Pilotprojekt BP Lingen setzt weltweit erstmals „grünen Wasserstoff“ ein

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

BP-Mitarbeiter empfangen erstmalig den grünen Wasserstoff in der Lingener Raffinerie. Foto: BP LingenBP-Mitarbeiter empfangen erstmalig den grünen Wasserstoff in der Lingener Raffinerie. Foto: BP Lingen

Lingen. Erstmals nutzt BP in einer Raffinerie „grünen Wasserstoff“ zur Produktion von Kraftstoff. In einem Demonstrationsprojekt in Lingen soll gezeigt werden, dass der Einsatz erneuerbarer Komponenten in einer Erdölraffinerie möglich ist. Geliefert wird der Wasserstoff von Audi Industriegas in Werlte.

Das hat BP Lingen jetzt mitgeteilt. Produziert wird der Wasserstoff mit Hilfe der Power-to-Gas-Technologie unter ausschließlicher Nutzung von erneuerbaren Energien.

130.000 Kubikmeter 

Raffinerien gehören laut BP zu den größten industriellen Wasserstoff-Nutzern Deutschlands. Üblicherweise wird Wasserstoff aus fossilen Quellen wie Erdgas oder LPG selbst erzeugt und in den Raffinerieprozess integriert. Insgesamt 130.000 Kubikmeter Wasserstoff wird BP Lingen in den kommenden Wochen von Audi beziehen. Diese Menge liegt laut BP-Sprecher Jochen Storm in einem einstelligen Prozentbereich des gesamten Wasserstoffes, der monatlich in der Raffinerie  verarbeitet wird. "Da ist noch Potenzial nach oben", sagt Storm auf Anfrage der Redaktion. Aktuell gehe es darum zu zeigen, was technisch möglich ist. 

"CO2-ärmere Umwelt"

„Wir freuen uns, dass unser  erneuerbarer Wasserstoff aus Werlte bei BP Lingen zum Einsatz kommt“, wird Hermann Pengg, Geschäftsführer der Audi Industriegas, in der Pressemitteilung zitiert. Raffinerieleiter Bernhard Niemeyer-Pilgrim wird zitiert mit den Worten: „Wir sind damit weltweit die erste  Raffinerie, die grünen Wasserstoff zur Herstellung von Kraftstoffen auch tatsächlich einsetzt und so eine Möglichkeit für eine CO2-ärmere Energiewelt aufzeigt.“ 

"Politische Rahmenbedingungen müssen stimmen"

Wichtig sei jedoch, dass die politischen Rahmenbedingungen stimmen. „Um den Einsatz von grünem Wasserstoff auch langfristig wirtschaftlich darstellen zu können, muss die Politik die Weichen richtig stellen“, wird Wolfgang Langhoff, Vorstandsvorsitzender von BP Europa zitiert. Zwar hätten die EU-Gremien jüngst eine politische Einigung zur entsprechenden EU Richtlinie (RED II) erzielt, diese Richtlinie geltendes nun aber schnellstmöglich in deutsches Recht umzusetzen. Das könnte dann die Grundlage für eine eigene Power-to-Gas-Anlage in Lingen sein.

"Energiewende aktiv mitgestalten"

Bereits im Oktober 2016 hatten BP und der Energiekonzern Uniper einen Kooperationsvertrag zur Prüfung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit einer Power-to-Gas-Anlage am Standort unterzeichnet. „Für ein wirtschaftliches Betreiben einer solchen Anlage ist es unter anderem notwendig, dass der grüne Wasserstoff auf die Treibhausgasminderungsquote im Kraftstoffsektor, die ehemalige Biokraftstoff-Quote, angerechnet wird“, wird Langhoff zitiert: „Wir hoffen, dass dies möglichst bald geschieht. Denn unser Testlauf zeigt, dass Raffinerien grundsätzlich in der Lage sind, die Energiewende im Verkehrssektor aktiv mitzugestalten.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN