Marcel Bojer im Interview Auch in Altenlingen ist nach dem Spiel vor dem Spiel

Von Von Max Nie-Hoegen

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Marcel Bojer vom ASV Altenlingen ist mit seiner Leistung beim "Spiel des Lebens" von Sky zufrieden, auch wenn sein Freistoßkracher in der 33. Minute "nur" die Torlatte traf. Foto: Helmut KemmeMarcel Bojer vom ASV Altenlingen ist mit seiner Leistung beim "Spiel des Lebens" von Sky zufrieden, auch wenn sein Freistoßkracher in der 33. Minute "nur" die Torlatte traf. Foto: Helmut Kemme

Lingen. Als Marcel Bojers Freistoß in der 33. Spielminute die Torlatte traf, fehlten dem Altenlingener Offensivspieler nur wenige Zentimeter, um dem „Spiel des Lebens“ seine ganz persönliche Note zu verleihen. Im Interview spricht der 24-Jährige über seine Vorbereitung auf diese besondere Fußballbegegnung.

Herr Bojer, wie es sich etwa für einen Bundesligaprofi anfühlen muss, im Fernsehen als umjubelter Matchwinner gefeiert zu werden, können Sie sich nun nach dem Spiel des Lebens wohl ein Stückchen besser vorstellen?

Ja, das glaube ich schon. Es muss einfach ein geiles Gefühl sein, als Berufsfußballer regelmäßig und vor allem an den Spieltagen von der Kamera begleitet zu werden. Ich würde gerne Profi sein.


Beschreiben Sie doch einmal, wie es sich generell anfühlt, vor einem so großen Publikum zu spielen.

Dieses Gefühl ist einfach unfassbar. Du stehst nach dem Einlaufen plötzlich auf dem Platz, um dich herum überall Zuschauer und Kameras. Ich habe mir nur gedacht: Das kann doch alles gar nicht wahr sein. Als die Partie angepfiffen wurde, ist die Nervosität aber auf einmal komplett verschwunden. Ich habe mich nur noch auf das Spiel konzentriert und das ganze Drumherum ausblenden können. Die vielen Leute außerhalb des Platzes stacheln einen aber natürlich nochmals besonders an.


Monatelang haben Sie dem „Spiel des Lebens“ entgegengefiebert. Nun ist es auch schon wieder vorbei, der 2:1-Heimsieg entspricht aber höchstwahrscheinlich genau dem, was Sie sich vor dem Anpfiff vorgestellt haben. Was hätte überhaupt noch besser laufen können?

Wir sind zunächst zwar nicht gut ins Spiel reingekommen, haben kurz vor dem Führungstreffer aber die Kontrolle übernommen. Nach dem Ausgleich wurde es dann natürlich nochmal richtig spannend. Wenn ich vorher meinen Freistoß reinmache, haben wir vermutlich mehr Ruhe. Unter dem Strich ist der Erfolg allerdings hochverdient, wir haben einen überragenden Kampf abgeliefert.


Sie sprechen ihre größte Torchance selber an: Immerhin werden ihre präzisen Freistöße auf Kreisebene bereits seit Jahren gefürchtet. Ein eigener Treffer wäre bestimmt das Sahnehäubchen gewesen, oder?

Absolut. Der Teamgedanke steht natürlich im Vordergrund. Insgeheim habe ich mir aber schon einen Torerfolg erträumt, im Optimalfall sogar per Freistoß. Darauf bin ich kurz vor der Partie von einigen Zuschauern sogar noch angesprochen worden. Dass ich an diesem Traum nur hauchzart gescheitert bin, ist natürlich schade. Gerade vor einer solchen Kulisse und Hunderttausenden vor dem Fernseher wäre das eine einmalige Sache gewesen. Ich denke, dass ich aber auch so mit meiner eigenen Leistung zufrieden sein kann.


Auf den hohen Zuschauerandrang konnten Sie sich bereits im Vorfeld einstellen. Im Vorverkauf wurden über 2000 Tickets abgesetzt. Wie hat sich die Mannschaft auf das „Spiel des Lebens“ vorbereitet?

Es ist total schwierig, sich auf einen solchen Moment vorzubereiten. Für uns waren die beiden vergangenen Monate der komplette Ausnahmezustand. Die Trainingsbeteiligung ist seit dem Saisonstart extrem hoch. In der Woche vor der Begegnung haben wir aber nichts großartig anders gemacht. Am Freitagabend gab es nochmal ein leichtes Anschwitzen. Bei einem gemeinsamen Grillen ist danach der Kader und die Startformation bekanntgegeben worden. Natürlich waren auch einige Enttäuschungen unter denjenigen dabei, die es nicht ins Aufgebot geschafft haben. Unser Teamzusammenhalt ist allerdings überragend, da wich der Frust schon gleich am nächsten Tag der Vorfreude. Jeder hat innerhalb der Mannschaft seinen Platz.

Abschließende Frage: Spätestens am kommenden Freitag kehrt mit dem Heimspiel gegen den SV Holthausen-Biene lll der Ligaalltag nach Altenlingen zurück. Wie legt man nun im Kopf den Schalter um, nachdem man sich monatelang auf die Partie gegen Brögbern fokussiert hat?

Das weiß ich auch noch nicht. Es wird jedenfalls verdammt schwierig für uns. Obwohl das „Spiel des Lebens“ nun der Vergangenheit angehört, werden wir noch lange von diesem einzigartigen Erlebnis zehren. Ein riesiger Dank gilt an dieser Stelle allen ehrenamtlichen Helfern, die uns dieses Event durch ihren Einsatz überhaupt ermöglicht haben. Das ist längst nicht selbstverständlich.


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