Urteil beim Amtsgericht Lingen Socken mit Steinen gefüllt: 28-Jähriger schlägt zu

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Das Amtsgericht in der Burgstraße in Lingen. Foto: GlasfortDas Amtsgericht in der Burgstraße in Lingen. Foto: Glasfort

Lingen Drei Jahre und sechs Monate Haft hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen gegen einen 28-jährigen Mann verhängt, der wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung in einem minder schweren Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, zweifacher Körperverletzung sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden ist.

Mit seinem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, folgte das Schöffengericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und blieb damit nur knapp unter der Grenze seiner Strafgewalt, die maximal bis zu vier Jahren Freiheitsstrafe umfasst. Die Verteidigung des Angeklagten hatte in zwei Fällen auf Freispruch und im Übrigen auf eine milde Strafe plädiert.

Nach eingehender Beweisaufnahme sah es das Gericht als erwiesen an, dass der vielfach vorbestrafte und bereits unter Bewährung stehende Angeklagte im Juni 2017 in Salzbergen einen Bekannten auf Herausgabe von Geld oder Drogen gedrängt hat. Um seine Forderung zu unterstreichen, hatte der 28-jährige mit einem mit Steinen gefüllten Socken auf sein Gegenüber eingeschlagen. Das Opfer erlitt Gesichtsverletzungen, zur Herausgabe von Geld oder Drogen kam es aber nicht. Im Zuge dieser Auseinandersetzung hatte der Angeklagte auch eine weitere Person verletzt.

Taxifahrer ins Gesicht geschlagen

Im November 2017 schlug der 28-jährige in Nordhorn einem Taxifahrer nach einem Disput um den Fahrpreis mehrfach ins Gesicht. Der Taxifahrer laborierte längere Zeit an den Folgen eines angebrochenen Unterkieferse. Als die von ihm alarmierte Polizei den alkoholisierten Angeklagten in Gewahrsam nahm, widersetzte sich dieser den Beamten heftig und beschimpfte sie.

Der Angeklagte selbst, der sich derzeit wegen Alkohol- und Drogenproblemen in Therapievorbereitung befindet, hat sich vor Gericht zum Teil auf Erinnerungslücken berufen und sich zum Teil selbst als Opfer von Handgreiflichkeiten dargestellt. Der Vorsitzende Richter verwies in seiner Urteilsbegründung insbesondere auf das erhebliche Vorstrafenregister und die rasante Geschwindigkeit, mit der der 28-Jährige Straftaten begangen habe.

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