Fachkräftemangel Thema Justizministerin Havliza lobt Arbeit und Atmosphäre in JVA Lingen

Von Thomas Pertz

Justizministerin Barbara Havliza hat am Donnerstag die JVA Lingen besucht. Weiter auf dem Bild (von links): Michael Schwickert, Direktor des Amtsgerichts Lingen, Anstaltsleiter Meik Portmann, der Lingener CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner und Markus Hölscher, JVA Lingen. Foto: Thomas PertzJustizministerin Barbara Havliza hat am Donnerstag die JVA Lingen besucht. Weiter auf dem Bild (von links): Michael Schwickert, Direktor des Amtsgerichts Lingen, Anstaltsleiter Meik Portmann, der Lingener CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner und Markus Hölscher, JVA Lingen. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Beeindruckt hat sich am Donnerstag Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) von der Justizvollzugsanstalt an der Kaiserstraße in Lingen gezeigt. Sie war dort im Rahmen ihrer „Sommerreise“ zu Gast.

Der Anstalt ist es nach ihren Worten gelungen, unter anderem durch gestalterische Elemente hinter den Mauern eine Atmosphäre zu schaffen, die sich positiv auf die Inhaftierten auswirkt. Die gebürtige Dortmunderin war zuletzt Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Region Osnabrück-Emsland kennt die Juristin aber auch ganz gut, denn zwischen 1992 und 2006 hat Havliza als Richterin am Landgericht Osnabrück gearbeitet. In diese Zeit fiel auch ihr erster Besuch der JVA Lingen, „aber das ist über 20 Jahre her“, sagte die CDU-Politikerin im Anschluss an den Besuch und den Austausch mit der Anstaltsleitung im Gespräch mit der Redaktion.

Vollzugskrankenhaus umfassend saniert

Zuvor hatte Anstaltsleiter Meik Portmann der Ministerin die einzelnen Abteilungen des Gefängnisses vorgestellt. Organisatorisch gehören dazu auch die Offene Vollzugsanstalt in Damaschke, die Abteilung Groß Hesepe und die U-Haft-Abteilung in Osnabrück mit insgesamt 693 Inhaftierten. An der Kaiserstraße sind zurzeit 175 Gefangene untergebracht, einschließlich der 48 im Justizvollzugskrankenhaus hinter den Mauern an der Kaiserstraße. Es ist das Einzige in Niedersachsen und zuständig auch für Bremen. In den letzten Jahren ist das Krankenhaus umfassend saniert worden. Die Justizministerin lobte die medizinische und pflegerische Leistung, die dort geleistet werde. „Es wurde aber auch die Sorge um den ärztlichen Nachwuchs geäußert“, erklärte Havliza. Das Problem des Ärztemangels auf dem Lande werde auch im Vollzugskrankenhaus sichtbar.

Im Vollzugsdienst an der Kaiserstraße arbeiten nach Angaben von Anstaltsleiter Portmann derzeit 218 Bedienstete. Die zunehmende Schwierigkeit, geeignete Bewerber für die Arbeit im Vollzugsdienst zu finden, war ebenfalls ein Thema im Gespräch mit der Ministerin. „Noch finden wir die Leute, um freigewordene Stellen zu besetzen, aber die Auswahl wird schwieriger“, sagte Portmann. Havliza sprach den Vollzugsbediensteten ihren Dank für deren anspruchsvolle Arbeit aus. „Resozialisierung von Inhaftieren funktioniert nur mit motivierten Mitarbeitern“, sagte sie.

Fühner: Großer Stellenwert

Ihr Fraktionskollege Christian Fühner verwies darauf, dass die Große Koalition in Hannover dem Justizvollzug einen großen Stellenwert einräume. Dies werde auch in den weiteren Haushaltsberatungen deutlich werden.

Neben der JVA stand am Donnerstag außerdem ein Besuch des Amtsgerichtes in der Burgstraße und ein Gespräch mit Direktor Michael Schwickert auf dem Reiseplan der Ministerin. Themen dort waren Maßnahmen zur Beschleunigung von Strafverfahren, die Personalplanung und Fragen rund um die Sicherheit.

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