Lingen

Wie schon mehrfach berichtet, können die giftigen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner bei Menschen Hautausschlag und im schlimmsten Fall allergische Schockreaktionen auslösen. Die Stadt Lingen erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass in diesem Jahr rund 350 betroffene Stellen im privaten und öffentlichen Raum gemeldet wurden. Durch den Befall der Raupen musste die Stadt in diesem Jahr unter anderem mehrere Spielplätze sperren. Ihren Zenit erreichten die Probleme mit den Raupen im Mai und Juni, im Laufe des Juli verpuppten die Raupen sich dann. Im August schlüpften die Eichenprozessionsspinner dann als ungefährliche, nachtaktive Falter.

Landkreis will sein Konzept den Kommunen vorstellen

Der Landkreis Emsland machte auf Nachfrage unserer Redaktion deutlich, dass er schon über ein Konzept zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners verfüge. "Die Hauptverwaltungsbeamten sollen über dieses Konzept zur Bekämpfung in einer Sitzung Anfang kommender Woche informiert werden", erklärte eine Sprecherin des Landkreises. Der Eichenprozessionsspinner solle im kommenden Jahr an dem Landkreis bekannt gewordenen kritischen Befallsstandorten prophylaktisch durch Biozid-Einsatz bekämpft werden. Über die Kosten werde der Landkreis mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden eine Verständigung herbeiführen. "Darüber hinaus werden die so genannten reaktiven Bekämpfungsmaßnahmen (Absaugen von Nestern) an den Kreisstraßen und Liegenschaften des Landkreises  durch ein fachkundiges Unternehmen weitergeführt", erklärte die Sprecherin. Es sei davon auszugehen, dass auch die Gemeinden weiterhin in ihrer Zuständigkeit aktiv den Eichenprozessionsspinner bekämpfen würden. 

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