Verzögerungen bei Turnhallenreparatur Kein Sportunterricht an der Lingener Johannesschule

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Längst sollten hier die Schüler der Lingener Johannesschule wieder Sport treiben, aber ihre Turnhalle ist immer noch eine Baustelle. Foto: Wilfried RoggendorfLängst sollten hier die Schüler der Lingener Johannesschule wieder Sport treiben, aber ihre Turnhalle ist immer noch eine Baustelle. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Das Dach der Turnhalle der Lingener Johannesschule ist am 19. Januar 2017 eingestürzt. Mehr als anderthalb Jahre später sind die Reparaturarbeiten immer noch nicht abgeschlossen, obwohl dies zum Ende der Sommerferien der Fall sein sollte. Schulleiter Reinhard Gehling ist verärgert.

Nach dem Einsturz des Hallendaches hatte die Stadt Lingen schnell reagiert. Fortan wurden die Schüler mit Bussen zur Halle der Gebrüder-Grimm-Schule gefahren und erhielten dort ihren Sportunterricht. Wesentlich langsamer ging die Suche nach der Ursache des Unglücks vonstatten. Erst im September 2017 konnte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher im Planungs- und Bauausschuss ein Gutachten dazu vorstellen. Im Oktober sollte dann der Wiederaufbau der Halle beginnen, der im Frühjahr abgeschlossen sein sollte. Doch auch daraus wurde nichts: „Bis Ende der Sommerferien, lautete die nächste Angabe der Stadtverwaltung“, sagt Schulleiter Gehling. Nun hat die Schule wieder begonnen – aber fertig ist die Halle immer noch nicht.

Gehling: Kommunikation nicht optimal

Gehling ärgert sich nicht nur über die Verzögerungen. Den Schulleiter stört vor allem, dass er erst Anfang August von der jüngsten Bauverzögerung erfahren hat. „Da ist die Kommunikation zwischen Schulamt und Schule nicht optimal“, meint Gehling.

Dies hat Folgen: „Wir hatten die Stundenpläne so entworfen, dass die Schüler wieder einzelne Sportstunden haben. Doch für eine einzelne Stunde lohnt es nicht, zur Gebrüder-Grimm-Schule zu fahren.“ Die Stundenpläne jetzt innerhalb weniger Tage wieder umzustellen, sei nicht möglich. „Deshalb fällt der Sportunterricht derzeit komplett aus“, bedauert Gehling. Wäre die Schule früher informiert worden, wären die Stundenpläne anders gestaltet worden. „Dann wäre es problemlos möglich gewesen, auch noch bis zu den Herbstferien die Halle der Gebrüder-Grimm-Schule zu nutzen“, versichert Gehling.

Besser auf Plan B hingewiesen

Stadtbaurat Lothar Schreinemacher gesteht auf Nachfrage unserer Redaktion ein, dass es seitens der Stadtverwaltung besser gewesen sei, zu Ferienbeginn die Schule darauf hinzuweisen, dass eventuell ein Plan B gebraucht würde. „Am Ende jeder Baumaßnahme wird es knapp. Ich wusste, dass es auch bei der Johannesschule eng werden würde. Aber ich hatte gehofft, wir schaffen es bis zum Ende der Sommerferien“, sagt der Stadtbaurat.

Keine Angebote nach Ausschreibung

Auch Schreinemacher ärgert sich über lange Dauer der gesamten Baumaßnahme. „Nicht nur beim Einbau des letzten Gewerkes ist es zu Verzögerungen gekommen“, klagt Schreinemacher. Solche habe es auch schon gegeben, als die Stadt die Arbeiten an der Halle ausgeschrieben hatte: „Wir haben kein Angebot bekommen und mussten selber Firmen suchen. Dafür alleine sind drei Monate Zeit ins Land gegangen.“ Dann seien teilweise einige der Firmen wegen ihrer guten Auftragslage einfach nicht gekommen.

Schreinemacher: Verfahren verbesserungswürdig

Doch der Stadtbaurat sieht Licht am Ende des Tunnels. „Wir werden kurzfristig fertig. Die Baumaßnahme ist in den nächsten 14 Tagen abgeschlossen“, versichert er. Die Verzögerungen bei der Reparatur der Turnhalle seien in der Sache erklärbar. „Aber das Verfahren ist sicherlich verbesserungswürdig“, sagt Schreinemacher zur Kritik von Schulleiter Gehling.


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