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Motto: #wirsindmehr Gegen rechte Gewalt: Demo auf Rathausplatz in Lingen geplant

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Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz, wird in Lingen eine Demonstration gegen Rassismus und rechte Hetze unter dem Motto „#wirsindmehr“ geplant.  Foto: dpaNach den rechten Aufmärschen in Chemnitz, wird in Lingen eine Demonstration gegen Rassismus und rechte Hetze unter dem Motto „#wirsindmehr“ geplant. Foto: dpa

Lingen. Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz, wird in Lingen eine Demonstration gegen Rassismus und rechte Hetze unter dem Motto „#wirsindmehr“ geplant. Eine Arbeitsgruppe für die Organisation hat sich bereits gebildet.

"Wir schließen uns mit unserer Kundgebung der bundesweiten Wir-sind-mehr-Bewegung an, um nicht denen die Stimmung und Meinungshoheit zu überlassen, die sich so lautstark, ausgrenzend, demokratiefeindlich und menschenverachtend äußern", sagt Kornelia Spielmanns. Gemeinsam mit Carsten Primke und Ralf Czogalla steckt sie hinter der Demo gegen rechte Gewalt.

Demonstrieren und Kerzen anzünden

Stattfinden soll die Demonstration wenige Tage nach dem Altstadtfest, am Mittwoch, 19. September 2018, informierte Spielmanns nun bei einer ersten Informationsveranstaltung in der Gaststätte Litfass. Rund 40 Interessierte waren gekommen. Gemeinsam wurden Programmpunkte für den Abend besprochen. Vorgesehen ist um 20.15 Uhr eine kleine Ansprache von Oberbürgermeister Dieter Krone. Dem soll eine stille Demonstration folgen, zudem werden Kerzen angezündet. Die Aktion soll bewusst kurz gehalten werden. Für 20.45 Uhr ist das Ende vorgesehen.

Tausende bei Konzert in Chemnitz

Den Schluss der Veranstaltung bildet ein gemeinsames Lied. Ein Konzert – wie in Chemnitz – wird es nicht geben. Bei dem Konzert unter dem Motto "#wirsindmehr" spielten am Montagabend in Chemnitz Bands wie die Toten Hosen, Kraftklub und die Rapper Marteria und Casper. Die Stadt Chemnitz bezifferte die Zahl der Besucher auf 65.000. Nach Polizeiangaben blieb es friedlich, geplante Gegenveranstaltungen des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses Thügida und der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz waren von der Stadt untersagt worden. (Weiterlesen: „Wir sind mehr“ - Musiker gegen Rechts)


Carsten Primke, Kornelia Spielmanns und Ralf Czogalla (von links) sind die Köpfe hinter der Lingener Demo gegen Rassismus und rechte Hetze unter dem Motto „#wirsindmehr“. Foto: Julia Mausch


Gewaltsamer Tod eines Mannes

Die Veranstaltung war eine Reaktion auf den gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen Deutschen vor gut einer Woche sowie die folgende Vereinnahmung der Bluttat durch rechtspopulistische Kräfte wie "Pro Chemnitz" oder AfD und Pegida. (Weiterlesen: Chemnitz-Mord: Haftbefehl gegen dritten Tatverdächtigen erlassen)

Grünen-Politiker fordert gesellschaftlichen Dialog

Dass Opfer von Straftaten durch Extrimisten von rechts und politisch instrumentalisiert werden, kritisiert Ibrahim Hassan (Grüne), Ratsmitglied der Stadt Lingen, in einem persönlichen Aufruf zum gesellschaftlichen Dialog. "Alle Demokraten und Liberalen von Links, Mitte und Rechts sind aufgefordert, gegen extremistische Umtriebe und Missbrauch von Opfern von Straftaten die für ihre politisch extremistischen Zwecke genutzt werden, entgegenzutreten", sagt er.  Dies könne durch den Dialog untereinander geschehen, der für den Erhalt und Fortbestand der freiheitlichen demokratischen Ordnung und humanistischer offener Gesellschaft im Sinne des friedliches Zusammenlebens aller Menschen mit ihren verschiedenen Ethnien, Kulturen, politischen und sozialen Gesinnungen wichtig sei.

Nicht die erste Demo in Lingen

Eine Demonstration gegen Rechts gab es in Lingen bereits vor drei Jahren. Unter dem Motto "Lingen ist bunt" demonstrierten damals mehr als 2000 Menschen auf dem Marktplatz gegen Pegida und Co. Ein Jahr später kamen 500 Bürger auf den Marktplatz, um mit einem gellenden Konzert aus Trillerpfeifen und Nazis-raus-Rufen ihren Unmut über einen Auftritt von Alexander Gauland, Bundessprecher der AfD, kundzutun. (Weiterlesen: AfD geht in Lingen im Pfeifkonzert unter)


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