Verwarngelder drohen Radfahrerkontrollen in der Lingener Fußgängerzone angekündigt

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Lingen. Die Stadt Lingen und die Polizei werden gemeinsam verstärkt Radfahrer kontrollieren, die verbotenerweise durch die Fußgängerzone fahren. Dies haben Oberbürgermeister Dieter Krone und Polizeihauptkommissar Helmut Groothues, stellvertretender Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, in einem Pressegespräch angekündigt.

Die Kontrollen würden mit drei gemischten Teams aus Polizeibeamten und städtischen Politessen zunächst in der Woche vom 6. bis 11. August zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten in der Fußgängerzone stattfinden, erläuterte Groothues. „Dabei werden wir uns taktisch so aufstellen, dass die Radfahrer uns nicht schon aus 50 Meter Entfernung erkennen“, kündigte der Hauptkommissar an. Zudem werde die Polizei im genannten Zeitraum verstärkt auf das verkehrsgerechte Verhalten von Radfahrern im gesamten Stadtgebiet achten.

Steigende Unfallzahlen

„Die Disziplin der Radfahrer hat gewaltig nachgelassen“, sagte Groothues. „Mit dem Handy in der Hand gegen die Fahrtrichtung fahren und ohne nach rechts und links zu Schauen verkehrt herum durch Kreisverkehre“, schilderte Groothues ein Verhalten, dass die Polizei mit Blick auf die Unfallzahlen nicht dulden könne. 2017 habe es in Lingen 138 Unfälle mit Radfahrern gegeben, bei denen 16 Radler schwer und 83 leicht verletzt worden seien. In diesem Jahr hätten sich – Stand 30. Juli – bereits 76 solcher Unfälle mit 16 Schwer- und 50 Leichtverletzten ereignet.

Radler zeigen Krone den Mittelfinger

Diese Unfälle seien zwar nicht in der Fußgängerzone passiert, aber trotzdem seien die Radfahrer dort laut Krone seit geraumer Zeit ein leidiges Thema. „Radfahrer jeden Alters bedrängen dort Familien mit Kindern und Menschen der älteren Generation. Und sie gehen auch anderen auf den Zeiger“, äußerte sich Oberbürgermeister Krone verärgert. Wenn er die Radfahrer in der Fußgängerzone auf ihr Fehlverhalten ansprechen würde, bekomme er von einigen auch noch den „berühmten Mittelfinger“ gezeigt.

Einkaufserlebnis stärken

Krone möchte das zwischen 10 und 18 Uhr geltende Radfahrverbot in der Lingener Fußgängerzone mit den Kontrollen durchsetzen, um das Einkaufserlebnis dort zu stärken. Auch der nur bis 11.30 Uhr erlaubte Lieferverkehr solle demnächst ab dieser Uhrzeit aus der Innenstadt herausgehalten werden. „Hierzu werden wir demnächst mit Pollern arbeiten“, kündigte Krone an.

Verstöße kosten zwischen 15 und 30 Euro

Frank Schöttmer, Fachdienstleiter Recht und Ordnung der Stadt Lingen, erläuterte, welche Verwarngelder Radfahrern drohten, die in der Fußgängerzone bei den Kontrollen erwischt würden. „Das geht mit 15 Euro los. Mit Behinderung kostet es 20 und mit Gefährdung 25 Euro. Bei einem Unfall werden 30 Euro fällig“, sagte Schöttmer.

OB sieht Öffnung der Fußgängerzone für Radler skeptisch

Dem Vorschlag der Bürgernahen, die Burgstraße für Radfahrer teilweise zu öffnen oder der Anregung einer Bürgerin, die ganze Fußgängerzone nach dem Vorbild der Stadt Emsdetten versuchsweise für Radfahrer freizugeben, begegnet der Oberbürgermeister mit Skepsis. „Man kann Radfahrern zumuten, ihr Rad in der Fußgängerzone zu schieben oder außen herum zu fahren“, erklärte Krone. Der Zeitgewinn beim verbotenen Durchfahren der Fußgängerzone sei nur minimal. Trotzdem werde die Verwaltung Kontakt mit der Stadt Emsdetten aufnehmen und sich nach deren Erfahrungen erkundigen.

Weitere Kontrollen geplant

Die Kontrollen Anfang August, in deren Zeitraum auch der Beginn des neuen Schuljahres fällt, würden anschließend ausgewertet, sagte Krone. Eine zweite Kontrollwoche sei dann vom 27. August bis zum 1. September geplant.


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