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30.08.2018, 12:30 Uhr KOMMENTAR

Zum Besuch des KZ Bergen-Belsen: Erinnerungsfähig bleiben

Kommentar von Thomas Pertz

Im Dokumentationszentrum von Bergen-Belsen erläuterte Leiter Jens-Christian Wagner die Ausstellung. Foto: Thomas PertzIm Dokumentationszentrum von Bergen-Belsen erläuterte Leiter Jens-Christian Wagner die Ausstellung. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Kreistag und Kreisverwaltung bei der Kranzniederlegung im KZ in Bergen-Belsen: ein geschlossenes Bild und ein starkes zugleich.

Es macht das gemeinsame und in der Gedenkstätte in Esterwegen umgesetzte Anliegen deutlich, sich durch Erinnern gegen jegliche Form von Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenhass zu wehren. Wie wichtig und aktuell diese Aufgabe ist, wurde den Kreispolitikern und der Verwaltungsspitze aus dem Emsland während ihrer Tour durch die Nachrichten aus Chemnitz deutlich.

Umso nachdenklicher muss da stimmen, wenn am Rande des Besuches des Konzentrationslagers in Bergen-Belsen von erheblichen Finanzierungsproblemen bei der Gedenkarbeit zu hören war. Bildungsarbeit gerade hier ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen keinen Ewiggestrigen hinterher- marschieren. Dass nicht wieder Bürger ausgegrenzt werden, weil sie anders aussehen oder einen anderen Glauben vertreten.

Das Land Niedersachsen ist deshalb gefordert, die Gedenkstätten in Niedersachsen entsprechend so zu fördern, dass sie arbeits- und erinnerungsfähig bleiben. Das Geld dafür ist da. Nur der politische Wille fehlt offenbar noch. Unverständlich.


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