Reinigung an der Waldstraße Unter Dampf arbeiten in Lingen – auch an heißen Tagen

Von Johannes Franke

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Lingen. An diesem Mittwoch sollen die Temperaturen in der Region noch einmal einen neuen Anlauf nehmen und an der 30 Grad-Marke kratzen. Es gibt Unternehmen in der Region, in denen in den vergangenen Wochen besonders viel Schweiß geflossen ist.

Endlich herrschen in den Räumen der Textilreinigung Clean & Wash in der Lingener Waldstraße wieder erträglichere Temperaturen. Inzwischen zeigt das Thermometer 25 Grad Celsius, nachdem die Quecksilbersäule wochenlang bis auf 45 Grad angestiegen war. „Das war schon sehr anstrengend für uns, aber meine Mitarbeiterinnen und ich haben die Hitzeperiode gut überstanden“, sagt Marina Skibner rückblickend.

Morgens um 4.30 Uhr war sie schon aufgestanden, damit bereits ab 6 Uhr gemangelt werden konnte. Mangelwäsche fällt immer an, und wenn die Maschinen bis zu 200 Grad heißen Dampf ablassen, dann werden die Räume fast unerträglich erhitzt. Das sei schon eine sehr anstrengende und schweißtreibende Arbeit gewesen. „Deshalb haben wir diese Tätigkeit auf drei Tage reduziert, immer nur drei bis vier Stunden gemangelt, um uns und die Kunden nicht noch mehr zu belasten“, sagt die Chefin.

Dampfpuppe sorgt für zusätzliche Wärme

Hinzu kommen noch weitere Geräte, die für zusätzliche Wärme sorgen. Die Bügeleisen und vor allem die Dampfpuppe, an der Sakkos unter Dampf aufbereitet werden, ließen die Mitarbeiterinnen zusätzlich schwitzen. Doch nun seien die Temperaturen und das Klima in den Räumen wieder kühler und angenehmer. „Wir sind einiges gewöhnt, doch es war körperlich sehr anstrengend“, betont eine Mitarbeiterin.

Einen so extremen, lang anhaltenden Sommer mit Höchsttemperaturen draußen und drinnen, hätten alle noch nicht erlebt. Selbst eine Mitarbeiterin, die seit mehr als 20 Jahren ihren Beruf in diesem Tätigkeitsbereich ausübt, kann sich an diese extremen Bedingungen nicht erinnern. Nur gut, dass die modernen Geräte mit integrierten Kühlsystemen ausgestattet sind und die Klimaanlage zudem für eine Abkühlung sorgt. „Sonst hätten wir noch viel mehr Wasser trinken müssen“, betont Marina Skibner.

Vorfreude auf den Winter

Sie blickt schon einige Monate nach vorne und freut sich über die Temperaturen im Winter. „Draußen ist es kalt, aber dann haben wir es hier richtig kuschelig“, lacht sie. „Dann laufen alle Geräte, doch jetzt reduzieren wir die Kapazitäten, um es einigermaßen erträglich zu halten.“ Die Sonne scheint bereits morgens auf die großen Fensterflächen und heizt den vorderen Bereich schnell mit auf.

„Als Chefin bin ich für die Mitarbeiterinnen und meine Familienangehörigen, die hier arbeiten, verantwortlich“, betont sie. Neben den besonders zu erfüllenden Auflagen in der modernen Chemietextilreinigung beachte sie zudem ihre Fürsorgepflicht. „Aber wir sind ja nicht die Einzigen, die bei den ungewöhnlichen Temperaturen arbeiten müssen“, betont sie und erinnert an die Bäcker, Dachdecker, Straßenbauarbeiter und andere Berufe. „Irgendjemand muss ja die Arbeit ausführen, und meine Familie hilft mir dabei. Wie sollte ich es denn sonst schaffen“, lacht sie und bedient eine hereinkommende Kundin.

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