Diskussion im Kulturausschuss Kritik aus Lingen an einheitlichen Theaterzuschüssen des Kreises

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Das Neujahrskonzert des Lingener Kammerorchesters würde gut in die Reihe „Wir von hier“ passen. Foto: Sebastian von MelleDas Neujahrskonzert des Lingener Kammerorchesters würde gut in die Reihe „Wir von hier“ passen. Foto: Sebastian von Melle

Lingen. Wenn es Zuschüsse vom Landkreis Emsland gibt, ist das in der Regel ein Grund zu Freude. Aber manchmal auch Anlass für Diskussionen, wie in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses in Bezug auf die Theaterzuschüsse.

Auslöser war die Ankündigung des Landkreises vom 14. Juni 2018, den jährlichen Pauschalzuschuss von 16.000 Euro auf 25.000 Euro für die Theaterförderung zu erhöhen. Darüber hinaus solle es möglich sein, weitere 5000 Euro abzurufen, um die Kulturarbeit zu fördern und langfristig neue Zielgruppen zu erschließen. Das könne beispielsweise die Zusammenarbeit mit Schulen, Bildungseinrichtungen oder Seniorenvertretungen geschehen. Ein Antrag dafür muss bis zum 31. Oktober 2018 gestellt werden.

Mischkalkulation?

Rudolf Kruse, Leiter des Fachdienstes Kultur erläuterte dazu, dass diese Zuschüsse in gleicher Höhe an die Theatergemeinden in Meppen, Papenburg, Sögel und Lingen gezahlt würden. Dieser Betrag habe stets dazu beigetragen, das jährliche Defizit zu mindern.

Als „schofelig“ bezeichnete Edeltraut Graeßner (SPD) das Verhalten des Landkreises, alle Theatergemeinden gleich zu behandeln. Von ihrer Fraktion sei wiederholt im Kreistag der Antrag gestellt worden, Lingen mit einem höheren Betrag zu fördern. Allerdings sei dieser von der Mehrheitsfraktion abgelehnt worden. Ihrer Meinung nach sei eine höhere Förderung angebracht, weil Lingen beispielsweise ein eigenes Theater vorhalte, während in Meppen in einem kreiseigenen Gebäude gespielt werde.

Björn Roth (CDU) wehrte sich dagegen, seiner Fraktion den schwarzen Peter zuzuschieben, obgleich er eine andere Regelung auch für wünschenswert hielt. „Die CDU praktiziert hier seit mehr als 15 Jahren eine Ungleichbehandlung“, kritisierte auch Robert Koop (Bürgernahe) das Verhalten der Christdemokraten.

Einen Kompromiss konnte sich Rudolf Kruse vorstellen. Er schlug eine Mischkalkulation vor, bei dem jede Theatergemeinde einen festen Grundbetrag bekommt und einen weiteren Betrag könne man an den Besucherzahlen festmachen. Ibrahim Hassan (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, einen parteiübergreifenden Antrag an den Landkreis zu stellen.

Veranstaltungsreihe „Wir von hier“

Für die 5000 Euro schlug die Verwaltung die Veranstaltungsreihe „Wir von hier“ vor. Ein Format, das auch schon vom Kulturforum St. Michael praktiziert wurde. Dafür bieten sich aus dem bestehenden Programm die Silvesterrevue (31. Dezember) mit Lingener Künstlern, das Neujahrskonzert (20. Januar 2019) mit dem Lingener Kammerorchester und das Konzert „Klangfarben“ mit Annette Focks, Ralf Schrabbe mit Jazzensemble und Streichquartett (4. Mai 2019) an.

Neue Zielgruppen

„5000 Euro für drei Veranstaltungen, das ist doch eine Abwertung für die Künstler“, sah Koop den Vorschlag kritisch. Mit so einem Betrag könne man doch keine neuen Sachen stemmen. „Es geht dabei eher darum, neue Zielgruppen zu erschließen“, hielt Kruse dem entgegen. Je nach Veranstaltung könne man ermäßigten Eintritt für Flüchtlinge, Senioren oder Schulklassen anbieten und die Mindereinnahmen mit dem Geld kompensieren.

Antrag stellen

Einig bei einer Enthaltung war sich das Gremium am Ende, die zusätzliche projektbezogene Theaterförderung des Landkreises von 5000 Euro für die Veranstaltungsreihe „Wir von hier“ abzurufen.


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