Neuer Anlauf für Finanzierung Erweiterung des Lingener Emslandmuseums wird teurer

Von Wilfried Roggendorf


Lingen. Die Sanierung und Erweiterung des Lingener Emslandmuseums, die nach dem Wunsch der Politik 2018 beginnen sollte, verzögert sich. Als Grund dafür nannte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die in der Höhe nicht eingeplanten Kosten.

2017 hatte ein Entwurf des Architekturbüros Reinders BDA aus Osnabrück einen Architektenwettbewerb für die Umgestaltung des 1925 von dem Lingener Baumeister Hans Lühn errichteten Gebäudes in der Burgstraße gewonnen. Der Planungs- und Bauausschuss sowie der Kulturausschuss der Stadt Lingen hatten 2017 einstimmig beschlossen, dass dieser Entwurf weiter bearbeitet werden solle. Auch der Kreisausschuss für Kultur und Tourismus sprach sich hierfür aus. Ziel der Planungen war es, das Museum barrierefrei zu gestalten, die Sanitäranlagen zu renovieren und einen 300 Quadratmeter großen Anbau, unter anderem für die museumspädagogische Arbeit, zu schaffen.

Stadt und Landkreis finanzieren je zur Hälfte

Die Baumaßnahmen werden nach der Vereinssatzung des Emslandmuseums Lingen von Stadt und Landkreis jeweils zur Hälfte finanziert. Die Kommunen hatten jeweils 500.000 Euro in ihren Haushalten 2018 als vorläufiges Baubudget eingestellt. „Wieviel noch draufgelegt werden muss, wissen wir nicht. Wir machen eine Kostenschätzung und eine Baugrunduntersuchung. Dann gibt es ein Budget, das einzuhalten ist“, betonte Schreinemacher in einer Sitzung des Kreisausschusses für Kultur und Tourismus im September 2017.

Aufwändige und kostenintensive Gründung

CDU-Kreistagsabgeordneter Manfred Schonhoff bezeichnete in dieser Sitzung den Kostenrahmen von 500.000 Euro je Kommune als unrealistisch. Jetzt gibt die Entwicklung dem Christdemokraten recht. „Aufgrund der direkten Lage am Stadtgraben ist eine sehr aufwändige und kostenintensive Gründung des Anbaus erforderlich“, erklärte Schreinemacher jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion. Was dies baukonstruktiv bedeute, konnte erst festgestellt werden, nachdem der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs weiter bearbeitet worden war. „So ein Entwurf ist immer nur eine visualisierte Idee und nicht konstruktiv durchgearbeitet“, betonte der Stadtbaurat.

Neuer Anlauf zur Finanzierung

Die genaue Höhe der wirklichen Kosten für die Realisierung des Siegerentwurfes konnte Schreinemacher noch nicht nennen. „Wir nehmen jetzt einen neuen Anlauf zur Finanzierung und werden im Herbst einen Vorschlag in die städtischen Gremien geben“,kündigte der Stadtbaurat an. „Wir wollen die Baumaßnahme durchführen und haben auch den politischen Auftrag dazu.“

Landkreis liegen aktuelle Kostenberechnungen nicht vor

Der Landkreis Emsland wies auf Nachfrage unserer Redaktion darauf hin, dass grundsätzlich die Stadt Lingen als Bauherrin und Ausloberin des Architektenwettbewerbs für die Umsetzung der Baumaßnahmen verantwortlich sei. „Bislang liegen dem Landkreis Emsland die neuen Baupläne und aktuellen Kostenberechnungen nicht vor. Es ist davon auszugehen, dass diese in der kommenden Mitgliederversammlung des Museums Anfang September, an der ich im Namen des Landkreises Emsland teilnehmen werde, thematisiert werden“, erklärte Erster Kreisrat Martin Gerenkamp. Im Anschluss werde die neue Sachlage auch den politischen Gremien des Landkreises vorgestellt und zum Beschluss vorgelegt.


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