Nur Gastauftritt bei Landesmeisterschaft in Lingen Poetry-Slammer Wintels: "Genießen und locker bleiben"

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Florian Wintels ist Peotry Slammer aus Bad Bentheim. Beim Finale der diesjährigen Slam Landesmeisterschaft für Niedersachsen und Bremen tritt er als Feature im Finale auf. Foto: szenestreifen.deFlorian Wintels ist Peotry Slammer aus Bad Bentheim. Beim Finale der diesjährigen Slam Landesmeisterschaft für Niedersachsen und Bremen tritt er als Feature im Finale auf. Foto: szenestreifen.de

Lingen. Florian Wintels aus Bad Bentheim ist einer der leuchtenden Sterne am Himmel des Poetry Slams. Der 25-Jährige aus Bad Bentheim holte sich bereits drei Mal den Titel des Landesmeisters für Niedersachsen und Bremen. Auf eine Teilnahme an der diesjährigen Meisterschaft am 26. und 27 Oktober in Lingen verzichtet er allerdings und tritt dort lediglich als "Feature" im Finale auf. Warum, erzählt er unter anderem im Interview mit unserer Redaktion.

Beim Radioactive Slam im Alten Schlachthof in Lingen sind Sie freiwillig vom Siegertreppchen zurückgetreten. Damit haben Sie auf eine Teilnahme an der Landesmeisterschaft verzichtet. Warum?

Das stand schon vorher fest. Ich habe 2012 zum ersten Mal bei der Landesmeisterschaft mitgemacht, hab sie dann 2013 zum ersten Mal gewonnen – und auch in den vergangenen beiden Jahren. Ich habe dann gemerkt, dass so ein bisschen das Feuer raus ist und ich nicht mehr den riesigen Ehrgeiz hatte, um es unbedingt nochmal gewinnen zu wollen. Was passieren könnte wäre, dass ich noch ein viertes Mal gewinne, aber es bringt mir einfach auch nicht mehr so viel. Dann kann ich dem Platz lieber jemandem geben, der darauf Bock hat. Das fand ich angebracht.

Auf der Bühne reden Sie sich gerne in Ekstase und legen viel Wert auf ein gutes Timing, um am Ende brachial die Pointe rauszuhauen. Wie beschreiben Sie selbst ihren Stil als Slammer? 

Ich würde tatsächlich eigentlich viel lieber ruhige Texte schreiben. Aber irgendwie funktioniert das nie. Es gibt ja meist den Stil des Storytellers, der seine Geschichten vom Blatt abliest, was ich gerne machen würde, aber überhaupt nicht kann. Ich habe immer versucht, diese Geschichten in Reime zu fassen. Dann ist mir aufgefallen, dass ich immer viel zu viel erzählen wollte, für das Zeitlimit, das ich zur Verfügung habe. Also habe ich immer schneller geredet. Und so fing es an, dass ich meinen Stil gefunden habe. Mittlerweile kann ich aber ein bisschen einschätzen, wie viel Text ich brauche, um die Zeit zu füllen. Ich versuche, in den fünf Minuten einfach viel zu erzählen, ohne das es am Ende überladen wirkt. Das lässt sich natürlich mit ein bisschen Ekstase und Rage, in die ich mich dann rede, besser auf das Publikum übertragen. Es macht mir auch mehr Spaß, wenn es etwas lauter und bunter wird.

Ihre Mimik während der Vorträge gleicht einer „Gesichtskirmes“. Können Sie sich ihre Auftritt im Nachhinein gut selbst ansehen?

Wenn ich Fernsehauftritte hatte oder ein Bericht über mich gedreht wurde, gucke ich mir das super ungerne an. Aber das bin ich halt. Ich will mich auch nicht großartig verstellen, weil ich mir vielleicht selbst nicht gefalle. Bisher hat es so immer funktioniert – beim Publikum und bei mir auch. So lang die Leute damit zufrieden sind und es den meisten nicht unangenehm ist, kann es ja erst mal so weiter gehen. Aber es ist schon immer befremdlich, wenn man sich dann selbst sehen muss.

Was raten Sie, als „alter Hase“, den Teilnehmern für die Meisterschaft am 26. und 27. Oktober in Lingen?

Was ich auf jeden Fall raten kann, und auch auf all meinen Landesmeisterschaften und deutschprachigen Meisterschaften mitgenommen habe: Man muss einfach versuchen, den Auftritt zu genießen und locker zu werden. Denn wenn das Publikum merkt, dass man unter Spannung steht, dann kommt man in eine Negativspirale, in der das Publikum auch nicht aus sich herauskommen möchte. Dann ist man selber verkrampft. Man muss einfach versuchen, es zu genießen. Es ist ein Auftritt, wie jeder andere auch – so muss man es einfach sehen. Wenn man das Ganze zu hoch kategorisiert und es dann nicht klappt, ist es doppelt enttäuschend. Wenn man aber wenigstens Spaß an seinem Auftritt hatte, kann man sich auch hinterher noch mit den anderen freuen und feiern.


Wintels auch bei Hate Slam in Osnabrück dabei

Florian Wintels stand bereits beim  1. Emsland Hate Slam im November 2016 mit den Redakteuren auf der Bühne. Auch beim 3. Osnabrücker Hate Slam am 14. November in der Lagerhalle ist er wieder als Gast dabei. Tickets für die Veranstaltung sind online für 7 Euro, ermäßigt für 6 Euro erhältlich.

Landesmeisterschaft 2018 Ende Oktober

Die Halbfinals der Landesmeisterschaft für Niedersachsen und Bremen werden in Lingen am 26. Oktober um 20 und um 22 Uhr im Alten Schlachthof sowie um 20 Uhr im Professorenhaus ausgetragen. Das Finale beginnt am 27. Oktober um 20 Uhr im Theater an der Wilhelmshöhe. Der Vorverkauf (Halbfinale 8 Euro/Finale 13 Euro) hat begonnen. Tickets gibt es für acht Euro (Halbfinale) bzw. 13 Euro (Finle) auf lingen.de oder beim LWT (Neue Straße 3, Tel. 05 91/91 44-144).

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