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20.08.2018, 08:57 Uhr KOMMENTAR

Zum Rücktritt des Lingener SPD-Vorsitzenden: Freund, Feind, Parteifreund

Kommentar von Thomas Pertz

Sein Stadtratsmandat wird Andreas Kröger behalten. Rechts auf dem Archivbild die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Edeltraut Graeßner. Foto: Wilfried RoggendorfSein Stadtratsmandat wird Andreas Kröger behalten. Rechts auf dem Archivbild die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Edeltraut Graeßner. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Andreas Kröger hat in seiner Amtszeit sicher nicht alles richtig gemacht, aber war deshalb gleich alles falsch? Ein Kommentar zum Rücktritt des Lingener SPD-Vorsitzenden.

Freund, Feind, Parteifreund. Die Steigerungsform in negativer Hinsicht passt zum innerparteilichen Zustand der Lingener SPD. Der Rücktritt ihres Vorsitzenden Andreas Kröger zeigt dies mit aller Deutlichkeit.

Er ist der Höhepunkt eines Konflikts zwischen ihm und anderen Mitgliedern, auch in Führungsämtern, der sich in den letzten Wochen immer mehr zugespitzt hat.

Kröger hat in seiner Amtszeit sicher nicht alles richtig gemacht, aber war deshalb gleich alles falsch? Jeder in der Partei, auch in den beiden anderen Ortsvereinen in Baccum und Brögbern, muss sich fragen, welchen Anteil er an dieser Entwicklung und an der Demontage des Vorsitzenden hatte.

Dabei braucht Lingen eine starke Sozialdemokratie, die sich mit der Stadt beschäftigt und nicht nur mit sich selbst. Die der Verwaltung auf die Finger schaut und der CDU als Mehrheitsfraktion nicht das Feld allein überlässt.

Der SPD ist deshalb zu wünschen, dass sie sich möglichst bald wieder sortiert hat. Nächstes Jahr wird ihr Ortsverein in Lingen 100 Jahre alt. Ob bis dahin wieder Feierlaune eingekehrt ist, liegt an den Mitgliedern selbst und ihrer Form des Umgangs miteinander.


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