CDU beim Kinderschutzbund Finanzierung der Beratungsstelle Logo in Lingen war „schwere Geburt“

Der Besuch bei der Beratungsstelle Logo machte deutlich, wie wichtig das Thema „Gewalt gegen Kinder“ ist. Foto: CDU-Kreisverband LingenDer Besuch bei der Beratungsstelle Logo machte deutlich, wie wichtig das Thema „Gewalt gegen Kinder“ ist. Foto: CDU-Kreisverband Lingen

Lingen. Als Teil ihres Sommerferienprogramms hat die CDU Lingen den Kinderschutzbund Lingen besucht. Der Fokus lag auf der Beratungsstelle Logo. Wie wichtig die Arbeit dort ist, wurde allen Anwesenden deutlich, meldet die CDU.

Die seit 28 Jahren bestehende Beratungsstelle hatte ihren Ursprung in einem Arbeitskreis des städtischen Jugendamtes, der noch heute existiert. Mit der Polizei, der Psychologischen Beratungsstelle, SKM und SKF sowie den Jugend- und Sozialämtern erkannte man damals den steigenden Bedarf, an dem Thema zu arbeiten. Was mit Lehrerfortbildungen und Theaterstücken begann, mündete in intensiver Arbeit.

„Schwere Geburt“

„Ende der 1980er Jahre wurden wir überrollt von Fällen“, erinnert Gründungsmitglied Heiner Rohoff, der noch heute stellvertretender Vereinsvorsitzende ist. Für das sensible Thema des Kindesmissbrauchs wollte man eine Institution bilden, die unabhängig ist. So entschied man sich für die Gründung eines Ortsvereins vom Deutschen Kinderschutzbund, der später als Träger für die Beratungsstelle diente. Weniger die Vereinsgründung, aber vielmehr die Finanzierung der zukünftigen Beratungsstelle mit professionellen Mitarbeitern erwies sich als „schwere Geburt“, gestand Rohoff den CDU-Gästen.

In der Vergangenheit Schwierigkeiten bei der Finanzierung

Viel Überzeugungsarbeit in der Politik sei notwendig gewesen. Während damals rund 90.000 Mark jährlich benötigt wurden, wovon 3000 Mark aus Eigenmitteln bestritten werden mussten, macht der Etat der Beratungsstelle Logo heute einen Betrag von rund 200.000 Euro im Jahr aus. 150.000 Euro werden durch öffentliche Mittel von der Stadt Lingen, dem Landkreis Emsland und dem Land Niedersachsen abgedeckt. Immerhin 50.000 Euro müssen laut Rohoff jedes Jahr selbst aufgebracht werden. Dies geschehe überwiegend durch Spenden und Beiträge der Mitglieder.

400.000 Euro Eigenmittel in acht Jahren

Vorstandsmitglied Josef Santel bedankte sich dafür bei allen Lingenern und Emsländern: „Wenn wir in den letzten acht Jahren circa 400.000 Euro Eigenmittel erwirtschaftet haben, um unsere Beratungsstelle zu finanzieren, ist das in erster Linie ein Verdienst all derer, die uns Geldspenden zukommen lassen.“ Dies diene nicht zuletzt auch der Arbeitsplatzsicherung der qualifizierten Mitarbeiter in der Beratungsstelle.

„Gewalt gegen Kinder“ nach wie vor ein wichtiges Thema

Dass die Arbeit der Opfer-Beratungsstelle mit dem heutigen Schwerpunkt „Gewalt gegen Kinder“ (sexueller Missbrauch und Mobbing) unbedingt notwendig ist, zeigen die hohen Fallzahlen. „Der Bedarf ist riesig, und je weniger wir machen, desto mehr lassen wir die Kinder mit ihren Erlebnissen, die für ihr weiteres Leben schwere Folgen haben können, alleine“, unterstrich Rohoff. Neben der Beratung von Fachleuten wie Lehrern und Erziehern stehe die Arbeit mit betroffenen Kindern und die Prävention (mehr als 200 Veranstaltungen in 2017 vor allem in Schulen) im Vordergrund.

CDU-Ratsherr Björn Roth, der dem städtischen Jugendhilfeausschuss vorsitzt, dankte nicht nur den Mitarbeitern der Beratungsstelle, sondern auch dem ehrenamtlichen Vorstand für dessen Engagement: „Hier wird haupt- und ehrenamtlich ganz viel tolle Arbeit geleistet.“


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