Weitere neue Kitas sollen folgen Neue Kita zieht in die Gebrüder-Grimm-Schule in Lingen

Von Carsten van Bevern


Lingen. Das Gebäude der 2016 geschlossenen Gebrüder-Grimm-Schule im Lingener Stadtteil Heukampstannen füllt sich: Nach der Pestalozzischule ist dort jetzt eine neue Kita eingerichtet worden – insgesamt gibt es in Lingen zum Start des Kitajahres 2302 Betreuungsplätze. Mittelfristig soll zudem noch die Volkshochschule dort einziehen.

Seit einigen Jahren steigt im südlichen Emsland der Bedarf an Betreuungsplätzen sowohl für Kinder unter als auch über drei Jahren kontinuierlich. „Im Frühjahr haben wir gemerkt, dass mit Beginn dieses Kita-Jahres die Betreuungsplätze auch in unserer Stadt nicht mehr ausreichen werden“, erklärte Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone in der neuen Kita bei einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Im März sind denn auch sofort die ersten Gespräche mit Vertretern der Pfarreiengemeinschaft Maria Königin in Lingen und St. Marien in Lingen-Biene als Träger der neuen Einrichtung aufgenommen worden. In diesen Tagen laufen im Verwaltungstrakt und den im Erdgeschoss des Altbautraktes liegenden Klassenräumen der 2016 ausgelaufenen Gebrüder-Grimm-Schule die letzten Arbeiten für die neue Kindertagesstätte Gebrüder Grimm. „Das war schon sehr ambitioniert, in dieser kurzen Zeit eine komplett neue Kita zu konzipieren, einzurichten, die Umbauten durchzuführen und das notwendige Personal zu finden“, ergänzte die vonseiten des Trägers für dieses Projekt zuständige Gemeindereferentin Alwine Röckener.

Frühzeitig eingebunden wurde auch die neue Kita-Leiterin Ute Voss, die zuvor bereits lange in der Kita Maria Königin als Erzieherin tätig war. Einige ihrer 13 Kolleginnen und eines Kollegen kommen dagegen direkt von der Berufsschule. „Das ist ein guter Mix. Alle haben richtig Lust auf die Aufgabe, eine neue Kita mit aufzubauen“, lobt denn auch Röckener das Team.

Der Aufbau einer neuen Kita wird in den kommenden Jahren in Lingen noch häufiger vorkommen, wie der Oberbürgermeister erklärte: „Mit dem jetzigen Zuwachs verfügen wir in Lingen aktuell über 2302 Betreuungsplätze, 813 für unter dreijährige und 1489 für über dreijährige Kinder.“ Aufgrund der großen Nachfrage, der auf hohem Niveau stabilen Geburtenzahlen (584 im Jahr 2017) und des steigenden Zuzugs in die Stadt werden laut dem Lingener Verwaltungschef in der Stadt aber bis zum Jahr 2021 mehr als 400 weitere Betreuungsplätze benötigt: „Wir werden in den kommenden Jahren in Lingen daher mehrere neue Kitas bauen.“

Neben den 80 Plätzen in der neuen Kita sind zum Start dieses Kita-Jahres in Lingen je 18 weitere Plätze in der Kita St. Bonifatius und in der Paul-Gerhardt-Schule, 10 Plätze in der Kita St. Barbara und 15 Plätze im alten Don-Bosco-Kindergarten eingerichtet worden. „Damit können wir nach aktuellem Stand in Lingen allen Eltern für ihre Kinder die Betreuung in einer Kita, in einer Großtagespflege oder bei einer Tagesmutter anbieten, die sie gewünscht haben“, erklärte der zuständige Lingener Fachbereichsleiter Frank Botterschulte auf Nachfrage unserer Redaktion.

Die von der Stadt zu tragenden Betriebskosten für Sach- und Personalkosten betragen für die neuen Betreuungsplätze in diesem Jahr laut Krone rund 840.000 Euro, die im Haushalt überplanmäßig bereits zur Verfügung gestellt wurden. Die Investitionskosten für die Umbauten und Einrichtungsgegenstände stehen hingegen noch nicht fest. „Für die neue Kita werden wir mit den eingeplanten 400.000 Euro aber wohl auskommen“, erklärte Botterschulte. Die Mitglieder des Stadtrates werden in der nächsten Sitzung über diese Kosten abstimmen.

Mit dem laut dem Oberbürgermeister mittelfristig geplanten Umzug der Volkshochschule wäre das Gebäude der ehemaligen Gebrüder-Grimm-Schule auch wieder komplett ausgelastet: „Dann würde das Gebäude auch wieder den ganzen Tag über von Bürgern aller Altersgruppen genutzt.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN