Ausschüsse fassen Beschluss Neue Ampeln in Lingen mit Signal für Blinde

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Auch an der Kreuzung Konrad-Adenauer-Ring/Meppener Straße/Wilhelmstraße/Weidestraße sollen an den freien Rechtsabbiegerspuren die Zebrastreifen entfernt und eine Bedarfsampel mit Blindensignalisierung aufgestellt werden. Foto: Jannis GövertAuch an der Kreuzung Konrad-Adenauer-Ring/Meppener Straße/Wilhelmstraße/Weidestraße sollen an den freien Rechtsabbiegerspuren die Zebrastreifen entfernt und eine Bedarfsampel mit Blindensignalisierung aufgestellt werden. Foto: Jannis Gövert

Lingen. An zwei Kreuzungen in Lingen sollen Blinde und sehbehinderte Menschen bald die Straßen besser überqueren können. Hierfür werden an freien Rechtsabbiegerspuren Ampeln installiert. Im Gegenzug müssen die dort vorhandenen Zebrastreifen entfernt werden.

Auch dieser letzte Punkt sorgte für Diskussionsstoff bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung des Lingener Planungs- und Bauauschusses sowie des Verkehrsausschusses. Betroffen sind die Kreuzungen Konrad-Adenauer-Ring, Meppener Straße, Wilhelmstraße, Weidestraße sowie Georgstraße, Kaiserstraße, Nordstraße.

Im Normalfall dunkel geschaltet

Frank Schöttmer, Fachdienstleiter Recht und Ordnung der Stadt Lingen, erläuterte die Planungen. Demnach sollen die Rechtsabbiegerspuren von der Weidestraße auf den Konrad-Adenauer-Ring, vom Konrad-Adenauer-Ring in die Wilhelmstraße sowie von der Georgstraße in die Nordstraße mit einer Ampel versehen werden. Für Fußgänger soll es für die Querung der Rechtsabbiegerspuren ebenfalls Ampeln geben. „Beide Ampeln sind im Normalfall dunkel geschaltet“, erklärte Schöttmer. Bei geringem Verkehr könnten Fußgänger und Radfahrer die Abbiegespuren nach wie vor einfach überqueren. Erst wenn bei stärkerem Verkehr ein Fußgänger beziehungsweise ein sehbehinderter oder blinder Bürger per Knopfdruck Grün anfordere, ginge die Ampelanlage in Betrieb. Sobald die Ampeln installiert seien, würden taktile Bodenplatten verlegt, die Blinden eine Orientierungshilfe bieten würden.

Mit App zur Ampel geführt

Klaus Egbers, Behindertenbeauftragter der Stadt Lingen, sagte, dass Sehbehinderte und Blinde mittels einer App auf dem Smartphone zu den Ampeln hingeführt würden. „Erst bei einer Annäherung an die Ampel wird deren Piepsignal lauter“, sagte Egbers. Dies biete den Vorteil, dass Anwohner davon, gerade nachts, nicht so sehr gestört würden.

Debeerst fordert getrennte Wegführung

Andreas Kröger bezeichnete die Maßnahme als verkehrsbeeinflussend. „Wir sollten sie zurückstellen, bis wir das angekündigte Verkehrsleitkonzept haben“, schlug der Sozialdemokrat vor. Ähnlich äußerte sich Thomas Kühle (Grüne). Theresia Debeerst vom ADFC forderte, schon vorhandene Pläne in die Maßnahme einzubeziehen und eine getrennte Wegführung von Radfahrern und Fußgängern. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher entgegnete, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine getrennte Wegführung immer noch möglich sei und die neuen Ampeln nicht hinderlich für eine Verkehrsleittechnik seien.

Diskussion wegen Wegfalls des Zebrastreifens

Eine Verschlechterung für nicht sehbehinderte Menschen sah Marc Riße (Bürgernahe) in den Planungen durch den Wegfall der Zebrastreifen. Schreinemacher erklärte, dass an einem Überweg eine Ampel und ein Zebrastreifen gleichzeitig nicht zulässig seien. Riße forderte daraufhin gelbe Blinklichter als Warnzeichen für die Kraftfahrer. Zudem solle eine Fußgängerfurt an der Stelle des bisherigen Zebrastreifens auf die Straße gezeichnet werden. Stefan Wittler (SPD) sah hingegen im Wegfall des Zebrastreifens einen Vorteil. „Die von den Radfahrern dort oft ‚erzwungene‘, auch wenn fahrend nicht vorhandene, Vorfahrt fällt weg“, meinte der Sozialdemokrat. Dies müssten die Radfahrer lernen.

Einstimmiger Beschluss

Uwe Hilling begrüßte das Vorhaben, dass von Blinden und Sehbehinderten an den Behindertenbeauftragten Egbers herangetragen worden war. „Genau darum haben wir dessen Funktion eingerichtet“, erklärte Hilling. Die Ausschüsse beschlossen die Planungen letztlich einstimmig.


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