Digitalisierung der Verwaltung Stadt Lingen plant Bürgerportal für Online-Anträge

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Antragsformulare ausdrucken, von Hand ausfüllen und dann im Rathaus abgeben soll in Lingen bald der Vergangenheit angehören. Die geplante Digitalisierung soll ermöglichen, Anträge komplett online zu stellen. Foto: Wilfried RoggendorfAntragsformulare ausdrucken, von Hand ausfüllen und dann im Rathaus abgeben soll in Lingen bald der Vergangenheit angehören. Die geplante Digitalisierung soll ermöglichen, Anträge komplett online zu stellen. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Bei der Stadt Lingen Leistungen wie beispielsweise Wohn- oder Elterngeld online beantragen? Bislang ist dies nicht möglich, was sich aber ändern soll. Im Finanzausschuss hat Erster Stadtrat Stefan Altmeppen jetzt ein Konzept zur Digitalisierung der Verwaltung vorgestellt.

„Wir müssen den Anforderungen an eine moderne Verwaltung Rechnung tragen und den Prozess der Digitalisierung intensiv vorantreiben“, sagte Altmeppen. Einige Leistungen der Verwaltung könnten schon heute online beantragt werden. Als Beispiele nannte Altmeppen die Buchung von Aktionen beim Ferienpass, die Wiederbeschaffung verlorener Gegenstände über das Fundbüro, die Ausleihe in der Stadtbücherei, die Genehmigung von Schwerlasttransporten und Online-Bewerbungen auf Stellen bei der Stadt Lingen. Konkret in Planung beziehungsweise Umsetzung seien ein Online-Anmeldeverfahren für Krippen und Kitas, das Bezahlen von Parkgebühren mit dem Smartphone sowie die Bezahlung online bestellter Theaterkarten.

Bürgerportal geplant

Diese Maßnahmen seien aber nur erste Schritte in Richtung Digitalisierung, erfolgten jedoch bislang vereinzelt, oft auf Initiative einzelner Fachbereiche, heißt es in dem vorgelegten Konzept. „Formulare runterladen und dann ausgedruckt an die Verwaltung zu schicken, ist nicht mehr Stand der Technik“, erklärte Altmeppen. Es sollten der Internetauftritt der Stadt optimiert und ein sogenanntes Bürgerportal geschaffen werden. „Zu Beginn wollen wir dort die zehn am häufigsten angefragten Dienstleistungen online anbieten“, sagte der Erste Stadtrat. Welche dies sind, blieb auf Nachfrage unserer Redaktion bei der Verwaltung offen. Diese seien noch nicht ermittelt.

Anträge digital bearbeiten

Das Bürgerportal solle kompatibel zu entsprechenden Portalen der Bundes- und Landesverwaltungen sein, erklärte Altmeppen. Auch werde eine einheitliche Lösung im gesamten Landkreis Emsland angestrebt. Flankierende Maßnahmen zur Einrichtung dieses Bürgerportals liefen teilweise schon parallel zu den weiteren Überlegungen. Hierzu gehöre unter anderem auch, dass in allen Fachbereichen der Verwaltung online gestellte Anträge auch digital weiterverarbeitet werden könnten. Guido Franke, Fachbereichsleiter Personal und Innere Dienste der Stadt Lingen, erklärte: „Wenn wir die Digitalisierung der Verwaltung umsetzen wollen, werden wir unsere Serverkapazitäten erweitern müssen.“

Zusätzliches Angebot zum bisherigen Verfahren

Das Konzept wurde von Dirk Meyer (FDP) gelobt: „Hier wird eine sinnhafte Digitalisierung geplant. Es ist richtig, dass Portale geplant sind, mit denen digitale Anträge digital weiterverarbeitet werden können.“ Auch Sozialdemokrat Hermann-Otto Wiegmann äußerte sich grundsätzlich positiv: „Es ist richtig, was hier angestoßen wird.“ Wichtig sei jedoch laut Wiegmann, dass für Menschen, die sich dem Digitalen nicht öffnen würden, die bisherigen Verfahren weiter erhalten blieben. Zudem befürchtete Wiegmann, dass die Zahl der Vorgänge in den Ortsverwaltungen abnehmen würde. Altmeppen erklärte, beim Bürgerportal würde es sich um einen zusätzlichen Service handeln. „Wir müssen abwarten, wie sich dies entwickelt“, erklärte der Erste Stadtrat. Auf Nachfrage von Hermann Gebbeken (CDU) erklärte Altmeppen, dass die Bezahlung von Parkgebühren mit dem Smartphone vorerst nur für die von der Stadt direkt bewirtschafteten Parkplätze gelten solle. „Wir sind aber wegen der Parkhäuser und Tiefgaragen in Gesprächen mit den Wirtschaftsbetrieben“, erklärte Altmeppen.

Als fortlaufenden Prozess fortführen

Der Finanzausschuss beschloss einstimmig, dass das vorgestellte Konzept zur Digitalisierung als fortlaufender Prozess fortgeführt werden soll. Die Verwaltung wurde beauftragt, halbjährlich über die Entwicklung zu berichten.


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