Ein Bild von Wilfried Roggendorf
22.08.2018, 17:53 Uhr DIGITALISIERUNG DER VERWALTUNG

Fortschritt in Lingen bedeutet, alte Zöpfe abzuschneiden

Kommentar von Wilfried Roggendorf

Antragsformulare ausdrucken, von Hand ausfüllen und dann im Rathaus abgeben soll in Lingen bald der Vergangenheit angehören. Die geplante Digitalisierung soll ermöglichen, Anträge komplett online zu stellen. Foto: Wilfried RoggendorfAntragsformulare ausdrucken, von Hand ausfüllen und dann im Rathaus abgeben soll in Lingen bald der Vergangenheit angehören. Die geplante Digitalisierung soll ermöglichen, Anträge komplett online zu stellen. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Lingener Stadtverwaltung zu digitalisieren, ist ein richtiger Schritt, selbst wenn er zu Lasten der Ortsverwaltungen gehen sollte, meint unser Kommentator.

Das jetzt von der Verwaltung der Stadt Lingen vorgelegte Konzept zur Digitalisierung ist ein konsequenter Schritt in die richtige Richtung.

In Zeiten, in denen von vielen Berufstätigen sowohl zeitliche als auch räumliche Flexibilität erwartet wird, kostet ein Behördengang die Betroffenen oft einen Urlaubstag. Sich den Gang ins Rathaus sparen und stattdessen rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres, einen Antrag online stellen zu können, kommt sicherlich vielen entgegen. Dies gilt genauso für Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Diese Anträge dann im Rathaus digital weiterzubearbeiten, ist die logische Konsequenz. Dies spart letztendlich Zeit und Papier.

Die Sorge, dass die Ortsverwaltungen durch die Digitalisierung noch weniger frequentiert würden als bislang schon, ist sicherlich nicht ganz unbegründet. Aber Fortschritt bedeutet nun auch einmal, gegebenenfalls lieb gewonnene alte Zöpfe abzuschneiden. Es gilt, die Kosten und den Nutzen zu analysieren. Wenn die Kosten der Ortsverwaltungen in keinem Verhältnis mehr stehen, ist das Geld in größeren Serverkapazitäten besser angelegt.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN