Dozenten und Studenten begeistern Percussions-Gewitter auf Gut Hange

Von Daniel Lösker

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dloe Freren. Dozenten der Universität Osnabrück und ihre Studenten begeistern beim Sommerkonzert das Publikum mit rhythmischem Spektakel und klangschönen Interpretationen.Tosender Applaus, Pfiffe, Rufe, Johlen! beim Sommerkonzert auf Gut Hange. Was dem Studenten Adrian Golbeck nach seinem famosen Schlagwerksolo mit „nur“ der kleinen Trommel an Begeisterung entgegen schwappt, ist enorm. Der junge Mann allerdings nimmt es mit jener Gelassenheit, die den Schlagwerkern der neuen Generation eigen zu sein scheint. Ganz nach dem großen Vorbild Martin Grubinger – man nimmt an, dass dieser es ist – flirtet Golbeck während des circa. siebenminütigen „Asventuras“ von Alexei Gerassimez mit dem Publikum. Er scheint in sich zu ruhen und bläst doch ein wahres Percussions-Gewitter in den gut gefüllten Raum.

Die sehr junge Studentin Charlotte Wolf zeigt bei ihrem Auftritt enormen Mut und wagt sich gleich zu Beginn des Konzertes an das Heiligtum schlechthin, die „Sonaten und Partiten für Violine solo“ von Johann Sebastian Bach. Das „Presto“ aus der „1. Sonate in g-Moll“ hat sie ausgewählt und zeigt dabei gute Ansätze. Stärker präsentiert sie sich, und das verwundert nicht, mit der „Meditation“ aus Jules Massenets Oper „Thaïs“. Klangschön und ausdrucksvoll interpretiert sie das Stück, welches, im Gegensatz zur Oper, einen festen Stammplatz in den Konzertsälen erobert hat. Jan Lehmann, ebenfalls Geiger, kämpft, wie so viele vor ihm, mit den Ecken und Kanten der „Sonate Nr. 2 g-Moll“ von Robert Schumann. Auszeichnen kann er sich mit einer wohlklingenden Auslegung des „Adagio“ aus dem „Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Dauereinsatz

Bei beiden Werken ist Valentin Huemerlehner am Klavier sein Partner. Jener ist im Dauereinsatz, spielt auch mit den anderen Instrumentalisten, und zeigt große musikalische Reife sowie virtuose Brillanz, die er aber erfreulicherweise nie in den Vordergrund schiebt. Es ist ein wahres Vergnügen, diesem jungen Mann bei seiner „Arbeit“ zuzusehen und zu hören. Die Fähigkeit auf den jeweiligen Partner und seine Art der musikalischen Umsetzung einzugehen, dem eigenen Part dennoch die nötige Gewichtigkeit zu geben, zeugt von tiefer Musikalität.

Ungewöhnliche Besetzung

Die Dozenten der jungen Interpreten glänzen bei ihren Auftritten in so ungewöhnlichen Besetzungen wie Marimbaphon mit Violoncello oder, in einer herrlich intensiv und feurig interpretierten Version der „Balkan-Impressionen“ von Gerhard Stengert, durch eine Geige ergänzt. Christiane Kumetat, (Violine) Karsten Nagel (Violoncello) und Hermann Helming (Marimbaphon) haben ganz offensichtlich Freude am gemeinsamen Musizieren, begeistern die dankbaren Zuhörer mit rhythmischer Prägnanz.

Von Klassisch, Romantisch, Leicht, Fetzig, Alt und Neu, Gewohnt bis Ungewohnt ist alles dabei. So bewarben die sieben Protagonisten das Konzert im Vorfeld. Wäre es auch wünschenswert, dass bei etwaigen Wiederholungen das eine oder andere Werk in seiner Vollständigkeit interpretiert wird, so ist der abschließende Applaus der Beweis für eine gelungenes Sommerkonzert auf Gut Hange.


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