Werden Pläne „vereinfacht“? Anbau des Emslandmuseums Lingen dauert länger und kostet mehr

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Die Sanierung und Erweiterung des Lingener Emslandmuseums wird teurer als vorhergesehen und verzögert sich deswegen. Foto: Wilfried RoggendorfDie Sanierung und Erweiterung des Lingener Emslandmuseums wird teurer als vorhergesehen und verzögert sich deswegen. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Verzögerung bei der geplanten Erweiterung des Emslandmuseums war ein Thema im Lingener Kulturausschuss.

Wie bereits berichtet, wird sich die Sanierung und Erweiterung des Lingener Emslandmuseums, die nach dem Wunsch der Politik 2018 beginnen sollte, verzögern. Als Grund dafür hatte vor einigen Tagen schon Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die in der Höhe nicht eingeplanten Kosten genannt. Das konnte Kulturdezernentin Monika Schwegmann im Ausschuss nur bestätigen: „Der Ansatz von 1,1 Millionen Euro reicht nicht aus.“ Wegen der direkten Lage am Stadtgraben ist eine sehr aufwendige und kostenintensive Gründung des Anbaus erforderlich, begründete Schwegmann. Neue Zahlen konnte sie aber noch nicht nennen. Derzeit sei man mit dem Architekturbüro Reinders, das in 2017 den Architektenwettbewerb für den Umbau gewonnen hatte, im Gespräch den Plan möglicherweise zu vereinfachen. Auch mit dem Landkreis müsse erneut verhandelt werden.

Prioritäten mussten verschoben werden

Außerdem hätten im Baubereich einige Prioritäten verschoben werden müssen. Als Beispiel nannte sie die Erstellung von 140 Kitaplätzen in nur drei Monaten, die zum 1. August abgeschlossen sein mussten. Auch die Sanierung der Turnhalle an der Johannesschule, bei der das Dach eingestürzt war, habe Vorrang gehabt. Monika Schwegmann versicherte dem Gremium, in der nächsten Sitzung am Montag, 29. Oktober, konkrete Zahlen vorzulegen.

Koops Kritik an Krone

Kritik kam von Robert Koop (Die Bürgernahen). Er monierte, dass Oberbürgermeister Dieter Krone in einer Ratssitzung im Mai sinngemäß gesagt hätte: „Bei den derzeitigen Bauaktivitäten müsse man überprüfen, ob das Emslandmuseum Priorität hat“. Es sei „inakzeptabel, diesem aktuell wichtigsten Projekt im kulturellen Bereich“ so wenig Wertschätzung entgegenzubringen.

Verzögerung nachvollziehbar

„Es ist nicht infrage gestellt, ob gebaut wird“. entgegnete Irene Vehring (CDU). Die Verschiebung sei nachvollziehbar, verwies sie ebenfalls auf Kita-Plätze und Turnhallensanierung. „Die Eltern haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Unterbringung ihrer Kinder“, ergänzte Edeltraut Graeßner (SPD).


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