„Hammerhart und hammerschön“ Lingener Student radelt 2000 Kilometer für Jugend-Musik-Kolleg

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Christian Jürgens (stehend vierter von links) fuhr mit dem Rad quer durch Deutschland und auch durch benachbarte Länder. Seine Freundin, Jennifer Schotter (rechts neben ihm), unterstützte ihn dabei. Bei der Radtour für den guten Zweck kamen mehr als 2000 Euro zusammen, die dem Jugend-Musik-Kolleg zu Gute kommen. Foto: Jessica LehbrinkChristian Jürgens (stehend vierter von links) fuhr mit dem Rad quer durch Deutschland und auch durch benachbarte Länder. Seine Freundin, Jennifer Schotter (rechts neben ihm), unterstützte ihn dabei. Bei der Radtour für den guten Zweck kamen mehr als 2000 Euro zusammen, die dem Jugend-Musik-Kolleg zu Gute kommen. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Mehr als 2000 Kilometer hat Christian Jürgens auf dem Rad zurückgelegt – quer durch Deutschland, durch benachbarte Länder und alles für den guten Zweck. Zusammengekommen sind nun rund so viele Kilometer wie Euro, die dem Jugend-Musik-Kolleg in Lingen zu Gute kommen.

„Es war die beste Idee, diese Salbe mitzunehmen“, erzählt Jürgens nach seiner Tour. Schnell musste der Student feststellen, dass nicht alle Gegenden so flach sind, wie das Emsland. „Höhenmeter sind eine ganz schlimme Sache“, betont er mit einem etwas schiefem Lächeln. 14.000 von ihnen hat er auf dem Rad bewältigt.

Am 14. Juli fiel der Startschuss am Campus Lingen. In der ersten Woche begleitete ihn noch seine Freundin Jennifer Schotter. Sie ist die Vorsitzende des Jugend-Musik-Kollegs in Lingen und auch diejenige, welche die Idee hatte, mehr aus der Radtour zu machen. Es entstand die Aktion „Radeln für den guten Zweck“ oder besser gesagt „Radeln für neue Instrumente“.

Viele positive Erfahrungen hat das Paar in seiner gemeinsamen Woche gemacht. Vor allem die Gastfreundschaft von Freunden „war schon toll“, betont Schotter. Der schönste Ort, an dem sie auch ihr Zelt aufschlugen, sei eine Anhöhe in Bad Breisig (Rheinland-Pfalz) gewesen. „Dort waren wir vollkommen alleine und hatten einen schönen Blick von oben auf das Tal“, berichtet Schotter.

Den inneren Schweinehund überwinden

In Mainz verabschiedete sie sich dann von ihrem Freund. „Ohne Jenny war es hinterher aber ganz schön öde“, gesteht Jürgens ein. Für ihn ging es unter anderem weiter nach Mannheim, Straßburg, in den Allgäu, nach München und auch nach Prag. In Tschechien habe der 28-Jährige richtig kämpfen müssen: „Ich hatte gefühlt einen Platten, meine Beine wollten auch nicht mehr.“ Mit Händen und Füßen habe er sich dort verständigt, um seinen Reifen wieder aufpumpen zu können. Seinen Tiefpunkt habe er aber in Regenburg gehabt. Die bergige Landschaft und wenig Schlaf forderten ihren Tribut. „Aber Christian ist einfach gut darin, seinen inneren Schweinehund zu überwinden“, sagt seine Freundin. „Mir kam dann die Idee, einfach 24 Stunden durchzufahren. Aber die Müdigkeit siegte und ich musste ein paar Stunden Pause machen“, erzählt Jürgens schmunzelnd.

Verwandte begrüßen Jürgens auf der Zugspitze

Für die sozialen Medien dokumentierte er seine Etappen – Endstation: Berlin. „Letzte Etappe der Tour mit 225 Kilometern nochmal richtig anstrengend! Aber ein tolles Gefühl!“, schrieb der 28-Jährige unter sein Foto bei Instagram, das ihn freudestrahlend vor dem Brandenburger Tor zeigt. „Mein Highlight war aber die Zugspitze“, erzählt der Sportler. Oben empfingen ihn als Überraschung jubelnde Verwandte. „Das war eine tolle Begrüßung.“ Am 5. August um 22 Uhr kam der Radler wieder am Lingener Bahnhof an. Geplant war der 12. August, doch Jürgens war schneller als geplant.

Unterstützung von vielen Seiten

Mehr als 2000 Euro kamen durch das „Radeln für den guten Zweck“ zusammen. Nicht nur das Team des Jugend-Musik-Kollegs bedankt sich bei Christian Jürgens und Jennifer Schotter: „Wir möchten uns ebenfalls ganz herzlich bei allen bedanken, die uns in jeglicher Hinsicht unterstützt haben“, sagt Schotter. Die VGH Lingen, der Kiwanis-Club Meppen/Lingen sowie der Rotary-Club Papenburg unterstützten die Aktion mit insgesamt 1000 Euro. Zudem spendeten viele Privatpersonen Beträge von 5 bis 100 Euro. Als Dank für seinen Einsatz stiftet das Jugend-Musik-Kolleg dem Studenten die Kleidung für seinen ersten Triathlon am 26. August in Riesenbeck, für den er derzeit trainiert.

Jürgens Fazit nach der Radtour: „Es war der Hammer. Hammerhart und auch hammerschön.“


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