Offizieller Start am 20. September Neues Seelsorgeangebot im Emsland richtet sich an Menschen in Betrieben

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Marcel Völtz ist Sekretär des KAB und Betriebsseelsorger. Neben anderen Rednern wird auch er am 20. September einen Vortrag im LWH Lingen halten. Foto: Jessica LehbrinkMarcel Völtz ist Sekretär des KAB und Betriebsseelsorger. Neben anderen Rednern wird auch er am 20. September einen Vortrag im LWH Lingen halten. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Existenzängste, Probleme in der Familie und andere Sorgen nehmen viele Menschen täglich mit an ihre Arbeitsplätze. Deshalb bietet die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) eine Betriebsseelsorge im Emsland an. Der offizielle Startschuss für das Angebot fällt am 20. September 2018 im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) mit einer „Kick-Off-Veranstaltung“.

„Jeder Mensch ist mehr Wert, als alles Gold der Erde“, zitiert Marcel Völtz den Gründer der CAJ, Joseph Kardinal Cardijn. Völtz ist Sekretär der KAB und Betriebsseelsorger. Selbst kennt der gelernte Speditionskaufmann „die Arbeitswelt in all seinen Facetten“ – von befristeten Verträgen bis hin zur Arbeitslosigkeit. Seine heute pensionierten Eltern waren als Webermeister und Einzelhandelskauffrau tätig. Deshalb ist ihm auch die körperliche „Maloche“ nicht fremd. Diese Hintergründe nutzt Völtz, um als Betriebsseelsorger mit den Menschen in Kontakt zu treten. Er möchte in diesen Momenten nicht „irgendein Kirchentyp“ sein, sondern auf Augenhöhe kommunizieren.

Unter Druck

Seiner Erfahrung nach seien es oft die körperlich anstrengenden und unter hohem Zeitdruck ausgeführten Jobs, in denen Arbeitnehmer zunehmend eine gewisse Unzufriedenheit verspüren. Als Beispiel nennt Völtz Lkw-Fahrer. Sie stünden unter großem Druck: „Nicht zuletzt, weil in unserer Gesellschaft immer alles verfügbar sein muss.“ Daran müsse sich laut dem Haselünner generell etwas ändern.

Mit einem Außenstehenden sprechen

Bereits seit Januar klopft Völtz an die Türen verschiedener Unternehmen im Emsland, stellt sich und die Betriebsseelsorge vor. Bei diesem Angebot für Arbeitnehmer besteht die Möglichkeit, mit einem Außenstehenden über Probleme zu sprechen – fernab von theologischen Fragen oder speziellen Glaubensrichtungen. Vordergründig geht es um den Menschen und seine Probleme selbst. „Wenn derjenige aber nicht will, dann kann man ihn natürlich nicht zwingen.“

Ein Balance-Akt

„Der bevorzugte Weg, Kontakt zu uns aufzunehmen, läuft über Betriebs- oder Personalräte. Denn sie sind diejenigen, die für die Belange der Belegschaft zuständig sind“, sagt Völtz. Es sei stets ein Balance-Akt, abzuwägen, ob und vor allem wann jemand Hilfe benötigt. Denn letztlich würde kein Chef gerne zugeben wollen, dass seine Angestellten Probleme haben. Auch wenn das Betriebsklima gut ist: „Wenn ich private Probleme habe, belasten sie mich auch bei der Arbeit“, weiß der Seelsorger.

„Katholische Kirche hat im Emsland noch Gewicht“

Schon seit Längerem sei geplant gewesen, ein Angebot zur Betriebsseelsorge im Emsland einzuführen. Als Diözesanverband zählt die KAB zwar zum Bistum Osnabrück, ist aber frei in ihrem Handeln. Es war jedoch der „Arbeitskreis Betriebsräte und Kirche“ des Bistums, der den Wunsch zur Betriebsseelsorge formuliert hat. Dieser ist an das LWH in Lingen gekoppelt, weshalb auch die offizielle „Kick-Off-Veranstaltung“ dort stattfinden wird.

Dass die Katholische Kirche als Institution im Emsland noch Gewicht hat, davon ist Völtz überzeugt: „In Hannover oder in Berlin ist das sicherlich anders. Aber im Emsland ist die Struktur eine andere. Hier gibt es durch die vielen Dörfer auch noch mehr Zusammenhalt – so etwas wie Nachbarschaftshilfe.“

Nichtsdestotrotz: Auch im Emsland führen Schnelllebigkeit und andere Faktoren laut Völtz zu belastenden Problemen bei Arbeitnehmern. „Ich kann zwar nicht die Politik der Firmen ändern, aber ich kann für Menschen da sein und ihnen ein Ohr leihen. Allein der demokratische Wille kann etwas verändern.“


Die „Kick-Off-Veranstaltung“ der KAB zum Thema Betriebsseelsorge am 20. September im LWH beginnt um 18.30 Uhr mit einem Gottesdienst mit Domkapitular Reinhard Molitor. Um 19.15 Uhr folgt der Vortrag „Betriebsseelsorge – wieder so eine Extrawurst?“ von Peter Hartlaub, Leiter der Betriebsseelsorge Würzburg. Molitor knüpft dann mit „Bistum und Sozialverbände – den Menschen nahe genug?“ an. Den Abschluss „Blitzlicht zur Betriebsseelsorge im Bistum Osnabrück“ bildet Betriebsseelsorger und KAB-Sekretär Marco Völtz um 20.30 Uhr. Anmeldungen sind bis zum 26. August möglich per E-Mail an betriebsseelsorger-el@kab-os.de . Weitere Infos sind auf www.kab-os.de erhältlich

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