Elektrogeschäfte um Geld geprellt Betrug in Lingen - Berufungsverhandlung vor Landgericht

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Wegen Betruges in Lingen und Nordhorn muss sich jetzt ein 40-jähriger Mann vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Foto: dpa/Volker HartmannWegen Betruges in Lingen und Nordhorn muss sich jetzt ein 40-jähriger Mann vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Foto: dpa/Volker Hartmann

Osnabrück/Lingen. Ein 40-jähriger Mann muss sich wegen des Verdachtes, an mehreren Betrügereien in Lingen und Nordhorn beteiligt gewesen zu sein, vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Das Amtsgericht Lingen hatte ihn in erster Instanz freigesprochen.

Wie viel Verantwortung trägt der 40-Jährige an den betrügerischen Handlungen, mit der Filialen eines Elektrofachmarktes in Lingen und Nordhorn um hochwertige Elektroartikel im Wert von 7500 Euro geschädigt wurden? Das Amtsgericht in Lingen hatte im April im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft eine aktive Rolle des bereits mehrfach einschlägig Vorbestraften ausgeschlossen und einen Freispruch verfügt. Daraufhin war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen. 

Lingen

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, zusammen mit seiner Lebensgefährtin im Oktober 2017 vormittags in der Lingener Niederlassung des Fachmarktes erschienen zu sein und Interesse am Kauf eines Fernsehgerätes, einer Lautsprecheranlage und einer Musikanlage geäußert zu haben. Nach Beratung durch die Mitarbeiter wurde das Geschäft perfekt gemacht und die fälligen 5000 Euro durch die Frau mit ihrer Geldkarte bargeldlos bezahlt. Das Problem dabei: Das Kartenbezahlsystem informierte den Eigentümer nicht darüber, dass besagte Karte zu einem Konto gehörte, dass bereits ein Jahr zuvor von der Bank wegen Umsatzlosigkeit geschlossen worden war. 

Nordhorn

Nur wenige Stunden später tauchte das Paar wieder auf, dieses Mal in der Nordhorner Niederlassung des Geschäftes. Dort wurden ein Saugroboter, einen Kaffeeautomaten und andere Geräte gekauft und wieder mit der Geldkarte bezahlt. Dieses Mal lag der Schaden für den Inhaber des Geschäfts bei 2100 Euro.

Widersprüchliche Aussagen

Der Angeklagte behauptet, die Frau nur begleitet zu haben und keinerlei Kenntnis über die Ungültigkeit der Geldkarte gehabt zu haben. „Die Käufe waren allein ihre Sache, ich stand mehr oder weniger nur dabei“, erklärte er seine Rolle. Das wurde jedoch von einem Mitarbeiter des Geschäftes deutlich anders beschrieben. „Der Mann hat sich intensiv eingebracht und immer nach technischen Einzelheiten der Geräte gefragt. Besonders aktiv war er im Fall des Fernsehers, wo er deutlich machte, dass er den unbedingt haben wollte“, sagte der Zeuge vor der Berufungskammer in Osnabrück aus.

Zeugin nicht erschienen: Ordnungsgeld verhängt

Letztlich musste das Gericht die Verhandlung  unterbrechen. Grund dafür war das Nichterscheinen der Frau, die als Zeugin vorgeladen war. Sie hat in der Erstinstanz alle Schuld auf sich genommen und ist deshalb rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ihr Fehlen bei der Berufungsverhandlung wird sie teuer zu stehen kommen. Der Vorsitzende der Kammer verhängte gegen sie ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro und brummte ihr die Kosten auf, die den Verfahrensbeteiligten an diesem Tag entstanden waren. Zusätzlich ordnete er für den neu anberaumten Verhandlungstag ihre Vorführung durch die Polizei an. 


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