Soufflé aus Chemie und Kochkunst 70 Senioren lernen Molekulare Küche auf Lingener Campus kennen

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Beim Seniorencampus stellten Prof. Simone Jordan (rechts) und die Hochschulmitarbeiterin Marion Brauner die molekulare Küche vor. Foto: Wilfried RoggendorfBeim Seniorencampus stellten Prof. Simone Jordan (rechts) und die Hochschulmitarbeiterin Marion Brauner die molekulare Küche vor. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Unter dem Titel „Hexen Küche – Wissenschaftliche Prinzipien der Molekularen Küche“ hat Prof. Carmen-Simona Jordan am 5. September 2018 die Veranstaltung des Seniorencampus der Hochschule Osnabrück in Lingen geleitet.

Chemie-Professorin Jordan brachte den Senioren dann bei Live-Experimenten und Verköstigung die chemischen Prozesse der Molekularen Gastronomie näher und gab Tipps für den eigenen ausgefallenen Kochabend. Sie begann mit der Vorstellung von Nicholas Curtis, dem „Erfinder“ der molekularen Küche, der Professor für Physik in Oxford und leidenschaftlicher Hobbykoch war.

Eine Küche zum Anfassen

Die Molekulare Gastronomie, erklärte Jordan, konzentriere sich vor allem auf das Erleben möglichst vieler Sinneseindrücke. Die Sinnesorgane würden durch kleine Portionen, Konsistenz- und Texturänderungen und sowie das Essen mit den Fingern angesprochen. Molekulare Küche sei „eine Küche zum Anfassen“.

„Fake-Kaviar“ aus Karottensaft

Nach ihrer Einführung startete die Professorin mit dem ersten Experiment. Mithilfe einer Kamera wurde das Bild Jordans und ihrer Assistentin Marion Brauner, die einen „Fake-Kaviar“ aus verschiedenen Obst- und Gemüsesäften kochten, vergrößert auf eine Leinwand übertragen. Zunächst mischten die beiden Karottensaft mit Alginat, einem Extrakt aus Algen. „Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viel Alginat benutzt, sonst schmeckt es später wie nach dem Abdruck beim Zahnarzt.“, scherzte die Professorin. Brauner zog die Flüssigkeit mit einer Pipette auf und spritze sie in eine Lösung aus Wasser und Calciumlactat. Sofort bildeten sich die Kaviar-typischen Perlen. „Diese entstehen, indem sich die Calciumionen mit den Alginatmoleküle vernetzen und eine sogenannte Sphäre bilden“, erklärte Jordan. Noch viel spannender als die Hintergründe war für die Senioren allerdings die Verköstigung des „Fake-Kaviars“. Unter Tuscheln und Lachen probierten sie den ungewöhnlichen Leckerbissen.


Auch Ursula Ramelow, stellvertretende Vorsitzende der Lingener Seniorenvertretung, schmeckte der "Fake-Kaviar" aus der Molekularen Küche. Foto: Wilfried Roggendorf


Der harte Kern

Im Anschluss daran zauberte Jordan mit Assistentin Brauner, die ebenfalls am Campus Lingen arbeitet, weitere Kreationen. Da Jordan die veranschlagte Zeit des Vortrags großzügig überschritt, verließen einige der Senioren vorzeitig den Raum. Ein kleiner Teil blieb trotzdem und probierte die molekularen Köstlichkeiten.

Veranstaltung regt zum Nachmachen an

Helga Kruppik, eine Teilnehmerin des Seniorencampus, bewertete die Veranstaltung positiv: „Für mich war das heute sehr interessant und lehrreich. Ich denke, ich werde den Nachtisch, das Schokoladenmousse, nächstes Weihnachten ausprobieren.“ Ihre Begleiterin Doris Christel ergänzte: „Erst einmal klingt Molekulare Gastronomie sehr abstrakt. Aber eigentlich ist es nicht so kompliziert wie es klingt, weil man die Vorgehensweise, zum Beispiel vom Sahne schlagen, wiedererkennt.“


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