Nach 23 Jahren Dr. Seidlmayer als Chefarzt am Bonifatius-Hospital Lingen verabschiedet

Von Wilfried Roggendorf

Chefarzt Dr. Christoph Seidlmayer wurde jetzt nach 23-jähriger Tätigkeit am Lingener Bonifatius-Hospital in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihm freut sich Ehefrau Marina Röttgers. Foto: Wilfried RoggendorfChefarzt Dr. Christoph Seidlmayer wurde jetzt nach 23-jähriger Tätigkeit am Lingener Bonifatius-Hospital in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihm freut sich Ehefrau Marina Röttgers. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Am 1. November 1995 trat Dr. Christoph Seidlmayer die Chefarztstelle der Chirurgischen Klinik des Lingener Bonifatius-Hospitals an. Jetzt ist er nach fast 23 Jahren in den Ruhestand getreten. Mit einem Festakt wurde er am 31. Juli im Krankenhaus verabschiedet.

„In den Jahren ihrer Chefarzttätigkeit ist es Ihnen gelungen, gemeinsam mit einem engagierten Team die Allgemein- sowie die Viszeralchirurgie am Boni als leistungsstarke medizinische Fachabteilung auszubauen und damit den Ruf des Boni insgesamt als hochspezialisierte Akut-Klinik zu festigen“, würdigte Landrat Reinhard Winter das Wirken von Seidlmayer.

Medizinische Fähigkeiten

Der stellvertretende Ärztliche Direktor des Bonifatius-Hospitals, Prof. Dr. Rainer Hoffmann, betonte die medizinischen Fähigkeiten des Chefarztes. Immer wieder seien seine sehr präzise Operationstechnik, das technische Geschick, die sehr fundierten theoretischen Kenntnisse und die ausgezeichnete Vorbereitung komplexer Operationen gelobt worden. Dies habe zu einem sehr hohen Erfolg der Prozeduren beigetragen.

Entwicklung des Bonis vorangetrieben

Die hohe Einsatzbereitschaft von Seidlmayer hob die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Nicole Schulte, hervor. „Sie haben die Entwicklung des Bonis sowohl strategisch als auch operativ vorangetrieben“, erklärte Schulte. Sie denke dabei an das Adipositaszentrum Emsland, das Darmkrebszentrum Lingen und an das Kompetenzzentrum Koloproktologie. Dies hob auch Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hervor.

Baggerfahrt als Abschiedsgeschenk

Oberarzt Dr. Sebastian Hammans begründete in seiner humorvollen Rede das Geschenk der Abteilung, einen von Seidlmayer gewünschten Gutschein für eine Baggerfahrt, mit einem Vergleich: „Der Arbeitsplatz eines Chirurgen am Roboter und die Kanzel eines Baggers ähneln sich in den Bedienelementen weitestgehend.“

Akustik im OP wurde lauter

Norbert Papenbrock, Koordinator des Zentral-OP am Bonifatius-Hospital, lobte das „hohe Maß an mentaler Power und Durchhaltevermögen sowie Entscheidungsfreudigkeit“ des scheidenden Chefarztes. Zudem habe er die Eigenschaften eines guten Chirurgen mitgebracht. Bei den sogenannten „soft skills“ habe es sich etwas anders verhalten. „Die Akustik im Saal wurde etwas lauter und der Umgangston rauer“, erinnerte Papenbrock an den Dienstantritt von Seidlmayer. „Ab und an haben Sie zur Wiedergutmachung kleiner Unstimmigkeiten Blumen sprechen lassen müssen. Ich glaube, es kamen da einige Sträuße zusammen“, sagte Papenbrock.

Glaube an ein Leben nach dem Boni

Seidlmayer wandte sich in seinen rund einstündigen Dankesworten auch an die Geschäftsführung und das Kuratorium des Boni. Robotic werde in der Viszeralchirurgie Einzug halten. „Auf den Zug müssen Sie aufspringen“, forderte er. Der Chefarzt bedankte sich bei allen Mitarbeitern für die jahrelange Unterstützung und schloss mit dem Satz: „Ich glaube nicht an vieles, aber an ein Leben nach dem Boni.“


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