Raum nach Feierabend gründlich renoviert Jugendliche wirbeln im "Backdoor" in Holthausen-Biene

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Gaby Krummen (unten rechts) wurde von den Jugendlichen überzeugt und hat wiederum ihre Kollegen überzeugt, dass es sich lohnt, das "Backdoor" zu renovieren. Foto: Christiane AdamGaby Krummen (unten rechts) wurde von den Jugendlichen überzeugt und hat wiederum ihre Kollegen überzeugt, dass es sich lohnt, das "Backdoor" zu renovieren. Foto: Christiane Adam

Lingen. Jugendliche aus Holthausen-Biene haben ihren Clubraum "Backdoor" im Dorfgemeinschaftshaus renoviert. Dazu hat das Team, das sich aus einer Firmgruppe gebildet hat, Mitarbeiter der RWE als Paten gewonnen und somit neben tatkräftiger Hilfe Zuschüsse aus dem Companius-Projekt sowie dem Landkreis Emsland und der Stadt Lingen erhalten.

Gaby Krummen ist Ausbilderin bei der RWE. Mit farbbekleckstem T-Shirt steht sie im Backdoor und koordiniert die Renovierungsaktion. „Ich bin vom Backdoor-Team angesprochen worden, ob die RWE finanzielle Zuschüsse für die Ausbesserungsarbeiten geben könnte. Da habe ich direkt an das Projekt Companius gedacht“, erzählt die Bienerin. RWE Companius ist eine Initiative des Energieversorgungskonzerns mit Hauptsitz in Essen. Jeder, der ein gemeinnütziges Projekt hat, kann sich mit dem Wunsch nach finanzieller und tatkräftiger Unterstützung an diese wenden. Voraussetzung zur Bewilligung ist die Patenschaft durch einen oder mehrere Mitarbeiter von der RWE. 

Krummen, die selber Mitglied im Pfarrgemeinderat ist, war von der Sinnhaftigkeit der Initiative der Jugendlichen überzeugt und überzeugte ihrerseits weitere Kollegen: Hermann Höke, Bernd Gerling, Jürgen Sunder, Michael Krone und Michael Surmann leben alle selber in Holthausen-Biene. Die RWE-Mitarbeiter kennen das "Backdoor" als Treffpunkt für Jugendliche und können sich als Ortsansässige mit dieser Aktion identifizieren. „Damit hatten wir ein Team zusammen und konnten die Höchstsumme von 1000 Euro aus dem Companius-Topf abschöpfen“, erläutert Krummen. 

Ehemalige Firmgruppe blieb zusammen

„Nach unserer Firmung sind wir als Gruppe zusammengeblieben und kümmern uns seit einiger Zeit um das Backdoor“, erzählt Maria Esders. Die 19-jährige und ihre Mitstreiter richten unter anderem Partys für Jugendliche ab 14 aus, aber auch eine Ü30-Party vor einiger Zeit habe Gäste im dreistelligen Bereich angezogen. „Wir als relativ neues Team wollten gern etwas im Erscheinungsbild und an der Ausstattung des Backdoors ändern“, erklärt Esders. 

Zunächst wurde eine detaillierte Liste mit Veränderungswünschen und deren voraussichtlichen Kosten erstellt. Auf dieser standen neue Lampen, frische Farbe, aber auch Lautsprecherboxen. Einige Wünsche konnten auch durch Sachspenden erfüllt werden. In der Facebookgruppe „Lingener helfen Lingenern“ wurden nach einem Spendenaufruf Sofas, ein Gefrierschrank und auch eine Musikanlage verschenkt.

"Backdoor" wurde 2006 eingeweiht

Das "Backdoor" (englisch für Hintertür) ist an der rückwärtigen Seite des Dorfgemeinschaftshauses in Lingen-Biene zu finden. Der Raum gehört der Stadt Lingen; 2006 eingeweiht, befindet er sich in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde. Somit ist auch Christian Farwick als hauptamtlicher Mitarbeiter der Kirchengemeinde St. Marien Biene im Boot und hat bei der Beantragung des Geldes geholfen. Insgesamt 3000 Euro konnten die regen Jugendlichen generieren: Neben den 1000 Euro aus dem RWE-Companius-Topf schießen der Landkreis Emsland und die Stadt Lingen jeweils dieselbe Summe zu.

Voraussetzung für die Gelder aus dem Companius-Projekt war aber nicht nur, die Mitarbeiter von der RWE von dem Vorhaben zu überzeugen. Diese mussten auch bereit sein, tatkräftig mit anzupacken. Und somit haben die sechs, die an den hiesigen Kraftwerken beschäftigt sind, nach Feierabend und am Wochenende alte Klamotten übergezogen und den Pinsel geschwungen, Lampen verkabelt oder Möbel geschleppt. Marvin Tholen ist Azubi bei der Firma Gels. Sein Arbeitgeber hat die Gerüste kostenlos zur Verfügung gestellt, und auch er hat fleißig mitgeholfen, ebenso wie Benedikt Kotte von der Firma Stüwe, der Unterstützung bei elektrischen Arbeiten gab.

„Darum geht es bei Companius: Etwas gemeinsam erreichen“, unterstreicht Krummen. Dabei guckt offenbar auch niemand auf die Uhr. „In drei Tagen schafft man zwar vieles, aber bis wir komplett fertig sind, wird es wohl doch noch ein paar Tage länger dauern“, meint Höke mit dem gleichzeitigen Versprechen, solange am Ball zu bleiben.


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