Angklagter beschimpft Landgericht Lingener muss nach Diebstahl zwei Monate in Haft

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Wegen Diebstahls hat das Landgericht Osnabrück einen mehrfach vorbestraften Mann zu einer zweimonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Symbolbild: Ludger JungeblutWegen Diebstahls hat das Landgericht Osnabrück einen mehrfach vorbestraften Mann zu einer zweimonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Symbolbild: Ludger Jungeblut

Osnabrück. Das Landgericht Osnabrück hat einen 35-Jährigen für schuldig befunden, in einem Geschäft in Lingen zwei Jacken im Wert von zusammen 75 Euro gestohlen zu haben. Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte muss nun für zwei Monate in Haft.

Weder sein Leugnen noch seine Respektlosigkeit brachten den Angeklagten vor Gericht weiter. Schon in der Erstinstanz war der 35-Jährige mehrfach durch unangemessenes Verhalten aufgefallen, was sich jetzt im Berufungsverfahren wiederholte. Immer wieder unterbrach er den Richter und die Staatsanwältin bei ihren Ausführungen und witterte ein Komplott gegen sich. „Das System ist gegen mich, da halten alle zusammen“, lautete seine Theorie.

Zum wiederholten Mal vor Gericht

Der Angeklagte stand zum wiederholten Mal vor Gericht. In diesem Fall war er einer Funkstreifenbesatzung der Polizei in Lingen aufgefallen, weil er beim Anblick der Beamten Gegenstände aus seinem Rucksack gezogen und hinter einer Mauer versteckt hatte. Den Polizisten, die unterwegs zu einer Adresse in der Rheiner Straße gewesen waren, waren die hastigen Bewegungen des polizeibekannten 35-Jährigen aufgefallen und hatten ihn daraufhin auf dem Gehweg kontrolliert. Hinter der Mauer stießen sie auf zwei nagelneue Sweat-Jacken, von denen an einer noch eine Diebstahlsicherung und an der anderen das Etikett eines bekannten Lingener Sportgeschäfts befestigt waren.

"Schlicht unglaubwürdig"

„Die haben da auf der Mauer gelegen und ich habe sie eingesteckt. Die hat jemand anders geklaut und dann weggeworfen“, hatte der Angeklagte den Beamten erklärt und wiederholte das jetzt im Gerichtssaal. Das, so beschieden ihm die Staatsanwältin und der Vorsitzende, sei „lebensfremd und vor dem Hintergrund der bisher bekannten straffälligen Vergangenheit des Angeklagten schlicht unglaubwürdig“. Denn der jetzt verhandelte Fall war nur wenige Tage nach einer Verurteilung des 35-Jährigen in anderer Sache durch das Amtsgericht geschehen. Außerdem: „Wer sollte denn in ein Geschäft gehen, Kleidung mitgehen lassen und die dann auf die Mauer legen und weggehen“, fragte der Vorsitzende rhetorisch.

Völlig uneinsichtig

Für solche Argumentationen war der Angeklagte aber nicht zugänglich. Selbst der Hinweis, dass Mitarbeiter ihn kurz vor dem Aufgriff in den Räumen des Sportartikelgeschäftes gesehen hatten, ließ der Hartdrogenabhängige nicht gelten und zeigte sich weiterhin völlig uneinsichtig. Er verlegte sich stattdessen auf patzige Antworten und verbale Angriffe gegen die Staatsanwältin, den Richter und den Staat im Besonderen.

Urteil aus der Erstinstanz bestätigt

All das half aber nichts. Nach nur kurzer Beratung bestätigte die Kammer den Spruch aus der Erstinstanz und verurteilte den Lingener zu zwei Monaten Gefängnis. „Es wurden schon einige Male Geldstrafen gegen Sie verhängt, die aber keinen Eindruck gemacht und Sie von weiteren Straftaten abgehalten haben. Deshalb ist eine Haftstrafe nun unerlässlich“, erklärte ihm der Richter, woraufhin der Angeklagte laut schimpfend und polternd aus dem Gerichtssaal stürmte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN