Prüfung durch Deutsches Brotinstitut Ein „sehr gut“ für viele Lingener Brote und Brötchen

Von Jannis Gövert

Im Foyer der Sparkasse am Lingener Marktplatz fand am Donnerstag und Freitag die jährliche Brot- und Brötchenprüfung statt. Geprüft hat Michael Isensee (Mitte) vom Deutschen Brotinstitut, hier zusammen mit Obermeister Heinrich van Lengerich (links) und Daniel Wintering von der Bäckerinnung. Foto: Jannis GövertIm Foyer der Sparkasse am Lingener Marktplatz fand am Donnerstag und Freitag die jährliche Brot- und Brötchenprüfung statt. Geprüft hat Michael Isensee (Mitte) vom Deutschen Brotinstitut, hier zusammen mit Obermeister Heinrich van Lengerich (links) und Daniel Wintering von der Bäckerinnung. Foto: Jannis Gövert

goev Lingen. Die jährliche Brot- und Brötchenprüfung, bei der acht Mitgliedsbetriebe der Lingener Bäckerinnung ihre Waren freiwillig haben bewerten lassen, hat am Donnerstag und Freitag , 9. und 10. August 2018, in der Sparkasse am Marktplatz stattgefunden. Die Ergebnisse sind online einsehbar.

Ein Tisch voll Brot und Brötchen steht vor Michael Isensee. Alle 110 Sorten müssen auf ihre Qualität geprüft werden, 46 bei den Brötchen und 64 beim Brot. Doch direkt anfangen kann der langjährige Brotprüfer, der solche Prüfungen in ganz Norddeutschland macht, noch nicht. „Zuerst müssen wir alle Sorten und Bäcker listen. Dabei dürfen uns keine Fehler passieren, falls mal Zettel verloren gehen“, sagt er. Brot und Brötchen werden an verschiedenen Tagen getestet. „Die Brötchen brauchen wir frisch, damit sie noch knusprig sind“, erklärt Obermeister Heinrich van Lengerich. „Das Brot muss aber einen Tag alt sein, damit wir die Struktur besser überprüfen können.“

Keine Prüfung auf Zusammensetzung des Teigs

Geprüft wird ausschließlich nach sensorischen Gesichtspunkten, also Form und Aussehen, Weichheit, Geruch und Geschmack. Die Vergabe von bis zu 100 Punkten erfolgt nach einem einheitlichen Schema des Deutschen Brotinstitutes. Isensee bevorzugt jedoch die Bezeichnung Aroma statt Geschmack: „Das ist objektiver und lässt einen besseren Vergleich zu, da man vom Aroma eines Brotes im Vorfeld eine Vorstellung hat.“ Neben Aroma und Geruch, die zusammen den größten Teil der Wertung ausmachen, ist der „Crashtest“ wichtig. Hierbei drückt der Prüfer mit der flachen Hand auf das Brötchen und beurteilt die Knusprigkeit. Hier spielen Geräusch und Aussehen eine Rolle. Geachtet wird auf die sogenannte „Fensterung“, ein wabenförmiges Einreißen der Kruste.

Bis zu fünf Brötchen oder ein Laib Brot pro Sorte

Bei den Brötchen fielen kleine Fehler nicht stark ins Gewicht, da bis zu fünf pro Sorte abgegeben werden konnten, beim Brot war hingegen nur ein Laib möglich. Der Brottest läuft weitestgehend nach ähnlichen Kriterien ab. Nur wird statt Knusprigkeit die Krustenstärke beurteilt.

Genaue Ergebnisse online abrufbar

Von den getesteten Brötchen waren 32 sehr gut und 13 gut. Beim Brot wurden 40 Sorten als sehr gut und 21 als gut bewertet. Die genauen Ergebnisse der einzelnen Betriebe können auf der Website des Deutschen Brotinstitutes eingesehen werden. Aber auch Bäcker, die eventuell nicht so gut abgeschnitten haben, profitieren von der Veranstaltung. Sie bekommen konkretes Feedback dazu, wie sie die Qualität ihrer Backwaren verbessern können.

Sieger des Schätzwettbewerbes stehen fest

Das Gewinnspiel, bei dem das Gewicht eines Weggens geschätzt werden sollte, gewannen Niko Kollmann aus Lingen, Angelika Lindt aus Lingen, Viktoria Schröder aus Dalum, Nancy Schulze aus Lingen, Ursula Weßling aus Lingen und Walter Weßling aus Lingen. Die Sieger werden noch einmal gesondert benachrichtigt. Im nächsten Jahr findet die Brot- und Brötchenprüfung voraussichtlich erneut in der Filiale der Sparkasse am Marktplatz statt. „Wir waren auch schon im Gebäude der Kreishandwerkerschaft, aber das war zu weit ab vom Schuss. Hier gibt es zudem noch Laufkundschaft, die zufällig vorbeikommt“, erklärt Claus Böringschulte von der Bäckerinnung. Der Termin wird vermutlich in den Oktober fallen.


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