Wegen des Lieferverkehrs Poller sollen Zufahrt zu Lingener Fußgängerzone verhindern

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Beschränkt werden soll die Zufahrt in die Fußgängerzone. Verbotenerweise fuhr dieser Pkw vor das Rathaus, der Paketdienst durfte um 11 Uhr dort noch sein. Foto: Mike RöserBeschränkt werden soll die Zufahrt in die Fußgängerzone. Verbotenerweise fuhr dieser Pkw vor das Rathaus, der Paketdienst durfte um 11 Uhr dort noch sein. Foto: Mike Röser

Lingen. Poller sollen die Zufahrt zur Lingener Fußgängerzone beschränken. Dies haben der Planungs- und Bauausschuss (PBA) und der Verkehrsausschuss der Stadt am 15. August 2018 in gemeinsamer Sitzung beschlossen. Grund ist der zunehmende Lieferverkehr außerhalb der zulässigen Zeiten.

„Ziel ist es, die Innenstadt attraktiver zu machen“, erläuterte Erster Stadtrat Stefan Altmeppen. Es gebe zwar Schilder, aber keinerlei bauliche Beschränkung. „Es hat sich bei den Lieferanten herumgesprochen, dass es hier keine Beschränkungen gibt“, sagte Altmeppen. Zudem nehme auch der Pkw-Verkehr, der verbotenerweise durch die Fußgängerzone fahre, zu. Es sollen sowohl feste als auch versenkbare Poller eingebaut werden. Begonnen werden soll 2018 an der Marienstraße. Im nächsten Jahr sollen die Zugänge zur Fußgängerzone an der Burg-, Marien- und Bauerntanzstraße sowie der Großen Straße folgen.

Steuerung per Smartphone für Rettungskräfte möglich

Martina Lippert (SPD) fragte, wie bei geschlossenen Zufahrten beispielsweise Krankenwagen in die Fußgängerzone gelangen könnten. Altmeppen erklärte, dass die versenkbaren Poller per Smartphone gesteuert werden könnten. Diese Möglichkeit würden Rettungsdienst, Feuerwehr und sonstige Berechtigte, wie beispielsweise Pflegedienste, erhalten. Marc Riße (Bürgernahe) erkundigte sich, welche Regelung es für Hochzeitsautos gebe. „Die Poller können bei einer vorliegenden Sondergenehmigung im Einzelfall geschaltet werden“, erläuterte Altmeppen. Weiter wollte der Bürgernahe wissen, was sei, wenn Lieferfahrzeuge noch in der Fußgängerzone seien, nachdem die Poller hochgefahren sind. „Dafür wird es eine Notfallnummer geben“, sagte Altmeppen. Kein Fahrzeug werde in der Fußgängerzone festgehalten. „Die Öffnung über die Notfallnummer ist dann aber kostenpflichtig“, betonte der Erste Stadtrat.

Gegebenenfalls weitere Poller in einem zweiten Schritt

Thomas Brümmer (CDU) merkte an, dass eine Einfahrt in die Fußgängerzone beispielsweise über die Straße Am Pulverturm und die Karolinenstraße auch dann noch möglich sei, wenn alle Poller wie geplant aufgestellt seien. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher erklärte, dass gegebenenfalls in einem zweiten Schritt an weiteren Straßen Poller gesetzt werden könnten. Zunächst einmal wolle er die Entwicklung abwarten. Ralf Plaggenborg (SPD) erkundigte sich nach der Störanfälligkeit der Technik der versenkbaren Poller. „Die Technik ist seit Jahren am Markt und deren Störanfälligkeit ist stark gesunken“, versicherte Schreinemacher.

Kritik an den Kosten

Kritik übte Ratsdame Margitta Hüsken (Bürgernahe) an den Kosten. Insgesamt 810.000 Euro teuer sind die geplanten Maßnahmen. Davon sind im Haushalt 2018 108.000 Euro für versenkbare Poller an der Marienstraße eingestellt. „Dies ist zuviel, um das Konzept einfach nur mal auszuprobieren“, meinte Hüsken. Stadtbaurat Schreinemacher relativierte diese: „Das hört sich viel an. Aber die versenkbaren Poller, die rund 40.000 Euro pro Stück kosten, benötigen Leitungen, Fundamente, Leittechnik und eine Ampeltechnik, die signalisiert, wenn die Poller hochfahren.“ Trotz ihrer Kritik an den Kosten stimmte Hüsken, ebenso wie alle anderen Mitglieder des PBA und des Verkehrsauschusses, für die geplanten Maßnahmen.


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