Jubiläums-Auflage Volle Kneipen und gute Musik beim Lingener Wirtefest 2018

Von Jessica Lehbrink


Lingen. Volle Gläser, volle Kneipen, tolle Stimmung: Das Musikfest der Altstadtwirte hat einmal mehr Liebhaber der handgemachten Musik sowie des kühlen Gerstengetränkes zahlreich in die Lingener Innenstadt gelockt. Es war die 25. Auflage der Kultveranstaltung.

Das Open-Air-Kino im Emsauenpark, parallel dazu die Weinlaube und eine Woche später die Jubiläumsausgabe des Musikfestes der Altstadtwirte: Der „Lingener Sommer“ ist im vollen Gange und zeigt sich von seiner besten Seite. Denn was gibt es bei solch einem Wetter schöneres, als draußen bei leckeren Getränken zu flanieren? „Nicht vieles“, dachten sich wohl die vielen Besucher des Altstadtwirtefestes. Keine Kneipe, die nicht mit zugleich Durstigen als auch Hörlustigen gefüllt war. Das Angebot gab eine Menge her – angefangen bei lauer Dämmerung auf dem Marktplatz. Während die ersten Besucher sich Getränke servieren ließen, stimmten sich die Bands bereits ein.

Von Kneipe zu Kneipe

Aus der Alten Posthalterei strömte rockiger Blues. Es war die Band Bluespam, welche die Dielen des alten Hauses mit groovigen Klängen vibrieren ließen. Die Besucher, die es sich draußen auf den Bänken bequem gemacht hatten, freute es – so wie Stephan und Martina Schaaf. Der Reiz des Musikfestes für das Paar? „Dass man von Kneipe zu Kneipe geht und dabei noch unterschiedliche Musikstile hat“, sagt Stephan Schaaf. „Außerdem liefert es eine Menge Gesprächsstoff“, ergänzt seine Frau. Eine Kneipentour machen – das war nicht nur so daher gesagt, denn nur wenig später ruft das Paar im Vorbeilaufen amüsiert: „Weiter geht‘s zur nächsten Kneipe.“

Kapelle zum Jubiläum

Nur ein paar Schritte weiter, im Café Extrablatt, pausierte gerade eine Vier-Mann-Kapelle aus den Niederlanden: die Dixieland Crackerjacks. Mit Sousaphon, Trompete, Banjo und Posaune zogen sie durch die Lingener Innenstadt und sorgten schon vor den Wirtshäusern für stimmungsvolle Stelldicheins.

Im Extrablatt selbst gab es Blues-Rock mit Fana and Co. Die markante Stimme der Sängerin sowie ein gekonntes Mundharmonika-Spiel sorgten für Flair. Währendessen machten sich auch die Rocker von NOBC, die Urgesteine des Wirtefestes, im Café Lüttel sowie der Hoochie Goochie Man im benachbarten La Vino bereit. Kaum ein Durchkommen gab es im Koschinski. Das Lokal ist erprobt mit Auftritten von Musikern und hatte beim Wirtefest eine Coverband auf der Bühne, die die Besucher mitriss. Unter anderem mit „Song 2“ von Blur, „Dance with somebody“ von Mando Diao und „Use somebody“ von den Kings of Lion hatten Kiez live feat. Eyck die passenden Songs für diesen Abend im Gepäck. Das fand auch Björn Neuhoff, der mit seinen Kollegen unterwegs war und eine lange Nacht ankündigte: „Musik, Feeling und Co. sind tipptopp. Besser geht‘s nicht.“

„Wollt ihr Rock ‘n‘ Roll?“

Auch in der Bar des Ratskellers gegenüber versammelten sich die Leute. Schnell war der kleine Raum gefüllt. Alle warteten auf den Auftritt der Band Purple Rhino. „Die sind richtig gut“, sagte eine Besucherin, kurz bevor die Elektrogitarre und die raue Stimme von Sänger Felix Kley erklang. „Wollt ihr Rock ‘n‘ Roll“, fragte er, und das Publikum antwortete mit einem lauten „Yeah“. Unterdessen machten sich Die Lieferanten, eine Band aus Münster, im Butchers bereit. Sie sorgten mit einer Mischung aus Soul, Pop und Funk für tanzende Menschen vor der Bühne.

Lob für Markus Quadt

In der Clubstraße, genauer gesagt im Litfass, staute sich die warme Luft. Die Kultkneipe war bis zum Bersten gefüllt, redefreudige Gäste genossen ihr Getränk während sie Tobias Bako, Eike Kumbrink und Kai Liedtke bei Liedern wie „Cello“ von Udo Lindenberg lauschten. Wer sich dann auf einen kleinen Spaziergang begeben wollte, traf im Kolpinghaus an der Bonifatius-Kirche auf die Acoustic-Cover-Band Crackerjacks. Mitten unter den Besuchern des Hauses fand sich auch Wirt Harald Schomakers, der sich zufrieden mit dem Abend zeigte. Im Frühjahr hatte der Wirt das Kolpinghaus übernommen. Er lobte vor allem den Einsatz seines Kollegen Markus Quadt, dem Betreiber der Alten Posthalterei, des Butchers und bald auch des Ratskellers, der ab Oktober dann auf den Namen „Sieben“ umgetauft wird. „Markus hat tolle Ideen. Er fördert die Gemeinschaft in der Stadt. Wir sind deshalb keine Konkurrenten, sondern Mitbewerber“, sagt Schomakers, der sich an diesem Abend vor allem über das junge Publikum freute.


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