Ranking des Wirtschaftsmagazins Bilanz Wer sind die reichsten Menschen in Niedersachsen?

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Das Wirtschaftsmagazin Bilanz hat eine Liste der 1000 reichsten Deutschen zusammengestellt. Foto: colourbox.deDas Wirtschaftsmagazin Bilanz hat eine Liste der 1000 reichsten Deutschen zusammengestellt. Foto: colourbox.de

Lingen. Reich, reicher, am reichsten: Das Wirtschaftsmagazin Bilanz hat die 1000 Reichsten in Deutschland ermittelt. Spitzenreiter ist 2018 Dieter Schwarz, Gründer der Lebensmittelketten Lidl und Kaufland. Aber auch einige Personen und Familien aus Niedersachsen sind vertreten.

Regelmäßig machen sich verschiedene Wirtschaftsmedien – sei es das Manager-Magazin, Forbes oder eben Bilanz – die Mühe, die reichsten Deutschen samt Vermögen aufzulisten. Die Top Ten liest sich dabei wie ein Who is Who der Superreichen:

Unter den Top Ten sind die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt, ebenso die Familie Wolfgang Porsche, die Aldi-Familie Albrecht. Aktuellen Berechnungen des Magazines Bilanz zufolge heißt aktuell der reichste Deutsche Dieter Schwarz. Der 78-Jährige ist Gründer der Lebensmittelketten Lidl und Kaufland und besitzt ein geschätztes Vermögen von 39,5 Milliarden Euro. Mit einem Umsatz von 96,9 Milliarden Euro ist die Schwarz-Gruppe zugleich das größte Familienunternehmen des Landes. Danach folgen die Aldi-Familien Karl Albrecht jr. und Heister (25,5 Milliarden Euro) und die Schaeffler-Familie (20,5 Milliarden Euro).

Die Schwarz-Märkte Lidl und Kaufland stehen mit einem Gesamtumsatz von fast 100 Milliarden Euro in den Registern. Symbolfoto: dpa

Weg von der gesamten Bundesrepublik, hin nach Niedersachsen. Mit einem Vermögen von 6,8 Milliarden Euro bleibt Aloys Wobben der reichste Mensch im Bundesland. Der im emsländischen Rastdorf geborene Wobben taucht auf Platz 23 des Rankings auf. Wobben trieb die Windenergiebranche voran. 1984 gründete er in Aurich den Windenergieanlagenhersteller Enercon. Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich 2012 aus dem operativen Geschäft zurück. Noch heute ist die GmbH der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen, steht derzeit aber wegen Stellenabbau in der Kritik. Anfang August kündigte das Unternehmen Entlassungen im großen Stil für mehrere Werke an. Davon betroffen seien Werke in Aurich ebenso wie die Rotor-Blattfabrik im Emsland sowie weitere Standorte. (Weiterlesen: Enercon streicht 235 Stellen in Haren)

61 "Reiche" in Niedersachsen

Nicht weniger erfolgreich sind die Erben des Technologiekonzerns Sartoirus aus Göttingen. Ihr Vermögen beläuft sich laut Bilanz aktuell auf 4,5 Milliarden Euro. Platz 30 deutschlandweit, in Niedersachsen Platz 2. Den dritten Platz im Niedersachsen-Ranking sichert sich die Familie Roßmann aus Burgwedel. Mit der Drogeriemarkt-Kette Rossmann hat die Familie ein Vermögen von 2,85 Milliarden Euro – deutschlandweit Platz 49. 

Wobben trieb die Windenergiebranche voran. 1984 gründete er in Aurich den Windenergieanlagenhersteller Enercon. Symbolfoto: dpa

Insgesamt 61 der 1000 reichsten Familien oder Einzelpersonen leben in Niedersachsen. Die meisten leben laut dem Wirtschaftsmagazin im benachbarten Nordrhein-Westfalen (236). Nicht verwunderlich, schließlich ist zwar Bayern flächenmäßig das größte Bundesland, geht es aber nach Einwohnern, ist NRW mit knapp 18 Millionen Bürgern ganz vorne.

Krone überholt Meyer

Unter den 61 reichen Niedersachsen finden sich Emsländer wieder. Die erfolgreichste Familie, die nicht nur hier ihre Wurzeln hat, sondern auch heute noch im Emsland lebt, ist die Familie Krone aus Spelle. Mit dem gleichnamigen Landtechnik-Hersteller hat Krone laut Bilanz aktuell ein Vermögen von 1,5 Milliarden Euro. Platz 69. In einer anderen Erhebung des Manager-Magazins im Jahr 2016 belief sich das Vermögen der Speller damals noch auf 0,6 Milliarden Euro. (Weiterlesen: Welche Emsländer sind unter den Top 500?) 

Nur 14 Plätze hinter Krone taucht in der Bilanz-Liste die Familie Meyer aus Papenburg auf. Die Schiffsbauer-Familie, der neben der Meyer-Werft auch seit 1997 auch die Neptun-Werft in Rostock gehört, besitzt nach den Berechnungen der Redakteure aktuell ein Vermögen von 0,8 Milliarden Euro. Keine Veränderung zu dem Ranking des Manager-Magazins von vor zwei Jahren.

228 Milliardäre in Deutschland: Vom Einzelhändler bis zum Schiffsbauer (in Euro) Quelle: Bilanz Foto: colourbox.de Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Eine Familie, die im Manager-Magazin 2016 gar nicht auftauchte, ist die Familie Rothkötter aus Meppen.  Das Vermögen von Franz-Josef Rothkötter, der hinter dem Unternehmen aus der Geflügelbranche, steckt, beläuft sich laut Bilanz aktuell auf insgesamt 0,3 Milliarden Euro. Er landet in dem Ranking auf Platz 93. Innerhalb weniger Jahre ist Rothkötter vom familiengeführten Tierfutterlieferanten zum Global Player in der Geflügelbranche aufgestiegen.

In der Stadt Osnabrück

Für die Stadt Osnabrück führt die Familie Müller die Liste an. Eine halbe Milliarde Euro wird einem der Gründer des Osnabrücker Autoteile-Großhändler Wessels+Müller (WM SE) zugeschrieben (Platz 89). Danach teilen sich die Familien Piepenbrock (0,4 Milliarden, Gebäudereinigung), Coppenrath (0,4 Milliarden) und Hellmann (0,40 Milliarden, Speditionsbetrieb) Platz 91. Ihnen folgen auf Platz 94. Familie Kaske (0,25 Milliarden) und Familie Wiese (0,25 Milliarden), Platz 95 hat Familie Hamm (0,20 Milliarden) inne. 

0,6 Milliarden Euro mit Tiefkühlmenüs

Nicht unweit entfernt sitzt das Unternehmen Apetito in Rheine. 1958 hat Karl Düsterberg den Hersteller von Tiefkühlmenüs, bei dem einige Emsländer angestellt sind, gegründet. Laut Bilanz hat die Familie Düsterberg aktuell ein Vermögen von 0,6 Milliarden Euro, wird in dem Ranking auf Platz 87 geführt. Ein weiteres Unternehmen, dessen Hauptsitz zwar nicht im Emsland ist, jedoch in der Region vertreten ist, ist die Bünting Gruppe aus Leer. Das Vermögen der Familie Klopp, der die Bünting-Gruppe gehört, soll sich aktuell auf 0,8 Milliarden Euro belaufen. Platz 83 im Ranking. Bekannt ist Bünting vor allem durch seinen Ostfriesentee. Zu ihren Vertriebsgesellschaften gehören aber auch beispielsweise Markant, Combi, Famila oder Minipreis.


Das Ranking

Grundlage der Erhebung

Bei den Vermögensangaben in der Rangliste handelt es sich nach Angaben des Magazins Bilanz um Schätzungen. Grundlage der Erhebung seien Recherchen in Registern, in Archiv- und Dokumentensammlungen, bei Vermögensverwaltern, Finanzexperten und Ökonomen. Außerdem seien Anwälte und Vertreter der Rangliste selbst konsultiert worden. Bewertet wurden Aktienkapital, Unternehmen (nach Umsatz, Profitabilität, Marktstellung), Kapitalanlagen, Immobilien, aber auch Kunstsammlungen und Familienstiftungen.

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