IHK-Mittagsgespräch Krone: Stadt Lingen Wirtschaftsmotor in der Region

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Über den Wirtschaftsstandort Lingen referierte Oberbürgermeister Dieter Krone beim IHK-Mittagsgespräch. Im Hintergrund links IHK-Vizepräsident Matthias Hopster, daneben der Lingener Unternehmer Hendrik Kampmann. Foto: Thomas PertzÜber den Wirtschaftsstandort Lingen referierte Oberbürgermeister Dieter Krone beim IHK-Mittagsgespräch. Im Hintergrund links IHK-Vizepräsident Matthias Hopster, daneben der Lingener Unternehmer Hendrik Kampmann. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Die Stadt Lingen wird auch in Zukunft der Wirtschaftsmotor in der Region sein, steht aber auch vor enormen Herausforderungen. Das ist der Tenor der Ausführungen von Oberbürgermeister Dieter Krone beim IHK-Mittagsgespräch im IT-Zentrum an der Kaiserstraße.

Dorthin hatte IHK-Vizepräsident Matthias Hopster Vertreter aus der Wirtschaft, Dienstleistungsunternehmen und Schulen eingeladen. Im Mittelpunkt stand der „Wachstumsmotor Lingen“, wie es Hopster formulierte, und die Frage, was die Stadt tun muss, um auf dem Erfolgspfad zu bleiben.

„Das faktische Oberzentrum“

Die Attraktivität der Kommune als Wohn- und Arbeitsstandort machte Krone an einem Beispiel deutlich: Im Ortsteil Laxten gab es für acht Bauplätze 270 Bewerbungen, in Darme waren es für neun Plätze 210 Bewerbungen. „Und dies bei einem Quadratmeterpreis von 170 Euro, was nicht gerade ein Schnäppchen ist“, sagte Krone. 27.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, 14.000 Arbeitnehmer, die täglich nach Lingen pendeln, eine weiter wachsende Nachfrage nach Gewerbegrundstücken und eine extrem niedrige Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent im Juni nannte der Verwaltungschef als weitere Beispiele einer prosperierenden Stadt, „das faktische Oberzentrum in der Region“.

Flächen in Fürstenau gekauft

Die Kehrseite ist zum Beispiel der immense Flächenverbrauch, der mit dem Wohnungsbau verbunden ist. Denn es geht nicht nur um das Grundstück selbst, sondern auch um die Ausgleichsflächen. „Für zehn Hektar, die wir erwerben, benötigen wir 30 Hektar Kompensationsflächen“, rechnete Krone vor. Auch bei Gewerbegrundstücken gebe es eine große Nachfrage. Auf der anderen Seite stünden die Landwirte, die Tauschflächen benötigten, wenn sie eigene Flächen abgeben. „Aktuell haben wir sogar Flächen in Fürstenau gekauft“, sagte der Oberbürgermeister. Weitere Anstrengungen seien beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf notwendig. Aktuell würden 140 weitere Plätze geschaffen, nicht nur durch Neubauten, sagte der Oberbürgermeister unter Hinweis auf die Nutzung des ehemaligen Gebäudes der Gebrüder-Grimm-Schule.

Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer

Krone zeigte sich zuversichtlich, dass der Wirtschaftsmotor der Stadt Lingen auch in Zukunft nicht ins Stottern gerät. Er nannte mehrere Gründe für diese Einschätzung: Die Wirtschaft floriert weiterhin. Aktuell liegen die Schätzungen bei der Gewerbesteuer bei mehr als 40 Millionen Euro für 2018, anvisiert waren 30 Millionen. Zweitens: Pläne zum Beispiel zur Weiterentwicklung des Energiestandortes Lingen nach dem Abschalten des Kernkraftwerkes Ende 2022 werden inzwischen konkreter. So soll die auf dem Meer produzierte Windenergie über HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungen) zwischengespeichert und über ein Elektrolyseverfahren zur Produktion von Wasserstoff zu Mobilitätszwecken verwendet werden. Dabei sollen die vorhandenen Strom-, Wärme- und Gasnetze am Energiestandort Lingen genutzt werden.

Qualitatives Wachstum

Auch der Hochschulstandort Lingen spiele eine immer wichtigere Rolle, insbesondere der Bereich Forschung- und Entwicklung auf dem Campus, beantwortete Krone eine Frage von Bauunternehmer Andreas Mainka nach den langfristigen Perspektiven in den nächsten 20 Jahren. „Die Hochschule will qualitativ wachsen, nicht quantitativ“, betonte der Oberbürgermeister unter Hinweis auf die Laborgebäude, die demnächst an der Kaiserstraße entstehen.

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