Futtermischwagen als Top-Produkt Viel Innovationskraft bei Maschinenfabrik BvL in Emsbüren

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Emsbüren. Dass die Maschinenfabrik Bernhard van Lengerich (BvL) in Emsbüren nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Fütterungstechnik zählt, hat einen Grund: Es ist der „vertikale Futtermischwagen“, das Erfolgsprodukt des Familienunternehmens.

BvL hat ihn 1978 weltweit als erster Landmaschinenhersteller entwickelt. Der 40. Geburtstag dieser inzwischen marktbeherrschenden Innovation war am Dienstag Anlass für die Unternehmensführung für einen Rück- und Ausblick.

Das Unternehmen mit seinen inzwischen rund 400 Beschäftigten hatte 1978 ein Patent auf diese Form der Futtervermischung für Milchvieh angemeldet. Der Einsatz der stehenden, vertikalen Mischschnecke führe im Gegensatz zur horizontalen Schnecke zu einer verbesserten Vermischung des Futters, erläuterte Geschäftsführer Bernard van Lengerich. Er führt das Unternehmen in der fünften Generation gemeinsam mit Geschäftsführer Bernhard Sievering. Mit der vertikalen Schnecke verbunden ist ein erhöhter Energiegehalt und Trockenmasseanteil der von der Kuh aufgenommenen Ration. Das Ergebnis: Die Kuh produziert – zur Freude des Landwirtes – mehr Milch.

„Ein Innovationssprung“

„Das war ein Innovationssprung in der Landwirtschaft“, sagte Bauer Albert Wobbe aus Listrup beim Pressegespräch. Die richtige Fütterung sei nicht nur für die Milchleistung enorm wichtig, sondern auch für die Gesundheit der Tiere. Weltweit hat sich die Produktion von vertikalen Futtermischwagen mit einem Marktanteil von 97 Prozent gegenüber der horizontalen Mischtechnik durchgesetzt. BvL gehört nach eigenen Angaben in Deutschland zu den Top 4 und in Europa zu den Top 5 unter den Futtermischwagenherstellern.

Das Unternehmen besteht aus drei Teilen: Die Landtechnik (59 Prozent), Oberflächentechnik – hier handelt es sich um Wasch- und Reinigungsanlagen für die Industrie mit einem Unternehmensanteil von 38 Prozent – sowie die Elektrotechnik mit drei Prozent. Jährlich verlassen rund 1000 Futtermischwagen das Werk. Zwischen 65 und 67 Prozent des Umsatzes – 2018 werden nach Angaben von Bernard van Lengerich 60 Millionen Euro angepeilt – macht BvL mit dem Futtermischwagen. Ein Drittel dieser Produktion geht in den deutschen Markt, zwei Drittel in den Export. Die Märkte für BvL sind dabei nicht auf Europa beschränkt. Die Futtermischwagen aus Emsbüren sind auf den Bauernhöfen in Russland genauso unterwegs wie in China.

Beginn als Huf- und Wagenschmiede

Der Erfolg des Emsbürener Familienunternehmens, das 1860 als Huf- und Wagenschmiede neben der Kirche in der Ortsmitte seinen Ursprung hatte, liegt den Worten von van Lengerich und Vertriebsleiter Gerd Mönch-Tegeder zufolge in erster Linie an seiner Innovationskraft. Die Emsbürener haben die längste Erfahrung mit der vertikalen Mischtechnik. Das Ergebnis sind zahlreiche Patente und Schutzrechte. Zur Philosophie des Unternehmens gehört dabei auch, dass BvL nichts „von der Stange“ produziert. „Wir bieten den Futtermischwagen in 83 verschiedenen Grundtypen mit 37 Varianten an, das macht 3071 Kombinationsmöglichkeiten“, erläuterte der Geschäftsführer. Jedes einzelne Produkt werde den Bedürfnissen im landwirtschaftlichen Betrieb angepasst. Die Maschinenfabrik weist außerdem in der Produktion eine hohe Fertigungstiefe auf, das Know How bleibt im Unternehmen.

Eine immer größere Rolle spiele auch die Digitalisierung, sagte van Lengerich weiter. Futtermischwagen und Datenbank werden miteinander kombiniert, die Dokumentation der Fütterung vereinfacht, der Landwirt entlastet. „Smart Feeding“, „intelligente Fütterung“, heißt das Stichwort.

Wie sehr BvL in Emsbüren auch künftig in Bewegung ist, wurde bei der anschließenden Betriebsbesichtigung deutlich. Für rund fünf Millionen Euro entsteht derzeit eine neue Produktionshalle, außerdem ein Bürogebäude, eine neue Kantine und eine Lagerhalle.

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