Nach TuS-Insolvenz Kunstrasenplatz kostet Stadt Lingen eine Entschädigung

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Für den 2015 vom TuS Lingen angelegten Kunstrasenplatz im Emslandstadion soll die Stadt nun nach der Insolvenz des Vereins eine Entschädigung in die Insolvenzmasse zahlen. Foto: Richard HeskampFür den 2015 vom TuS Lingen angelegten Kunstrasenplatz im Emslandstadion soll die Stadt nun nach der Insolvenz des Vereins eine Entschädigung in die Insolvenzmasse zahlen. Foto: Richard Heskamp

Lingen. Der Kunstrasenplatz im Lingener Emslandstadion ist nach der Insolvenz des TuS Lingen in das Eigentum der Stadt übergegangen. Jetzt soll die Stadt für den erhaltenen Mehrwert eine Entschädigung zahlen, welche in die Insolvenzmasse fließt. 38 Gläubiger haben Forderungen von insgesamt 535.000 Euro beim Insolvenzverwalter angemeldet.

"Der TuS Lingen als Bauherr hat den Kunstrasenplatz 2015 auf einem städtischen Grundstück angelegt. Damit ist die Stadt Lingen Eigentümerin geworden", erklärte Insolvenzverwalter Florian Dälken auf Nachfrage unserer Redaktion. Mit der Insolvenz des Vereins 2017 sei dann gegenüber der Stadt ein Anspruch auf Entschädigung entstanden, den er auf Beschluss der Mehrheit der Gläubiger geltend gemacht habe, sagte der Rechtsanwalt weiter.

Gläubigerversammlung berät über Vergleichssumme

"Da die Stadt Lingen und ich uns über die Höhe der Entschädigung nicht einigen konnten, habe ich ein Gerichtsverfahren eingeleitet", erläuterte Dälken. Strittig sei die Frage, welchen Mehrwert die Stadt davon habe, den Kunstrasenplatz jetzt nutzen zu können. Gefordert hatte Dälken laut einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts Lingen zum Insolvenzverfahren 280.000 Euro. Nun soll am 31. August eine Gläubigerversammlung darüber beschließen, ob sie mit einer Vergleichssumme von 15.000 Euro zufrieden ist. "Die Stadt hat einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Falls die Gläubiger diesem zustimmen, müsste er von den städtischen Gremien noch genehmigt werden", sagte Dälken. Er freue sich über den Kompromissvorschlag der Stadt Lingen. "Ein Gerichtsverfahren hat einen ungewissen Ausgang, dauert lange und verursacht Kosten", begründete der Insolvenzverwalter, warum er der Gläubigerversammlung empfehlen wolle, auf den Kompromiss einzugehen.

Ehemaliger Sponsor fordert 146.000 Euro

Von den 535.000 Euro Forderungen, die von den Gläubigern angemeldet worden seien, wären bislang 295.000 Euro als berechtigt festgesetzt worden, sagte der Insolvenzverwalter. "Die restlichen Forderungen befinden sich in der Prüfung oder sind endgültig abgewiesen worden", erklärte Dälken. Hauptgläubiger seien ein ehemaliger Sponsor mit 146.000 Euro, die Bundesagentur für Arbeit (80.000 Euro), der Kreissportbund (KSB) Emsland, der einen Zuschuss zum Bau des Kunstrasenplatzes (80.000 Euro) zurückgefordert habe, und ein Bauunternehmen (20.000 Euro). "Der Anspruch des KSB ist aber noch nicht abschließend geprüft", erklärte Dälken. Daneben zählten unter anderem Banken, die Rentenversicherung sowie ehemalige Fußballspieler zu den Gläubigern.

Aufteilung nach Quote der berechtigten Forderungen

Viel werden die einzelnen Gläubiger aus der Insolvenzmasse des TuS Lingen allerdings nicht erhalten. "Sämtliche wesentlichen Vermögenswerte sind bereits verwertet", erklärte Dälken. Was bliebe, sei im Wesentlichen die Entschädigung für den Kunstrasenplatz. "Diese wird dann nach einer Quote, entsprechend der jeweiligen Höhe der als berechtigt festgestellten Forderungen, aufgeteilt und an die Gläubiger ausgezahlt", sagte Dälken abschließend.  




  


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