Verein braucht mehr Helfer Steht der Tatort im Lingener Centralkino vor dem Aus?

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Im Einsatz für den Tatort im Centralkino: Michael Rieken, Tobias Mielke und Hildegard Strohmeyer. Foto: Caroline TheilingIm Einsatz für den Tatort im Centralkino: Michael Rieken, Tobias Mielke und Hildegard Strohmeyer. Foto: Caroline Theiling

Lingen. Sonntagabend ist Tatortzeit. Viele Fans verfolgen regelmäßig die Kriminalfälle aus den verschiedenen Städten im deutschsprachigen Raum. In Lingen wird diese Serie zeitgleich im Centralkino ausgestrahlt. Für einige Stammgäste ist es Kult, hier sonntäglich dabei zu sein. Doch nun steht das Format möglicherweise vor dem Aus.

Im Sommer sind bereits zwei Sendetermine im Kino abgesagt worden. Und auf Facebook wird diskutiert. „Der Frust ist da“, berichtet Hildegard Strohmeyer, die schon so manchen Sonntagabend im Kino-Kiosk verbracht hat, im Gespräch mit der Redaktion. Doch dort sei seit einiger Zeit kaum noch etwas zu tun. Mit Rucksäcken bepackt gingen viele Gäste am Verkaufstresen vorbei und machten es sich in den Sitzreihen gemütlich. Hier werde dann das Lunchpaket ausgepackt und die Flasche Sekt herumgereicht. Für die Ehrenamtlichen bleibt am Ende der Vorstellung nur noch die Beseitigung des Mülls.

Mehr Wertschätzung erwünscht

„Wir würden uns wünschen, dass etwas mehr wertgeschätzt wird, was wir als Verein des Centralkinos hier anbieten“, ergänzt Geschäftsführer Tobias Mielke. Ihm ist es wichtig, noch einmal deutlich zu machen, wie der Verein funktioniert. Denn der ist auf die Kioskverkäufe ebenso angewiesen, wie auf das ehrenamtliche Engagement. Die Tatortvorführungen ließen sich nur über die Kioskverkäufe stemmen. „Wir dürfen ja keinen Eintritt nehmen, haben aber natürlich Ausgaben für Energie oder das, was hier so angeschafft werden muss. Dann sind wir darauf angewiesen, dass die Leute sich ein Getränk kaufen oder vielleicht eine Tüte Knabberkram“, erklärt Mielke. Genauso sei der Verein angewiesen auf Ehrenamtliche, die den „Laden am Laufen halten“.

170 Mitglieder

Einziger Angestellter ist der Geschäftsführer Mielke selbst. „Wir haben jeden Monat rund 20 Veranstaltungen“. Aus Liebe zum Kino opfern etwa 15 von 170 Vereinsmitglieder ihre Freizeit eigentlich gerne, aber in letzter Zeit habe sich bei den Tatortsendungen ein bisschen Ärger aufgestaut.

Seit neun Jahren dabei

Einer, der von Anfang an dabei war, ist Michael Rieken. „Der Hype aus der Anfangszeit vor neun Jahren ist zwar nicht mehr da, aber ich bin immer gerne sonntags von Geeste zum Tatort- Vorführen nach Lingen gekommen.“ Nur in letzter Zeit fragte auch er sich: „Wofür macht man das?“ Seine Kritik und die der Kollegen richtet sich nicht gegen die Stammgäste, die schon wissen „wie der Hase läuft“, sondern an die, die den freien Eintritt nutzen, eigene Sachen verzehren und zum Teil auch noch Müll zurücklassen.

Gemeinsam den Tatort retten

„Lasst uns gemeinsam den Tatort retten“, schrieb Geschäftsführer Tobias Mielke Anfang August auf Facebook. Einige Nutzer haben daraufhin bereits ihre Hilfe angeboten. Tobi Boyer schrieb: „Hab sonntags Zeit.“ Auch Sebastian Riepenhausen bietet seine Unterstützung an. Er könne aus privaten und beruflichen Gründen nicht an jedem Sonntag, würde aber gern ab und zu aushelfen. Dem schloss sich Norbert Kamphus an: „Wenn ihr Hilfe an den Sonntagen benötigt, biete ich mich auch gerne an.“ Darauf will der Verein bauen. Am Sonntag, 26. August, ist auf jeden Fall wieder Tatortzeit im Centralkino. Dann wird „Die robuste Roswitha“, ein Fall aus Weimar, gezeigt. Bis dahin will Mielke auch schon die ersten Gespräche mit potenziellen neuen Unterstützern geführt haben. Und wer dem Verein helfen möchte, besonders die Technik-Interessierten, können an diesem Tag bereits um 19.30 Uhr kommen und einen Blick hinter die Kulissen werfen.


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