Wessmann: Bereicherung für die Stadt "White City" in Lingen: Erste Wohnungen Anfang 2020 fertig?

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Projektentwickler Matthias Wessmann (Mitte) präsentiert am Alten Hafen in Lingen ein Modell der "White City". Links im Bild Ralf Abels vom Architekturbüro AP aus Lingen, rechts Immobilienkauffrau Christina  Zumbeel vom Immobilienbüro Wessmann. Foto: Thomas PertzProjektentwickler Matthias Wessmann (Mitte) präsentiert am Alten Hafen in Lingen ein Modell der "White City". Links im Bild Ralf Abels vom Architekturbüro AP aus Lingen, rechts Immobilienkauffrau Christina Zumbeel vom Immobilienbüro Wessmann. Foto: Thomas Pertz

Lingen. In diesem Herbst soll am Alten Hafen in Lingen das Wohnbauprojekt „White City“ starten. Neun Gebäude mit insgesamt 70 Wohnungen werden errichtet.

"Eine gelungene Verbindung aus urbanem Leben, Wasserblick, Ruhe und Zentralität“ verspricht Projektentwickler Matthias Wessmann. Der geschäftsführende Gesellschafter der Bauträgergesellschaft „conzeptbau“ in Lingen investiert rund 25 Millionen Euro in das Vorhaben. Das rund 6700 Quadratmeter große, im Besitz von Wessmann befindliche Grundstück in Sichtweite des Bögengebietes und in direkter Nähe zum Alten Hafen und Dortmund Ems-Kanal an der Lindenstraße ist Teil eines Areals, das zu den „Filetstücken“ Lingens in städtebaulicher Hinsicht zählt.

 „Wohnen am Wasser“ ist in den städtischen Gremien seit vielen Jahren ein Thema. Erste Häuser stehen bereits. Die drei Gebäudekomplexe mit Eigentumswohnungen des Immobilienunternehmens Kamphorst wurden vor wenigen Jahren errichtet.

In Zukunft sollen weitere Gebäude einer Investorengruppe am Alten Hafen folgen sowie an der Hafenpromenade ein maritimes Ambiente mit mehr Möglichkeiten für den Wassertourismus. Und die „White City“: „Sie wird eine absolute Bereicherung für die Stadt“, betonte Wessmann im Gespräch mit der Redaktion. 

Neun Bauwerke

Was ist konkret geplant? “White City“ besteht aus neun Bauwerken mit jeweils sieben bis acht Wohneinheiten in einer Größe von rund 60 bis 210 Quadratmetern. Es wird eine sogenannte „Ruhe-Seite“ entstehen mit den „Bögenvillen I bis IV“ und die Häuser „Captains Corner I-V“ „mit unverbaubaren Wasserblick“ an der Hafenseite, wie es in der Objektbeschreibung heißt. Alle neun Häuser sind den Plänen des Lingener Architekturbüros AP zufolge über eine gemeinsame Tiefgarage mit über 100 Stellplätzen miteinander verbunden. „Jedes Haus hat einen eigenen Aufzug, alle Balkone haben Süd- bzw. Südwestlage“, erklärte Wessmann.

"Leitgedanke des Komforts"

Der „Leitgedanke des Komforts“ solle in der „White City“ sichtbar werden, so Wessmann. Dazu gehöre eine anspruchsvolle Ausstattung aller Wohnungen und ein fortschrittliches energetisches Konzept inklusive Solaranlagen. „Die Wertigkeit der Lage soll sich ohne Effekthascherei in den Gebäuden widerspiegeln“, beschrieb der Immobilienmakler die Philosophie des Vorhabens. Weitere Stichworte sind architektonische Großzügigkeit und klassizistische Baukunst.

Der Name „White City“ ist Wessmanns eigene Wortschöpfung. „Ich wollte eine weiße Fassade“, sagte der Projektentwickler und zeigte im Büro in der Neuen Straße auf das Ergebnis: Ein extrem harter Betonsteinklinker, mit Marmoranteilen, die für einen glitzernden Effekt sorgen. „Von weitem wirkt der Stein ruhig, aber je näher man kommt, umso mehr Leben ist drin“, erklärte Wessmann.

Schon seit längerer Zeit beschäftigt sich der Lingener Projektentwickler mit dem Thema „Wohnen am Wasser“ am Alten Hafen. Ein Grundstück sicherte er sich dort bereits 2004 von privater Hand, „in der Hoffnung, dass dort etwas entstehen könnte“. 2016 erwarb er von der Stadt Lingen ein weiteres Grundstück und hatte somit eine zusammenhängende Fläche für eine Planung aus einem Guss.

Quadratmeterpreis zwischen 2600 und 3500 Euro

Die hochwertige Umsetzung hat ihren Preis. Der Quadratmeterpreis für die einzelnen Wohnungen liegt je nach Lage zwischen 2600 und 3500 Euro. Die günstigste Wohnung, rund 60 Quadratmeter, liegt bei 189.500 Euro, die teuerste mit bestem Blick aufs Wasser und 211 Quadratmeter groß liegt bei rund 745.000 Euro. Hinzu kommen pro Pkw-Stellplatz noch 19500 Euro.

Wessmann ist gleichwohl überzeugt davon, genügend Kaufinteressierte zu finden und nennt mehrere Gründe: Es gebe Bürger, die sich von ihren großen Einfamilienhäusern trennen wollten und in der Stadt wohnen möchten. Die Lage am Alten Hafen sei dazu ideal, weil sie Innenstadtnähe biete und durch den Dortmund Ems-Kanal einen hohen Erholungs- und Freizeitwert. Die Stadt locke außerdem durch ihre prosperierende Wirtschaft gutverdienende Fachkräfte von außen an. Angesichts der niedrigen Zinsen stellten solche Wohnungen außerdem eine Kapitalanlage dar.

Wie seine Mitarbeiterin, Immobilienkauffrau Christina Zumbeel, ergänzte, ist mit der Vermarktung Anfang Juli begonnen worden. Es lägen bereits zwölf Reservierungen vor. „Dies bedeutet: Es gibt zwölf Kaufentscheidungen“, so Wessmann. Im Zeitraum zwischen dieser und dem Notartermin werde die jeweilige Wohnung reserviert. „Wir gehen davon aus, dass die ersten Wohnungen Ende 2019/Anfang 2020 bezugsfertig sein werden“, betonte der Geschäftsführende Gesellschafter von "conceptbau".


Der Alte Hafen in Lingen

Der Alte Hafen in Lingen ist nach Angaben der Stadt Lingen bereits 1833 nach der Fertigstellung des Ems–Hase–Kanals zwischen Lingen und Meppen entstanden. Vor und während des 2. Weltkrieges wurde der Alte Hafen insbesondere durch ein Silogebäude und das alte Packhaus aus dem Jahr 1829 geprägt, welches 1944 durch einen Fliegerangriff zerstört wurde. Auf vielen historischen Aufnahmen ist das Getreidesilo, das 1939/40 für die Firma Klukkert errichtet worden war, immer wieder als Mittelpunkt des Bildes vom Fotografen ausgewählt worden. Das Silo und ein nach dem Krieg errichtetes flacheres Lagerhaus wurden 1996 Stück für Stück abgebrochen.

Das südlich der Lindenstraße gelegene Bett des Alten Hafens wurde den weiteren Angaben der Stadt auf deren Homepage zufolge während des Krieges und in der Folgezeit verfüllt und verschwand schließlich. Der nördlich der Lindenstraße verbliebene Abschnitt wurde bis in die 1950er Jahre als Hafen genutzt. Nachdem das verbleibende Hafenareal nach dem 2. Weltkrieg noch jahrzehntelang gewerblich genutzt worden war, begann man schließlich in den 90er Jahren mit der Verlagerung der Gewerbebetriebe. 1996 werden die letzten Lagergebäude auf der nordöstlichen Seite abgerissen .

Seitdem laufen auch die Planungen und Diskussionen in der Stadt und den politischen Gremien, das Areal im Sinne einer städtebaulichen Entwicklung unter dem Schlagwort "Wohnen am Wasser" umzuwandeln.

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