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200 Stück bis März 2019 Roller-Sharing im Emsland: Meli-Roller bald in Kiel im Einsatz

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Das Start-up „Share2Move“ verleiht in Lingen und Meppen unter der Marke Meli Elektroroller – und bald auch in Kiel. Foto: Studio 205 WerbefotografieDas Start-up „Share2Move“ verleiht in Lingen und Meppen unter der Marke Meli Elektroroller – und bald auch in Kiel. Foto: Studio 205 Werbefotografie

Lingen. Seit Mai 2018 gibt es in Lingen und Meppen kleine blaue Roller zum spontanen Mieten à la Carsharing. Meli heißen diese und bald gibt es sie auch in Kiel – ein Großauftrag für das Lingener Start-up „Share2Move“.

Nach dem Carsharing, wie das Geschäftsmodell für Autos neudeutsch heißt, boomt jetzt auch das Roller- oder Scooter-Sharing. Einst nur in den Großstädten, neuerdings auch im ländlichen Raum, wie Lingen oder Meppen – dank Mirko Lühn. Der Wietmarscher steckt hinter dem Start-up „Share2Move“. (Weiterlesen: Wie kommen die Meli-Roller im Emsland an?)

200 Roller nach Kiel

45 Roller sind derzeit in Lingen und Meppen auf den Straßen unterwegs. Produziert von der Emco-Gruppe in Lingen. Einst Arbeitgeber ist der Elektroroller-Hersteller heute Lühns Geschäftspartner. In den Hallen in Lingen ist derzeit viel zu tun. Gerade hat „Share2Move“ sich einen Auftrag aus Kiel an Land gezogen: 200 Roller sollen dort bis März kommenden Jahres hingeliefert werden, die ersten 34 Stück bereits diesen Monat. Kiel soll laut Lühn nur den Anfang sein. „In Zukunft folgen weitere Städte im näheren Umfeld“, sagt er. Die Verhandlungen dort seien bereits weit fortgeschritten.

In Kiel tragen die Roller nicht den Namen Meli (die Abkürzung für Meppen und Lingen), sondern Wofi – eine Abkürzung für das Kieler Unternehmen World of Family, das die Elektroroller sponsert. Was sie mit den emsländischen Rollern verbindet? Die leuchtend blaue Farbe, das Markenzeichen von „Share2Move“. „Nutzer, die sich bereits in Meppen und Lingen registriert haben, können die Roller dann auch in Kiel nutzen“, sagt Mirco Lühn.

Anfragen aus Süddeutschland

Immer mehr Städte wenden sich an den Wietmarscher. Nicht nur aus der Region, Anfragen kommen auch aus Süddeutschland. Es sind keine Großstädte, sondern Kommunen im ländlichen Raum – wie Lingen oder Meppen.Im Emsland hatte das Wetter dem Geschäftsmann gut zugespielt: Sonnenschein, kaum Regen. Wie es scheint, perfektes Wetter für eine Spritztour mit dem Elektroroller. Denn: Zu Spitzenzeiten waren in den vergangenen Tagen in Lingen zwölf Roller gleichzeitig im Einsatz. Gefahren von der 16-jährigen Schülerin, die in die Stadt zum Shoppen will, bis zum 76-jährigen Senior, dem der Weg zum Supermarkt mit dem Rad zu anstrengend ist.

Lühn verfolgt das über die „Share2Move“-App, durch die, die Vermietung erfolgt und die auch anzeigt, wo die Roller stehen. Zonen, die zum einen von Lühn und seinem Team ausgewählt werden, von Unternehmen aber auch „erworben“ werden können, mittels einer Kooperation. Die Roller außerhalb dieser Zonen abzustellen ist zwar möglich, kostet jedoch Geld, denn die App merkt, ob der Roller innerhalb oder außerhalb der Zone ist. Ist der Roller nicht innerhalb, kann die Fahrt nicht beendet werden und die Mietzeit läuft weiter.

Bekommt der Speichersee eine eigene Zone?

Biene und Schepsdorf sind als Zonen kürzlich erst hinzugekommen, genauso wie der Gauerbach. Die Gemeinde Geeste hat ebenfalls Interesse daran gezeigt, dass am Speichersee eine Zone eingerichtet wird. Kein Wunder: Die Gemeinde will den Tourismus am Speichersee Geeste fördern. (Weiterlesen: Neue Angebote für Touristen am Speichersee Geeste)

15 Minuten Autofahrt sind es von Lingen bis zum Speichersee. Laut den Daten von Lühn werden die Meli-Elektroroller in der Regel um die 20 Minuten pro Tag genutzt. Ein Ausflug zum Badesee passt. Dort konnte Lühn noch eine weitere interessante Entdeckung machen: Während innerhalb der Woche die Roller außerhalb des Lingens Außenbezirken geparkt werden, finden sie sich am Wochenende plötzlich alle im Zentrum wieder. „Die Nutzer haben die Roller genutzt, um zur Party nach Lingen zu fahren und sind dann später anders wieder nach Hause gekommen“, vermutet Lühn. Sicher ist er sich nicht, es kann auch andere Gründe haben. Eines steht jedoch fest: Die Meli-Roller kommen an. Mittlerweile gibt es 950 registrierte Fahrer im Emsland.


Wie funktioniert die Roller-Vermietung?

„Share2Move“ bietet die Fahrzeuge für 23 Cent pro Minute an. Wer einen Tagesausflug unternehmen will, zahlt 35 Euro. Für Studenten gibt es seit Juni einen Extra-Tarif geben. Sie bezahlen dann 18 Cent pro Minute. Auch die Kosten für den Parkmodus – wenn der Roller also nicht in Bewegung ist – sind günstiger. 6 Cent statt der regulären 11 Cent. Hinzu kommt eine Registrierungsgebühr von 19 Euro (15 Freiminuten), die fällig wird, sobald man sich in der App angemeldet hat. Die Nutzer müssen in einem Video ihre Fahrerlaubnis vorzeigen. Erst dann kann es losgehen. Das Prinzip ist immer identisch: reservieren, buchen, aufschließen, starten und bezahlen – alles geschieht über die App.

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