Unter der Ludwig-Erhard-Brücke Graffitikunst in Lingener Rad-Unterführung

Von Johannes Franke

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Nach den Renovierungsarbeiten in der Unterführung wurden ausgewählte Wand- und Deckenflächen mit einheitlichen Graffiti-Tags von Mitarbeitern des Graffiti-Unternehmens Lackaffen aus Münster versehen. Foto: Johannes FrankeNach den Renovierungsarbeiten in der Unterführung wurden ausgewählte Wand- und Deckenflächen mit einheitlichen Graffiti-Tags von Mitarbeitern des Graffiti-Unternehmens Lackaffen aus Münster versehen. Foto: Johannes Franke 

Lingen. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten ist die Unterführung an der Ludwig-Erhard-Brücke in Lingen fast fertiggestellt. Nun besprühten Graffitikünstler vom Unternehmen Lackaffen aus Münster 250 Quadratmeter ausgewählte Flächen mit einheitlichen Zeichen, in der Graffiti-Szene als Tags bezeichnet.

„Jeder Sprayer hat seine eigene Unterschrift“, sagt Designstudent Simon Cavelius, und versieht polygone Wand- und Deckenflächen, also Vielecke mit seinen grau-weißen Tags. „Wir wollten eine Wandgestaltung, die von anderen nicht mehr übersprüht wird“, hofft der Lingener Arnd Vickers als verantwortlicher Architekt. In der Graffitiszene sei es ein ungeschriebenes Gesetz, vorhandene Kunstwerke nicht zu übersprühen, weiß Georg Tieben, Fachbereichsleiter vom städtischen Tiefbauamt, und hofft, „dass dieses Erscheinungsbild nicht zerstört wird“.


Die Graffitis wurden als gestalterische Elemente in Anlehnung an das Streetart-Museum in München aufgetragen. Mehrere ausgewählte Wand- und Deckenflächen sind nun mit den Tags gestaltet worden, die von Leuchtschienen an der Decke eingegrenzt werden. Ob noch weitere Flächen mit dem jetzigen Muster besprüht werden, ist noch offen. „Es besteht die Gefahr, dass freie Flächen andersartig besprüht werden, was oftmals mit Kunst rein gar nichts zu tun hat“, betont Vickers.

Mehr Dynamik

Simon Cavelius trägt eine Atemschutzmaske und sprüht seine Tags über Stunden an die dunkelgrundierten Wandflächen, sprayt kopfüber die Decken und muss immer wieder eine kleine Pause einlegen. „Man sprüht hier nicht nur ein bisschen rum. Es ist schon eine anstrengende Arbeit, aber sie macht Spaß“, sagt er. Architekt Vickers sieht, „dass sich durch die besprühten Wände und Decken mehr Dynamik entfaltet, wenn man die Unterführung durchquert.“ Alle Beteiligten hätten sich für dieses Erscheinungsbild ausgesprochen.

Mehr Licht

Tieben spricht von einer „konstruktiven Bearbeitung“ und darüber, „wie wir das Ganze für die Fußgänger und Radfahrer attraktiver gestaltet werden können“. Um die Unterführung sicher passieren zu können, werden Mastenleuchten den Tunnel in den Eingangsbereichen erhellen, die bis in die Unterführungsmitte strahlen. Unter der Fahrbahndecke befinden sich LED-Lampen, die hell strahlen, aber auch farblich-wellenförmig illuminieren können. Es sei ein mutiger Schritt gewesen „und wir hoffen, dass wir dieses schöne Erscheinungsbild behalten und es nicht wie in der Vergangenheit zu Zerstörungen kommt“, betont der Fachbereichsleiter. Dass diese Baumaßnahme sicherlich kontrovers diskutiert werde, sei ihm klar.


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