Appell der Versorger Im südlichen Emsland ist das Trinkwasser knapp

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Der heimische Garten soll laut Wasserverband Lingener Land und der Stadtwerke Lingen derzeit nicht mehr mit Trinkwasser gewässert werden. Dieses ist derzeit knapp. Foto: Michael GründelDer heimische Garten soll laut Wasserverband Lingener Land und der Stadtwerke Lingen derzeit nicht mehr mit Trinkwasser gewässert werden. Dieses ist derzeit knapp. Foto: Michael Gründel

Lingen. Die Stadtwerke Lingen und der Wasserverband Lingener Land (WVLL) appellieren an die Bürger, Trinkwasser einzusparen. Durch die lang anhaltende Trockenheit ist dieses knapp geworden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Versorger. Diesem Appell schließt sich der Trink- und Abwasserverband (TAV) aus Schüttorf an.

„Die Auswirkungen des anhaltenden sommerlichen Wetters, mit Höchsttemperaturen bis 35 Grad, erreichen jetzt auch Lingen und Umgebung: Das Trinkwasser wird nicht, sondern ist mittlerweile knapp. Das gilt für die Versorgungsgebiete der Stadtwerke Lingen und des WVLL“, heißt es in der Mitteilung.

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen

Das Thema Wasserknappheit spiele in hiesigen Breitengraden in der Regel keine Rolle. In diesem Sommer sei das anders. Deshalb erforderten außergewöhnliche Situationen ungewöhnliche Maßnahmen. In anderen Regionen Niedersachsens werde bereits mit Notverordnungen und Bußgeldern gedroht. Hier reagierten die Stadtwerke Lingen und der WVLL noch mit einem Appell: „Bitte verzichten Sie auf Gartenbewässerung. Verschieben Sie Ihre Autowäsche. Lassen Sie das Wasser nicht laufen (zum Beispiel beim Kochen und Duschen), sondern drehen Sie den Wasserhahn zwischendurch zu. Und auch beim Wäschewaschen ist bestimmt der eine oder andere Liter einzusparen. Warten Sie nicht auf Ihren Nachbarn, sondern leisten Sie selbst einen Beitrag“, fordern die Versorger die Bürger zum Wassersparen auf.

Abendlicher Wasserverbrauch steigt eklatant

Grund für die Wasserknappheit seien nicht die fehlenden Niederschläge. „Es sind die Förderkapazitäten, die an ihre Grenzen stoßen. Das Prinzip, nachts die Wasservorräte in den Speichern zu füllen, um diese am Tag zur Verfügung zu haben, funktioniert nicht mehr. Aktuell wird abends circa 60 Prozent mehr Wasser verbraucht. Durch diesen erhöhten abendlichen Verbrauch schaffen es die Anlagen nicht, das erforderliche Reservoir anzulegen. Die Folge: Am Tag wird das Wasser knapp“, erläutern die Stadtwerke Lingen und der WVLL. Hinzu komme, dass Gartenbesitzer wegen der Trockenheit Pflanzen und Rasen mit Trinkwasser bewässern würden, sofern sie keinen Brunnen besitzen. Dadurch schnelle die Wasserabgabe in den Abendstunden eklatant in die Höhe. Bislang konnte dies kompensiert werden.

Steigender Verbrauch wegen Ferienende befürchtet

Beim TAV aus Schüttorf funktioniert das nächtliche Auffüllen der Speicher noch – aber nur, weil der TAV Trinkwasser von anderen Versorgern hinzukaufe, wie Geschäftsführer Bernhard Weinberg auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte. Er befürchtet, dass der Wasserverbrauch mit dem Ende der Schulferien steige. Viele Verbraucher seien derzeit auswärts im Urlaub. Wenn diese zurückkehrten, werde der Wasserverbrauch weiter zunehmen.

Jeder soll bei sich selber schauen

Laut Vorhersage sei in den nächsten zwei Wochen keine Wetteränderung in Sicht. Deshalb appellieren die Wasserversorger an die Vernunft ihrer Kunden, mit Trinkwasser sorgsam umzugehen. Es reiche nicht, sich auf den Nachbarn zu verlassen – jeder solle bei sich selbst schauen. „Wenn pro Person nur einige Liter eingespart werden und auf Unnötiges verzichtet wird, hilft das schon ein Stück weiter. Durchschnittlich 128 Liter pro Tag verbraucht jeder, beispielsweise für Duschen, Toilettenspülung, Waschen, Putzen, Auto waschen, Essen und Trinken“, erklären die Versorger abschließend.


Das Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Lingener Land (WVLL) umfasst den Außenbereich der Stadt Lingen mit den Ortsteilen sowie die Samtgemeinden Lengerich, Freren und Spelle und große Teile der Gemeinde Emsbüren (ohne Ahlde). Insgesamt versorgt der WVLL rund 70.000 Menschen mit Trinkwasser. Die Stadtwerke Lingen sind für die Wasserversorgung in der Lingener Kernstadt und den Stadtteilen zuständig. Der Trink- und Abwasserverband (TAV) aus Schüttorf versorgt die Gemeinde Salzbergen und Ahlde in der Gemeinde Emsbüren mit Trinkwasser.

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