Ausbildungsmarkt 2018 Viele Lehrstellen in der Region Emsland/Bentheim sind noch unbesetzt

Von Jannis Gövert

Über verschiedene Ausbildungswege können sich Jugendliche bei der Agentur für Arbeit informieren. Symbolfoto: dpaÜber verschiedene Ausbildungswege können sich Jugendliche bei der Agentur für Arbeit informieren. Symbolfoto: dpa

goev Lingen. Am 1. August hat das Ausbildungsjahr begonnen. Erneut bleiben auch in dieser Region viele Stellen unbesetzt. Aber es gibt auch einige Bewerber, die noch keinen Lehrvertrag unterschrieben haben.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit aus Nordhorn, zuständig für den Landkreis Emsland und die Grafschaft Bentheim, hat es in diesem Jahr insgesamt 2899 Bewerber auf Ausbildungsstellen zum 1. August gegeben. 1363 davon haben für das aktuelle oder kommende Jahr einen Ausbildungsplatz erhalten, aber 516 sind nach wie vor auf der Suche. „Diese Zahl wird bis zum 30. September noch drastisch sinken, vermutlich in den niedrigen zweistelligen Bereich“, schätzt Jan-Hermann Meinderink von der Arbeitsagentur diese Zahl ein. Auf der anderen Seite sind derzeit von 4952 gemeldeten Ausbildungsstellen 2182 noch unbesetzt.

Während die generelle Anzahl an Ausbildungsstellen im Vergleich mit den Vorjahren stetig steigt, sinkt gleichzeitig die der Bewerber. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich der Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen in der Arbeitsagentur Nordhorn um 494 auf 2182 erhöht, während die Zahl der Bewerber um 464 auf 2899 zurückging. Dies führt im Endeffekt dazu, dass es in vielen Berufsfeldern mehr als eine freie Stelle pro Bewerber gibt.

Die Gründe sind vielfältig

Doch warum ist es dann trotzdem noch der Fall, dass so viele Bewerber bislang noch keinen Ausbildungsplatz erhalten haben? Ein wesentlicher Grund ist für die Arbeitsagentur zunächst einmal die mangelnde Mobilität der potenziellen Auszubildenden. Ausbildungsbetriebe in Ballungsgebieten haben mehr Bewerber als in weniger stark bevölkerten Gebieten, sodass dort einige Bewerber keine freie Stelle finden. Aus der Heimat wegziehen wollen oder können sie jedoch auch nicht. Ein weiterer Grund ist laut einer Studie des Bundesinstitutes für Berufsbildung auch, dass vor allem größere Betriebe Auszubildende mit höheren Bildungsabschlüssen bevorzugen. Bewerber greifen somit auch häufig auf Alternativen zurück, wie zum Beispiel eine schulische Weiterbildung oder soziale Dienste wie ein freiwilliges soziales Jahr. Aber: „Man darf sich von den Zahlen nicht täuschen lassen. Viele Bewerber, die bislang erfolglos waren, haben bereits einen Plan B oder sogar Plan C, melden sich aber nicht ab, um möglicherweise noch eine Zusage in ihrem Wunschberuf zu bekommen. Deshalb werden sie in den Statistiken noch als suchend aufgeführt“, erklärt Meinderink.

Beliebteste Ausbildungsberufe im kaufmännischen Bereich

Die beliebtesten Ausbildungsberufe sind in diesem Jahr der Industriekaufmann bei den Bewerbern mit etwa sechs Prozent der Bewerbungen und die Kauffrau für Büromanagement bei den Bewerberinnen mit insgesamt über 13 Prozent der Bewerbungen. Die meisten unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es im Bereich Kaufmann/-frau im Einzelhandel, obwohl auch hier hohe Bewerberzahlen zu verzeichnen sind.


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