Jambo statt Moin moin Lutheraner aus dem Emsland zu Gast in Tansania

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Kondoa. „Jambo“ statt „Moin moin“ heißt es derzeit noch für die acht Mitglieder des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emsland-Bentheim, die seit mehr als zwei Wochen den Partnerkirchenkreis Kondoa im tansanischen Hochland bereisen. Bisheriger Höhepunkt war die Kirchweihe in Kondoa.

„Die Stimmung in der Gruppe ist super. Und eines ist jetzt schon klar: Die Reise wird mit all den Eindrücken für uns alle unvergesslich bleiben“, berichten Christiane Zaepernick aus Lingen und Daniel Neumann aus Sögel, die beide zum ersten Mal das kirchliche Leben im tanzanischen Hochland erleben.

Fünfstündiger Gottesdienst zur Kirchweihe

Ein Höhepunkt für alle Delegationsmitglieder war am 21. Juli die Einweihung der in jahrelanger Arbeit fertiggestellten und aufgrund der noch immer steten Zunahme der Anzahl von Gläubigen deutlich vergrößerten Kirche in Kondoa. „Um 7 Uhr tansanischer Zeit begann der Festgottesdienst zur Kirchweihe. Bischof Amoni Manase Kinyunyu und seine aus Pastoren und Evangelisten aus der Region bestehende Delegation empfingen die rund 250 Gäste, die gemeinsam in die Kirche eingezogen waren“, berichtet Neumann.

Mit viel Musik und Tanz wurde der knapp fünfstündige Festgottesdienst begleitet. Auch die Delegation beteiligte sich mit einem ins Englische übersetzten Rollenspiel zum Thema „Glaube – welches Symbol?“ Gemeinsam wurde Abendmahl gefeiert und zum Abschluss sangen alle gemeinsam „Asante sana yesu“ – frei nach dem Motto der 1988 geschlossenen Partnerschaft „Leben teilen, Glauben teilen, Gaben teilen.“

Zumeist schlechte Infrastruktur

Der zuständige Distriktpastor Olinde begleitet die Delegation bei ihren Reisen durch den großen und schwer zugänglichen Kirchenkreis. Die Delegation benutzt dafür den durch den Kirchenkreis Emsland-Bentheim gesponsorten Landcruiser. Kein Luxus, sind die Wege doch teilweise nicht nur sehr lang, sondern auf unbefestigten „Buckelpisten“ auch beschwerlich.

Herzliche Empfänge mit viel Musik

„Entschädigt wurden wir aber durch herzliche Empfänge mit Gesang, Tanz und Essen. Wir trafen auf viele aktive Gemeindemitglieder aus recht kleinen Gemeinden“, berichtet Zaepernick. Ein tolles Erlebnis war nicht nur für sie der Empfang in Bethanien. „Wir waren die erste Delegation, die jemals dieses Dorf besucht hat. Der Platz in der Kirche reichte nicht für alle, sodass viele von außen durch die kleinen als Fenster gestalteten Bullaugen schauen mussten“, ergänzt die Delegationsleiterin Kerstin Buck-Emden. Alleine das Fotografieren mit den tansanischen Gemeindemitgliedern dauerte knapp eine Stunde. „Wir wurden wie ,Stars´ abgelichtet. Ein wirklich tolles Erlebnis für alle“, schreibt Neumann in seinem aufwendig per E-Mail nach Deutschland geschickten Bericht.

Alltagsleben in den Gastfamilien

Alle Delegationsmitglieder haben inzwischen auch bis zu fünf Tage in ihren meist sehr kleinen Partnergemeinden das Gemeindeleben und in den Gastfamilien auch das Alltagsleben erfahren dürfen. Fließendes Wasser und Strom sind lange nicht überall selbstverständlich und in vielen Gemeinden auch gar nicht vorhanden.

Schulen wurden besucht, der Kindergarten, Krankenstationen, Chöre und es wurden „gute Gespräche“ mit Evangelisten und Pastoren sowie Gemeindemitgliedern geführt. So sind der persönliche Austausch und das Kennenlernen auch von Anfang an ein Schwerpunkt in der Partnerschaftsarbeit.

Zum Abschluss wird noch der Bischof in Dodoma besucht, die letzten zwei Tage werden alle gemeinsam zudem in Bagamoyo am Indischen Ozean und in Dar es Salam verbringen. Am Wochenende werden die Delegationsmitglieder wieder im Emsland und der Grafschaft Bentheim erwartet. Und sicher viel zu erzählen haben.


Seit 30 Jahren gibt es die offizielle Partnerschaft zwischen dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Emsland-Bentheim und dem Missionskirchenkreis Kondoa (EmBeKo) im Hochland von Tansania. 1976 ging der damalige Dalumer Pastor Reinhard Riemer nach Tansania, um in der heutigen Hauptstadt Dodoma als Schulpastor zu arbeiten. Nach seiner Rückkehr wurde er Pastor in Emlichheim – und brachte den Wunsch nach einer Partnerschaft mit. Superintendent Hansch, Riemer sowie der Kirchenkreistagsvorsitzende Gottfried Franz besuchten 1984 den Kirchenkreis Dodoma und besiegelten die Partnerschaft.

1988 wird der Kirchenkreis Dodoma zur Diözese mit Bischofssitz – Kondoa als einer der vier Kirchenkreise wird der neue Partner. Der Distrikt befindet sich abgelegen im zentralen Hochland in einem überwiegend muslimisch geprägten Umfeld. Auch Massai-Familien zählen zum dortigen Kirchenkreis.

Die Partnerschaft ist von Anfang an geprägt durch persönliche Kontakte, im zweijährigen Turnus besuchen sich Delegationen der jeweiligen Partner. Geholfen wird aber auch finanziell, so beim Aufbau und dem Betrieb einer Erste-Hilfe-Station sowie weiterführenden Schulen in Aya und Kondoa, beim Kauf und der Unterhaltung eines Landcruisers, durch die Übernahme von Schulgeld und bei akuten Notlagen.

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