In der Fußgängerzone Lingener Politesse belehrt radfahrende Kinder zu Unrecht

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

„Halt, Stop!“ hieß es am Montagvormittag bei einer Fahrradkontrolle in der Lingener Fußgängerzone für Kindergartenkinder, die auf zwei Rädern unterwegs waren. Das war ein Fehler, gesteht die Stadtverwaltung ein. Foto: Uwe Anspach/dpa„Halt, Stop!“ hieß es am Montagvormittag bei einer Fahrradkontrolle in der Lingener Fußgängerzone für Kindergartenkinder, die auf zwei Rädern unterwegs waren. Das war ein Fehler, gesteht die Stadtverwaltung ein. Foto: Uwe Anspach/dpa

wrog Lingen. Die Stadt Lingen und die Polizei kontrollieren seit Montag , 6. August 2018, verstärkt Radfahrer in der Fußgängerzone – und zwar auch die ganz jungen: Am Montagvormittag hat eine Politesse der Stadt eine Mutter mit ihren Klein- und Kindergartenkindern belehrt, dass diese nicht mit ihren Kinderrädern in der Fußgängerzone fahren dürften.

Doch dürfen sie das wirklich nicht? Laut Paragraf 24 der Straßenverkehrsordnung (StVO) handelt es sich bei Kinderfahrrädern nicht um Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Die dazugehörige Verwaltungsvorschrift definiert Kinderfahrräder als „solche, die üblicherweise zum spielerischen Umherfahren im Vorschulalter verwendet werden“. Für den Verkehr damit würden die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend gelten, sagt die StVO aus. Dies bestätigt auch ein Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim auf Nachfrage unserer Redaktion. „Kinderfahrräder oder -laufräder dürfen auch in der Fußgängerzone gefahren werden“, erklärte der Polizeisprecher.

Stadt gesteht Fehler ein

Die Stadt Lingen gesteht den Fehler ihrer Politesse, die in einer kombinierten Streife gemeinsam mit einer Polizeibeamtin unterwegs war, ein: „Im Rahmen der Kontrollen war in der Innenstadt eine Mutter fälschlicherweise angesprochen worden, deren Kinder mit Kinderfahrrädern unterwegs waren. Die Stadt bittet, den Vorfall zu entschuldigen“, heißt es in einer Mitteilung. Kleinkinder dürften selbstverständlich in der Fußgängerzone Laufräder und Kinderfahrräder nutzen. Auch Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Kinderwagen, Roller und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel dürften in der Fußgängerzone benutzt werden.

Ausnahmegenehmigen bei Schwerbehinderung

Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis mit mindestens dem Merkzeichen G könnten zudem eine Ausnahmegenehmigung zum Befahren der Fußgängerzone mit dem Fahrrad oder Dreirad erhalten. Mit Krankenfahrstühlen dürfe dort mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.

Radfahrverbot durchsetzen

Mit den Kontrollen in der Fußgängerzone, deren erste Phase noch bis Samstag, 11. August, andauert, möchte der Lingener Oberbürgermeister das zwischen 10 und 18 Uhr geltende Radfahrverbot in der Lingener Fußgängerzone durchsetzen, um das Einkaufserlebnis dort zu stärken. Dies hatte Krone in einem Pressegespräch erklärt. Eine zweite Kontrollwoche ist vom 27. August bis zum 1. September geplant.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN